Äquatorialguinea: Menschenrechtler freilassen!
Der Menschenrechtsverteidiger Joaquín Elo Ayeto aus Äquatorialguinea (undatiertes Foto)
© privat
Seit der Menschenrechtsverteidiger Joaquín Elo Ayeto am 13. August 2024 in das Oveng-Azem-Gefängnis verlegt wurde, hat niemand mehr von ihm gehört. Joaquín Elo Ayeto war am 1. August 2024 festgenommen worden. Ihm wird vorgeworfen, über die zivilgesellschaftliche Plattform Somos+, die nach Ansicht der Behörden nicht rechtmäßig registriert ist, illegale Aktivitäten durchgeführt zu haben. Besorgniserregend ist auch, dass er seiner Familie zufolge zum Zeitpunkt seiner Festnahme an Malaria und an Typhus litt.
Setzt euch für Joaquín Elo Ayeto ein!
Appell an
Teodoro Obiang Nguema Mbasogo
Palacio Presidencial de Guinea Ecuatorial
Avenida de Libertad
Malabo
ÄQUATORIALGUINEA
Sende eine Kopie an
Botschaft der Republik Äquatorialguinea
Herrn Sisinio Eyebe Mbana Makina
Geschäftsträger a.i.
Rohlfsstraße 17–19
14195 Berlin
Fax: 030-8866 3879
E-Mail: botschaft@guinea-ecuatorial.de
Amnesty fordert:
- Lassen Sie Joaquín Elo Ayeto bitte umgehend frei, da er nur wegen der friedlichen Wahrnehmung seiner Menschenrechte inhaftiert ist.
- Sorgen Sie bis zu seiner Freilassung dafür, dass die internationalen Menschenrechtsnormen gewahrt werden, indem Sie alle erforderlichen Maßnahmen ergreifen, damit Joaquín Elo Ayeto sofortigen Zugang zu seiner Familie, Rechtsbeiständen und der nötigen medizinischen Versorgung erhält.
Sachlage
Die willkürliche Inhaftierung des als "Paysa" bekannten Menschenrechtsverteidigers Joaquín Elo Ayeto gibt Anlass zu großer Sorge. Seit mehr als einem Jahr hat man nichts mehr von ihm gehört.
Seit seiner Verlegung in das Oveng-Azem-Gefängnis in der Stadt Mongomo im Osten Äquatorialguineas am 13. August 2024 ist Joaquín Elo Ayeto ohne Kontakt zur Außenwelt. Seine Familie weiß nicht, ob er tot oder lebendig ist. Vor mehr als einem Monat reiste ein Angehöriger mehr als 400 Kilometer, um Joaquín Elo Ayeto zu sehen. Ihm wurde jedoch der Zugang zum Oveng-Azem-Gefängnis mit der Begründung verweigert, den Häftlingen sei kein Besuch erlaubt. Es verstößt gegen das Völkerrecht, Häftlingen den Zugang zu ihren Familien und Rechtsbeiständen zu verweigern.
Höchst besorgniserregend ist auch die Tatsache, dass Joaquín Elo Ayeto nach Angaben seiner Familie zum Zeitpunkt seiner Festnahme an Typhus und Malaria litt. Dass seine Familie keine Informationen zum aktuellen Verbleib und Wohlergehen von Joaquín Elo Ayeto hat, sorgt für zunehmende Verzweiflung und Ratlosigkeit.
Joaquín Elo Ayeto wurde bereits mehrmals im Zusammenhang mit seiner Arbeit als Menschenrechtler festgenommen. Seine Inhaftierung ist willkürlich und verstößt gegen Artikel 13 der Verfassung von Äquatorialguinea sowie die Menschenrechtsverpflichtungen des Landes, insbesondere gegen die Rechte auf Meinungs-, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit.
Hintergrundinformation
Joaquín Elo Ayeto ist Mitglied der politischen Oppositionspartei CPDS und gehört der Koordinierungsgruppe für die zivilgesellschaftliche Plattform Somos+ an, die seit 2015 besteht und sich für die Menschenrechte einsetzt.
Am 1. August 2024 wurde Joaquín Elo Ayeto bei sich zuhause in der Hauptstadt Malabo willkürlich festgenommen, nachdem sich Angehörige der Gendarmerie Zutritt zu seinem Haus verschafft hatten. Er wurde auf eine Gendarmeriestation in Malabo gebracht, die als La Luna bekannt ist. Am 9. August 2024 wurde Joaquín Elo Ayeto in das Black-Beach-Gefängnis in Malabo verlegt.
Wenige Tage vor seiner Festnahme hatten Joaquín Elo Ayeto und einige weitere Personen der Insel Annobón die französische Botschaft in Malabo aufgesucht, um die Zusammenarbeit zwischen der Botschaft und der Menschenrechtsplattform Somos+ zu stärken. Somos+ deckte Menschenrechtsverletzungen auf, die jüngst auf der Insel Annobón begangen wurden, nachdem Bewohner*innen gegen die Auswirkungen von Dynamitexplosionen im Bergbau demonstriert hatten.