Jetzt Menschen aus den Lagern in Griechenland evakuieren!

Eine junge Frau trägt ein Kleinkind über einen Holzsteg, der über einen Graben mit Müll gelegt wurde. Im Hintergrund sieht man auf schlammigen Boden verschiedene Zelte und weitere Personen. Es regnet und der Himmel ist düster.

Eine junge Frau trägt ihr Kind über eine provisorische Brücke im Flüchtlingscamp Moria auf der griechischen Insel Lesbos

Wir alle erleben während der Corona-Krise, wie wichtig Solidarität im gemeinsamen Handeln ist. Doch nicht alle Menschen sind in der Lage, sich vor COVID-19 zu schützen. Dazu zählen die Schutzsuchenden in griechischen Lagern, die vor allem auf den Inseln in unmenschlichen und beengten Verhältnissen leben.

Wir betreuen unsere Kinder zu Hause, waschen oft unsere Hände. Wir schränken unsere Begegnungen mit Freunden und Fremden ein: Wir versuchen alles uns Mögliche, um die Ansteckungsketten zu unterbrechen oder zu verlangsamen.

Doch diese Maßnahmen sind in den Flüchtlingscamps in Griechenland unmöglich. Zu viele Menschen leben viel zu dicht aufeinander. Insgesamt sind über 40.000 Menschen auf die griechischen Inseln geflohen. Überall sind die hygienischen Verhältnisse und die medizinische Versorgung katastrophal.

Allein im Flüchtlingscamp Moria auf Lesbos leben aktuell mehr als 20.000 Menschen, obwohl es nur für 3.000 Menschen angelegt wurde. In einigen Teilen des Flüchtlingscamps gibt es nur einen Wasseranschluss, den sich 1300 Menschen teilen. Familien mit fünf oder sechs Personen schlafen teilweise auf gerade mal drei Quadratmetern.

"Social-Distancing" ist schlicht nicht umsetzbar. Ein Corona-Ausbruch wird sich in den beengten Lagern nicht stoppen lassen. Wir dürfen nicht zulassen, dass Frauen, Männer und Kinder in diesen menschenunwürdigen Bedingungen allein gelassen werden. Sie müssen jetzt sofort evakuiert werden.

Fordere von der Bundeskanzlerin die Evakuierung der Menschen aus den Lagern!

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Dein Appell

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Merkel,

die Bedingungen in den völlig überfüllten Flüchtlingslagern in Griechenland verschärfen sich ständig. Gerade ist ein sechsjähriges Mädchen bei einem Brand auf Lesbos gestorben. Allein im Flüchtlingscamp Moria leben rund 21.000 Menschen, wo maximal 3.000 Platz haben. Es ist eine humanitäre Krise.

Die Menschen haben bereits jetzt nur eine äußerst mangelhafte medizinische Versorgung und leben in extrem beengten Verhältnissen. Aufrufe zum "Social-Distancing" können unter diesen Bedingungen nicht helfen oder sind schlicht und einfach nicht möglich. Daher bedroht die Corona-Pandemie das Leben Tausender Kinder, Frauen und Männer.

Wir begrüßen, dass die Bundesregierung an der Zusage einiger aufnahmebereiter EU-Staaten festhalten will, europaweit 1.600 unbegleitete und kranke Kinder aus den Lagern aufzunehmen. Doch dies ist angesichts eines möglichen Corona-Ausbruchs unter den dortigen Umständen nicht genug.

Daher fordern wir Sie – wie auch die anderen europäischen Staats- und Regierungschefs – auf, sich entschlossen dafür einzusetzen, dass:

  • die europäischen Staaten dabei helfen, jetzt Frauen, Männer und Kinder aus den Lagern von den Inseln zu evakuieren und sie an Orten unterbringen, wo sie mit dem Notwendigsten versorgt und vor dem Virus geschützt sind.
  • Deutschland jetzt gemeinsam mit anderen europäischen Staaten Griechenland humanitär und finanziell unterstützt.
  • zeitnah besonders schutzbedürftige geflüchtete Menschen aus Griechenland in Deutschland aufgenommen werden (unter Beachtung von Quarantäne-Maßnahmen, wie sie auch für deutsche RückkehrerInnen gelten).

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Weitere Aktionen

Viele Bürger_innen sind zutiefst über die Situation in den Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln besorgt. Daher haben sich auch zahlreiche andere Initiativen gebildet wie #LeaveNoOneBehind. Dies ist gemeinsame Initiative der Seebrücke und vieler Prominenter und Politiker_innen und anderer.

Aufgrund der großen Dringlichkeit gilt es möglichst schnell großen öffentlichen Druck aufzubauen. Prüft daher auch Eure Beteiligung an diesen Initiativen und den gemeinsamen Aktionen. Hier kann diese Petition an die Europäische Kommission und die europäischen Regierungen unterschrieben werden: http://chng.it/VQrDjHB6H9

Weitere Aktionsideen der Initiative in Zeiten von Corona findet ihr hier auf der Website der Seebrücke: https://seebruecke.org/aktionsideen/