Aserbaidschan: Medizinische Versorgung sicherstellen!

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Ein Plakat eines Mannes mit dunklen Haaren und Schnauzbart in einem grauen Anzug, daneben ist die aserbaidschanische Flagge aufgehängt.

Der aserbaidschanische Oppostionsführer Tofig Yagublu

Der Gesundheitszustand des inhaftierten Oppositionellen Tofig Yagublu verschlechtert sich immer weiter. Sein Knie ist so stark geschwollen, dass er es wegen starker Schmerzen nicht belasten kann. Tofig Yagublu muss umgehend und bedingungslos freigelassen werden und Zugang zu der dringend benötigten Gesundheitsversorgung erhalten.

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Dein Appell

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Sehr geehrter Herr Präsident,

ich mache mir Sorgen um den willkürlich inhaftierten Oppositionellen Tofig Yagublu, dessen Gesundheit sich immer mehr verschlechtert. Er war am 10. März 2025 in einem unfairen Gerichtsverfahren zu neun Jahren Haft verurteilt worden und ist in der Hafteinrichtung Nr. 17 in der Stadt Rezina inhaftiert. Momentan kann er sein Knie wegen starker Schwellungen und Schmerzen nicht belasten.

Auf die wiederholte Bitte seiner Familie hin wurde er in das Gefängniskrankenhaus gebracht und geröntgt. Die Untersuchung ergab jedoch keine eindeutige Diagnose. Anschließend wurde er in die Klinik Leyla Shikhlinskaya in Baku verlegt, wo eine MRT-Untersuchung durchgeführt wurde. Allerdings hatten mit Stand vom 15. Juni weder Tofig Yagublu noch seine Familie die Ergebnisse der Untersuchung erhalten, obwohl sie bereits mehr als vier Wochen zurücklag. Die Gefängnisbehörden weigern sich durchweg, die Ergebnisse herauszugeben, obwohl Tofig Yagublu eingewilligt hat, die Ergebnisse seiner Familie mitteilen zu lassen.

Tofig Yagublu hat mittlerweile so starke Schmerzen, dass er eine Gehhilfe benötigt. Seine Familie organisierte eine Krücke für ihn, doch die Gefängnisleitung erlaubte dies nicht und gab sie der Familie zurück.

Der Staat ist für die Sicherheit und das Wohlergehen aller Personen verantwortlich, die sich in seiner Obhut befinden. Deshalb muss der Staat den inhaftierten Personen angemessene Gesundheitsdienste zur Verfügung stellen, zu denen sie kostenlos und ohne Diskriminierung Zugang haben. 

Bitte lassen Sie Tofig Yagublu sofort und bedingungslos frei und sorgen Sie dafür, dass er Zugang zu der benötigten medizinischen Versorgung hat. Außerdem fordere ich Sie höflich auf, das Strafjustizsystem in Aserbaidschan nicht mehr länger dafür zu missbrauchen, Menschen ins Visier zu nehmen, die als Regierungskritiker*innen betrachtet werden bzw. ihr Recht auf freie Meinungsäußerung wahrnehmen.

Mit freundlichen Grüßen

Dear President Aliyev, 

I am writing to draw your attention to the rapidly deteriorating health of arbitrarily imprisoned political opposition leader Tofig Yagublu. He is held in Penitentiary Facility No 17 and is unable to bear weight on his knee due to severe pain and swelling. 

Following repeated demands by his family, he was taken to the penitentiary service hospital, where an X-ray was conducted but proved insufficient to diagnose his condition. He was subsequently transferred to Leyla Shikhlinskaya Hospital, where an MRI was performed. However, as of 15 June, more than four weeks after the MRI test, and despite Tofig Yagublu consenting to the results being shared with his family, the results of the MRI have not been shared with Tofig Yagublu or his family and the prison authorities have consistently refused to do so.

The pain has become so severe that he now requires a walking aid. His family have had to arrange for a crutch to be brought to him, but the prison authorities refuse to allow it and have returned it to the family.

The state bears responsibility for the life and health of all individuals in its custody. This includes ensuring access to adequate healthcare services free of charge and without discrimination and providing immediate medical attention in urgent situations. 

I urge you to immediately and unconditionally release Tofig Yagublu and ensure that he can access the healthcare he requires. I also call on the Azerbaijani authorities to stop misusing the criminal justice system to target dissent and freedom of expression.

Yours sincerely,

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Bitte abschicken bis: 23.12.2026

Appell an

lham Aliyev
19 Istiqlaliyyat Street
Baku AZ1066
ASERBAIDSCHAN

Sende eine Kopie an

Botschaft der Republik Aserbaidschan
S. E. Herrn Nasimi Aghayev
Klingelhöferstraße 20
10785 Berlin

Fax: 030-2191 6152
E-Mail: berlin@mission.mfa.gov.az

Amnesty fordert:

  • Bitte lassen Sie Tofig Yagublu sofort und bedingungslos frei und sorgen Sie dafür, dass er Zugang zu der benötigten medizinischen Versorgung hat.
  • Außerdem fordere ich Sie höflich auf, das Strafjustizsystem in Aserbaidschan nicht mehr länger dafür zu missbrauchen, Menschen ins Visier zu nehmen, die als Regierungskritiker*innen betrachtet werden bzw. ihr Recht auf freie Meinungsäußerung wahrnehmen.

