Kultur 11. Juli 2017

Fotoausstellung: Menschen auf der Flucht

Eine MAGNUM-PHOTOS-Ausstellung in Kooperation mit Amnesty International
Titelbild der "Magnum Photos" Ausstellung mit Überschrift und Zitat, Artikel 14, Allgemeine Erklärung der Menschrechte

Die 30 Tafeln einer Magnum-Photos-Ausstellung erzählen eine große Geschichte – die von Flucht und Vertreibung.

Die beeindruckenden Bilder erlauben einen Einblick in die individuellen, alltäglichen Geschichten von geflüchteten Menschen: Was heißt es, auf der Flucht zu sein? Was bedeutet es, gesellschaftlicher Umwälzung, Bedrohung und Tod zu begegnen und gezwungen zu sein, das eigene Zuhause zu verlassen, um einen sicheren Ort zu suchen?

Große Fluchtbewegungen sind nichts Neues. Die Ausstellung umreißt die vergangenen 70 Jahre und blickt zurück bis zum Zweiten Weltkrieg – einer Zeit massiver Vertreibungen.

Damals wie heute haben Fotografinnen und Fotografen vor Ort die Ereignisse dokumentiert. Die vorliegende Auswahl von Fotografien greift die folgenden Themen auf: Krieg und Chaos, Suche nach Sicherheit, Leben in Unsicherheit, Mauern und Zäune, Leben von Tag zu Tag und geteilte Verantwortung.

Ende 2016 waren weltweit mehr als 65 Millionen Menschen aufgrund von bewaffneten Konflikten und Verfolgung gezwungen, ihr Zuhause zu verlassen. Mehr als 22 Millionen Menschen aller Geschlechter und Altersgruppen sind deshalb aus ihren Heimatländern geflohen. 

Die sogenannte Flüchtlingskrise erscheint heute als unlösbares Problem. Dabei offenbart sich vor allem eine Krise der Verantwortung und der Solidarität. Die bestehenden Herausforderungen könnten gut bewältigt werden, wenn die europäischen Regierungen sich untereinander solidarisch zeigen und sich entschlossen für eine menschenwürdige Aufnahme von Flüchtlingen einsetzen würden.

Viel Geld, wenig Schutz

Infografik mit Weltkarte, Text und Zahlen zu anerkannten Flüchtlingen und Asylsuchenden 2016

Infografik über die Zahl anerkannter Flüchtlinge und Asylsuchender bis Mitte 2016

Auf dieser Karte ist zu sehen, welche Länder die meisten Geflüchteten aufnehmen – und dass sich die wohlhabendsten Ländern aus der Verantwortung ziehen. Die USA, China, Japan, Deutschland, Großbritannien und Frankreich sind die sechs reichsten Länder der Welt und stellen gemeinsam über die Hälfte der globalen Wirtschaftsmacht.

Doch sie beherbergen zusammen weniger als 9 Prozent aller Flüchtlinge weltweit.

Die sechs Länder und Territorien mit den meisten Geflüchteten und Asylsuchenden sind Jordanien, die Türkei, die besetzten palästinensischen Gebiete, Pakistan, der Libanon und Südafrika. Diese sechs Länder beherbergen zusammen mehr als 50 Prozent aller Geflüchteten weltweit – fast 12 Millionen Menschen – obwohl sie weniger als 2 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung erbringen.

Rund 65 Millionen Menschen auf der ganzen Welt sind zurzeit auf der Flucht, suchen Asyl oder sind aufgrund von Krieg, Konflikt oder Verfolgung im eigenen Land vertrieben worden. Der Krieg in Syrien ist ein Haupt­grund für diese Krise, doch Menschen flüch­ten auch vor anderen Konflikten wie dem im Irak, im Jemen, der Zentralafrikanischen Republik, Burundi, Nigeria und im Südsudan. 

Leben in Unsicherheit

Ausstellungstafel mit Text zu der gezeigten Fotografie. Zu sehen ist eine lächelnde Frau vor einem Flüchtlingscamp

Newsha Tavakolian 2016. KAKUMA CAMP, KENIA

Viele Länder mit mittlerem oder niedrigem Einkommen beherbergen seit Jahren Millionen von Menschen, die vor Krieg und Verfolgung fliehen. Da die reicheren Nationen keine Verantwortung für diese Geflüchteten übernehmen, verwandeln sich ihre Leben in eine Endloswarteschleife. 

In Kakuma sollten nur vorübergehend sudane­sische Bürgerkriegsflüchtlinge untergebracht werden. Inzwischen ist Kakuma das dauerhafte Zuhause für Tausende Menschen. Fünf Bewohnerinnen und Bewohner nahmen im Flüchtlingsteam an den Olympischen Spielen 2016 in Rio teil. 

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