Aktiv für Amnesty
Amnesty-Mitglieder geben den Opfern von Menschenrechtsverletzungen eine Stimme und tragen somit einen unentbehrlichen Teil zur Arbeit von Amnesty International bei. Erfahren Sie mehr über weitere Aktionen und geplante Veranstaltungen auf Aktiv vor Ort und Kalender.
Schluss mit den politischen Morden in Russland!
Berlin Die unabhängige Menschenrechtsarbeit in Russland ist in den vergangenen Jahren immer gefährlicher geworden. Bestürzt musste Amnesty International eine nicht abreißende Serie politischer Morde zur Kenntnis nehmen, unter anderem an den Journalistinnen Anna Politkowskaja und Anastassija Baburowa, dem Rechtsanwalt Stanislaw Markelow, den Menschenrechtlerinnen Natalja Estemirowa und Sarema Sadulajewa und deren Ehemann. Anlässlich des jährlichen Sommerballs in der Botschaft der Russischen Föderation in Berlin erinnerten Mitglieder und Unterstützer von Amnesty am 4. September mit einer Mahnwache an das Schicksal von Menschenrechtsverteidigern in Russland. Während in der Botschaft die offiziellen Kontakte gepflegt wurden, machten die 80 Teilnehmer der Mahnwache vor dem Gebäude deutlich, dass es angesichts der Morde kein "business as usual" geben kann und forderten, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden.
Niemand darf verschwinden!
Hannover Weltweit lassen repressive Regime ihre politischen Gegner verschwinden. Mit verschiedenen Aktionen erinnerte Amnesty International am 30. August 2009, dem "Internationalen Tag der Verschwundenen", an das Schicksal von Menschen, die entführt, verschleppt oder verhaftet wurden und an geheimen Orten und ohne Kontakt zu Familie und Anwälten festgehalten werden. Auf einducksvolle Weise machte die Amnesty-Gruppe Hannover Land für den Bezirk Hannover auf diese Menschen aufmerksam: Zwölf schwarze Sperrholzfiguren wurden mit dem Foto, Namen und Herkunftsland eines Menschen versehen, der irgendwo auf der Welt dem "Verschwindenlassen" zum Opfer gefallen ist. Die Figuren wurden dann in der Fußgängerzone aufgestellt und weckten das Interesse vieler Passanten. An ihrem Informationsstand sammelten die Amnesty-Mitglieder Unterschriften für Petitionen, in denen die Regierungen Pakistans und Haitis aufgefordert werden, das "Internationale Übereinkommen zum Schutz aller Personen vor dem Verschwindenlassen" zu ratifizieren.
Mahnwache vor der libyschen Botschaft
Berlin Am 31. August, dem Vortag des 40. Jahrestages der Machtübernahme von Mu’ammar al-Gaddafi, versammelten sich Amnesty-Mitglieder, unterstützt von Exillibyern aus Deutschland und Europa, vor der libyschen Botschaft in Berlin, zu einer Mahnwache, um auf die schweren Menschenrechtsverletzungen in dem Land aufmerksam zu machen. Nachdem sich ein Diplomat bei der Polizei beschwert hatte, mussten die Teilnehmer größeren Abstand zur Botschaft einhalten. Die gesamte Zeit über ließen die Botschaftsvertreter filmen und machten Aufnahmen vor und aus dem Gebäude heraus, um die Teilnehmer der Mahnwache einzuschüchtern.
Mit dem Fahrrad für die gute Sache
Die "13. Radtour für die Menschenrechte" führte dieses Jahr von Dresden nach Berlin.
Bei strahlendem Sonnenschein startete Ende Juli die von Amnesty organisierte "Radtour für die Menschenrechte 2009". Sie führte eine Woche lang von Dresden entlang der Spree bis nach Berlin. Unterwegs veranstalteten die rund 30 Teilnehmer in vielen Orten Stände, um über die Amnesty-Arbeit zu informieren. Cottbus besitzt als eine der wenigen Städte der Region bereits eine eigene Amnesty-Gruppe. Diese organisierte anlässlich der Radtour einen Kinoabend, bei dem ein Film über irakische Flüchtlingskinder gezeigt wurde.
Kinder und ihre Rechte standen im Fokus dieser 13. Radtour für die Menschenrechte. Das 20-jährige Bestehen der UNO-Kinderrechtskonvention war der Anlass, um auf die schweren Menschenrechtsverletzungen gegen Kinder aufmerksam zu machen, die in vielen Ländern an der Tagesordnung sind.
Die Teilnehmer der Radtour informierten über Kindersoldaten in einigen afrikanischen Ländern und über den Fall der 15-jährigen Maina Sunuwar, die in einem nepalesischen Gefängnis gefoltert worden war und schließlich an den Folgen verstarb. Sie machten außerdem darauf aufmerksam, dass die USA neben Somalia das einzige UNO-Mitglied sind, das die Konvention bis heute nicht ratifiziert hat und Minderjährige noch immer lebenslänglich inhaftiert.
Der Erfolg der Aktion kann sich sehen lassen: 500 Unterschriften sammelten die Radfahrer für eine Petition, welche die USA zur Ratifizierung des Abkommens auffordert. Die Radtour für die Menschenrechte gibt es bereits seit 1997. In den vergangenen Jahren führte die Tour unter anderem von Heidelberg nach Brüssel, wo man der Europäischen Union Petitionen zu Frauenrechten übergab. Auf einer Fahrt durch Bayern, Österreich und Tschechien wurden in einer russischen Puppe Unterschriften zur Freilassung eines russischen Journalisten gesammelt.
Inzwischen gibt es einen festen Kern, der jedes Jahr mitfährt. "Es geht darum, das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden", so Amnesty-Mitglied Jochen Dreetz. Und so ist die allsommerliche Radtour einerseits ein geselliges Erlebnis für Sport- und Naturliebhaber und andererseits wichtiger Höhepunkt des gemeinsamen Engagements für die Menschenrechte. Im nächsten Jahr soll die Tour vom 31. Juli bis 7. August entlang des Havel- und des Elbufers von Berlin nach Hamburg führen. Lust, mitzufahren?
Anmeldungen bitte an Jochen_Dreetz@freenet.de
Von Sara Fremberg
Seminare
Goslar 20. bis 22. November: Europäische Asylpolitik: Aktuelle Entwicklungen. Anmeldung: St. Jakobushaus, z.Hd. Herrn Paulus, Reußstraße 4, 38640 Goslar,
Tel.: 053 21 - 342 60, Fax: 053 21 - 34 26 26. E-Mail: info@jakobushaus.de
Würzburg Die folgenden Seminare finden in der Akademie Frankenwarte statt.
Anmeldung: Akademie Frankenwarte, z.Hd. Frau Momper, Postfach 5580,
97005 Würzburg, Tel.: 0931 - 804 64 - 333; Fax: 0931 - 804 64 - 44; E-Mail: thea.momper@frankenwarte.de, www.frankenwarte.de
- Oktober bis 1. November: Menschenrechte und wirtschaftliche Aktivitäten –
Mehr Chancen oder mehr Risiken? - bis 15. November: Mit Recht gegen Kinderarmut – Wie Menschenrechte Kinder
in extremer Armut stärken