Sachlage

Der Gesundheitszustand des willkürlich inhaftierten Oppositionellen Tofig Yagublu verschlechtert sich mittlerweile rapide. Der gewaltlose politische Gefangene war am 10. März 2025 in einem unfairen Gerichtsverfahren zu neun Jahren Haft verurteilt worden. Er ist in der Hafteinrichtung Nr. 17 in der Stadt Rezina inhaftiert. Momentan kann er sein Knie wegen starker Schwellungen und Schmerzen nicht belasten.

Auf die wiederholte Bitte seiner Familie hin wurde er in das Gefängniskrankenhaus gebracht und geröntgt. Die Untersuchung ergab jedoch keine eindeutige Diagnose. Anschließend wurde er in die Klinik Leyla Shikhlinskaya in Baku verlegt, wo eine MRT-Untersuchung durchgeführt wurde. Allerdings hatten mit Stand vom 15. Juni weder Tofig Yagublu noch seine Familie die Ergebnisse der Untersuchung erhalten, obwohl sie bereits mehr als vier Wochen zurücklag. Die Gefängnisbehörden weigern sich durchweg, die Ergebnisse herauszugeben, obwohl Tofig Yagublu eingewilligt hat, die Ergebnisse seiner Familie mitteilen zu lassen.

Die Schwellung an seinem Knie war bereits während seiner Untersuchungshaft in Kurdakhani im Zuge mehrerer Untersuchungen dokumentiert worden. Zunächst wurde er angewiesen, keine Kniestütze zu tragen. Nach der MRT-Untersuchung empfahl die behandelnde Ärztin jedoch nachdrücklich das Tragen einer Kniestütze.

Er hat mittlerweile so starke Schmerzen, dass er eine Gehhilfe benötigt. Seine Familie organisierte eine Krücke für ihn, doch die Gefängnisleitung erlaubte dies nicht und gab sie der Familie zurück.

Der Staat ist für die Sicherheit und das Wohlergehen aller Personen verantwortlich, die sich in seiner Obhut befinden. Deshalb muss der Staat den inhaftierten Personen angemessene Gesundheitsdienste zur Verfügung stellen, zu denen sie kostenlos und ohne Diskriminierung Zugang haben. Die Behörden müssen insbesondere in dringenden Fällen den raschen Zugang zu medizinischer Versorgung sicherstellen.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Tofig Yagublu ist ein bekannter Oppositioneller, ein ehemaliger Journalist und ein scharfer Kritiker der aserbaidschanischen Regierung. Er ist Mitglied der Oppositionspartei Musavat und engagiert sich stark im NCDF, einem Zusammenschluss von Oppositionsparteien und Aktivist*innen. Tofig Yagublu ist seit langem im Visier der aserbaidschanischen Behörden, weil er die Korruption der Regierung und Menschenrechtsverletzungen kritisiert. Er war bereits zuvor wegen konstruierter, politisch motivierter Anklagen inhaftiert.

Am 14. Dezember 2023 nahmen Polizist*innen Tofig Yagublu fest, als er im Zentrum der Hauptstadt Baku aus der U-Bahn stieg. Später behaupteten sie, in der Wohnung seiner Familie 5.000 Euro, 2.500 Manat und einen nicht näher bezeichneten Betrag an US-Dollar gefunden zu haben. Nach Angaben von Nigar Hazi, der Tochter von Tofig Yagublu, haben die Polizist*innen ihrem Vater das Geld untergeschoben. Der Besitz von Bargeld, einschließlich ausländischer Währungen, stellt gemäß aserbaidschanischem Recht keine Straftat dar.

Am 10. März 2025 verurteilte das Gericht für Schwere Kriminalität in Baku Tofig Yagublu wegen "Betrugs mit erheblichem Schaden" (Paragraf 178.3.2 des Strafgesetzbuchs) und "Urkundenfälschung" (Paragraf 320.1 und 320.2) zu neun Jahren Haft. Tofig Yagublu hat die Vorwürfe stets bestritten. Am 20. Mai 2025 bestätigte das Berufungsgericht in Baku die Haftstrafe in einem Verfahren, das weithin als symptomatisch für die großflächige Unterdrückung kritischer Stimmen betrachtet wurde. Am 1. April kündigte Tofig Yahublu einen Hungerstreik an, um gegen das "unbegründete, unrechtmäßige und unehrenhafte Urteil" zu protestieren.

Tofig Yagublu wurde in der Hafteinrichtung Nr. 17 ohne Begründung mehr als 15 Tage lang in Quarantäne gehalten, bevor er am 8. Mai 2026 in einen allgemeinen Gefängnistrakt verlegt wurde. Die unbegründete Strafverfolgung von Tofig Yagublu ist Teil des anhaltenden Vorgehens der aserbaidschanischen Behörden gegen Menschenrechtsverteidiger*innen, Regierungskritiker*innen, unabhängige Medien und alle Andersdenkenden. So wurden in jüngster Zeit noch weitere Oppositionelle wegen ähnlich haltloser Anklagen inhaftiert.