Kuba: 16-Jähriger im Gefängnis für Erwachsene
Jonathan Muir Burgos aus Kuba (undatiertes Foto)
© Privat
Jonathan Muir Burgos ist seit dem 16. März in Haft. Der 16-Jährige hatte in der Stadt Morón gegen die anhaltenden Stromausfälle und die knappen Lebensmittel protestiert. Er soll im Gefängnis von Canaleta sein. Das ist ein Gefängnis für Erwachsene. Die kubanischen Behörden haben ihn wegen "Sabotage" angeklagt. Bei einem Schuldspruch könnte er zu einer Gefängnisstrafe von 15 Jahren verurteilt werden. Seine Familie berichtet, dass sich seine körperliche und seelische Gesundheit verschlechtert und er nicht richtig medizinisch versorgt wird. Jonathan Muir Burgos muss sofort freigelassen werden.
Setzt euch für Jonathan David Muir Burgos ein!
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Appell an
Miguel Díaz Canel
Presidente de Cuba
Hidalgo Esq. 6, Plaza de La Revolución
CP 10400, La Habana
KUBA
Sende eine Kopie an
Botschaft der Republik Kuba
I. E. Frau Juana Martínez González
Stavanger Str. 20
10439 Berlin
Fax: (030) 44 79 30 91
E-Mail: recepcion@botschaft-kuba.de
Amnesty fordert:
- Ich fordere Sie dringend auf, Jonathan David Muir Burgos sofort freizulassen.
- Sorgen Sie bitte dafür, dass er bis zu seiner Freilassung sofort in eine Jugendhaftanstalt verlegt, vor Gewalt und Misshandlung geschützt und angemessen medizinisch versorgt wird. Dies schließt die Gabe von benötigten Medikamenten mit ein.
- Stellen Sie auch den regelmäßigen Zugang zu seiner Familie und einem Rechtsbeistand seiner Wahl sicher.
- Die kubanischen Behörden müssen damit aufhören, Menschen – darunter auch Kinder – für die friedliche Ausübung ihres Rechts auf freie Meinungsäußerung und friedliche Versammlung einzuschüchtern oder zu bestrafen, indem sie mit schweren Strafen drohen oder solche verhängen.
Sachlage
Es besteht große Sorge über die Inhaftierung von Jonathan David Muir Burgos, einem 16-jährigen kubanischen Teenager. Jonathan Muir soll in Canaleta, einem Gefängnis für Erwachsene in der nordkubanischen Provinz Ciego de Ávila inhaftiert sein. Ihm wird "Sabotage" vorgeworfen. Das ist ein schwerwiegender Vorwurf, der mit 15 Jahren Haft bestraft werden kann. Seine Inhaftierung als Minderjähriger wirft die Frage auf, ob in seinem Fall die internationalen Menschenrechtsstandards eingehalten werden, darunter die Verpflichtungen Kubas aus dem Übereinkommen über die Rechte des Kindes.
Seine Familie hat sich öffentlich darüber geäußert, dass sich Jonathans körperlicher und seelischer Zustand in der Haft verschlechtert. Er soll an einer chronischen Hautkrankheit und anderen gesundheitlichen Problemen leiden. Seine Familie hat erklärt, dass er geschwächt ist und nicht die richtigen Medikamente erhält. Die Familie sorgt sich auch um seine Sicherheit im Gefängnis. Diese Zustände erfordern sofortige Maßnahmen der Behörden, um sein Leben, seine Gesundheit und seine Integrität zu schützen.
Hintergrundinformation
Jonathan David Muir Burgos ist ein 16-jähriger Jugendlicher aus Morón in der Provinz Ciego de Ávila. Er wurde am 16. März 2026 festgenommen, als er und sein Vater, der evangelische Pastor Elier Muir, einer polizeilichen Vorladung folgten. Die Proteste, an denen er am 13. März teilnahm, fanden vor dem Hintergrund lang anhaltender Stromausfälle, Lebensmittelknappheit, einer Verschlechterung der Grundversorgung und wachsender sozialer Unzufriedenheit auf Kuba statt.
"Sabotage" ist eine der schwersten Anschuldigungen im kubanischen Strafrecht. Medienberichten und Menschenrechtsorganisationen zufolge wurde Jonathan Muir in das Erwachsenengefängnis Canaleta in Ciego de Ávila gebracht. Seine Familie hat öffentlich erklärt, dass er unter Bedingungen festgehalten wird, die seine physische und psychische Gesundheit beeinträchtigen.
Jonathan leidet an Dyshidrose, einer chronischen Hauterkrankung, die zu starker Trockenheit, Rissen und Schmerzen führen kann. Seine Familie hat erklärt, dass sich sein Zustand in der Haft aufgrund des Mangels an angemessener medizinischer Versorgung verschlimmert hat. Aus jüngsten öffentlichen Berichten geht auch hervor, dass seine Eltern ihn bei einem Gefängnisbesuch schwach und emotional gestört vorfanden und dass die Familie um seine Sicherheit im Gefängnis fürchtet.
Nach den internationalen Menschenrechtsnormen darf der Freiheitsentzug bei Minderjährigen nur als letztes Mittel und für die kürzeste angemessene Zeit angewendet werden. Minderjährige, denen die Freiheit entzogen ist, müssen menschlich und unter Berücksichtigung ihres Alters und ihrer Bedürfnisse behandelt werden. Sie müssen von den Erwachsenen getrennt werden, es sei denn, es liegt im Interesse des Kindes, dies nicht zu tun, und sie müssen umgehend Zugang zu rechtlichem Beistand, familiären Kontakten und angemessener medizinischer Versorgung haben.
Die Inhaftierung von Jonathan Muir Burgos erregt in der Öffentlichkeit Besorgnis, weil sie in ein größeres Muster der Kriminalisierung von Protest und Dissens auf Kuba zu passen scheint. In dieses Muster passen auch schwere strafrechtliche Anklagen gegen Personen, die lediglich an einer Demonstration teilgenommen haben. Amnesty International hat wiederholt dokumentiert, dass die kubanischen Behörden willkürliche Inhaftierungen, Schikanen, Strafverfahren und Gefängnisstrafen gegen Menschen verhängen, die friedlich von ihrem Recht auf freie Meinungsäußerung und friedliche Versammlung Gebrauch machen.
Amnesty International fordert die kubanischen Behörden auf, alle Menschen, die nur wegen der friedlichen Ausübung ihrer Menschenrechte inhaftiert sind, umgehend freizulassen. In Jonathan Muirs Fall müssen die Behörden sofort handeln, um das Leben, die Gesundheit, die Sicherheit und die Unversehrtheit des Minderjährigen zu schützen und sicherzustellen, dass alle Verfahren in vollem Umfang den internationalen Standards der Jugendgerichtsbarkeit und fairen Verfahren entsprechen.