Geistlicher zu acht Jahren Haft verurteilt

Scheich Tawfiq Jaber Ibrahim al-'Amr, schiitischer Geistlicher

Scheich Tawfiq Jaber Ibrahim al-'Amr, schiitischer Geistlicher

Der prominente schiitische Geistliche Tawfiq Jaber Ibrahim al-'Amr ist zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Zudem darf er zehn Jahre lang keine Predigten halten. Der Geistliche hatte Kritik an der Diskriminierung von Schiiten in Saudi-Arabien geübt und Reformen gefordert.

Appell an

KÖNIG
His Majesty King 'Abdullah Bin 'Abdul 'Aziz Al-Saud
The Custodian of the two Holy Mosques
Office of His Majesty the King
Royal Court, Riad, SAUDI-ARABIEN
(Anrede: Your Majesty / Majestät)
Fax: (00 966) 1 403 3125 (über das Innenministerium, bitte mehrmals versuchen)

JUSTIZMINISTER
Sheikh Dr Mohammed bin Abdul Kareem Al-Issa
Ministry of Justice
University Street
Riad 11137, SAUDI-ARABIEN
Fax: (00 966) 1 741 / (00 966) 1 402 0311
(Anrede: Your Excellency / Exzellenz)

Sende eine Kopie an

VORSITZENDER DER STAATLICHEN MENSCHENRECHTSKOMMISSION
Bandar Mohammed 'Abdullah Al-Aiban
President, Human Rights Commission
P.O. Box 58889
King Fahad Road, Building No. 373
Riad 11515
SAUDI-ARABIEN
Fax: (00 966) 11 4612061
E-Mail: hrc@haq-ksa.org

BOTSCHAFT DES KÖNIGREICHS SAUDI-ARABIEN
S.E. Herrn
Prof. Dr. med Ossama Abdulmajed Ali Shobokshi
Tiergartenstr. 33-34, 10785 Berlin
Fax: 030-8892 5179 oder 030-8892 5176
E-Mail: deemb@mofa.gov.sa oder saudi-embassy-berlin@t-online.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Arabisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 25. September 2014 keine Appelle mehr zu verschicken.

Amnesty fordert:

FAXE, ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Ich befürchte, dass Scheich Tawfiq Jaber Ibrahim al-'Amr nur aufgrund der friedlichen Ausübung seiner Rechte auf freie Meinungsäußerung und Vereinigungsfreiheit zu einer achtjährigen Haftstrafe verurteilt wurde, und fordere deshalb seine unverzügliche und bedingungslose Freilassung.

  • Bitte stellen Sie sicher, dass Scheich Tawfiq Jaber Ibrahim al-'Amr vor Folter und sonstiger Misshandlung geschützt wird. Gewähren Sie ihm den regelmäßigen Zugang zu seiner Familie und einem Rechtsbeistand.

Sachlage

Ein Sonderstrafgericht hat Tawfiq Jaber Ibrahim al-'Amr am 13. August zu acht Jahren Gefängnis verurteilt. Danach darf er zehn Jahre lang nicht reisen und keine Predigten oder öffentlichen Ansprachen halten. Das Gericht befand den Geistlichen der folgenden Anklagepunkte für schuldig: Schüren von Konflikten zwischen religiösen Gruppen, Diffamierung des Herrschaftssystems des Landes, Verhöhnung der Denkweise seiner Religionsführer, Aufruf zur Veränderung und Ungehorsam gegenüber dem Herrscher.

Am 17. Dezember 2012 war der schiitische Geistliche Scheich Tawfiq Jaber Ibrahim al-'Amr vom selben Gericht zu drei Jahren Haft und einem anschließenden fünfjährigen Reiseverbot verurteilt worden. Der Richter im Berufungsverfahren verwies den Fall jedoch zurück an das Gericht und empfahl eine härtere Strafe. Der Geistliche hätte am 1. Dezember 2012 freigelassen werden sollen, allerdings unter der Bedingung, dass er einige Zusicherungen unterschreibe. Diese hätten ihm unter anderem das Halten von religiösen Predigten verboten, darunter auch die Freitagsgebete. Er lehnte das Angebot ab.

Die gegen Tawfiq Jaber Ibrahim al-'Amr erhobenen Anklagen beziehen sich auf seine Kritik an der Diskriminierung von Schiiten in Saudi-Arabien und seiner Forderung nach Reformen in dem Land. Offenbar wurde er allein wegen seines friedlich zum Ausdruck gebrachten Rechts auf freie Meinungsäußerung verurteilt.

Tawfiq Jaber Ibrahim al-'Amr war am Abend vom 3. August 2011 festgenommen und ohne Kontakt zur Außenwelt eine Woche in Einzelhaft gehalten worden. Seitdem wurde er in mehreren Gefängnissen untergebracht, wo seine Familie nur eingeschränkten Zugang zu ihm hat. Zuvor war er am 27. Februar 2011 festgenommen worden, weil er zwei Tage zuvor in seiner Predigt zu Reformen in Saudi-Arabien aufgerufen hatte. Am 6. März 2011ließ man ihn nach einer Woche in Haft ohne Kontakt zur Außenwelt ohne Anklage frei.