Aktuell Deutschland 20. Oktober 2017

Ja zum Flüchtlingsschutz

Interview mit Amnesty-Mitglied Virginia
Großaufnahme einer jungen Frau vor dunkelblauem Hintergrund, die entschlossen in die Kamera blickt

Virginia, Amnesty-Mitglied und Teilnehmerin der Amnesty-Kampagne "Einmischen für Menschenrechte" zur Bundestagswahl 2017

Tausende Menschen haben vor der Bundestagswahl bei unserer Kampagne "Einmischen für Menschenrechte" mitgemacht und an ihre Bundestagskandidatinnen und -kandidaten klare Forderungen nach einer menschenrechtsbasierten Politik formuliert. Amnesty-Mitglied Virginia erzählt im Interview, warum sie sich im Rahmen dieser Kampagne für mehr Schutz für Flüchtlinge stark gemacht hat.

Warum hast du dich entschieden, Teil der Kampagne "Einmischen für Menschenrechte" zu werden und Gesicht zu zeigen?

Als italienische Staatsbürgerin darf ich nicht an der deutschen Bundestagswahl teilnehmen. Doch ich lebe in Deutschland seit vielen Jahren und möchte auch am politischen Leben partizipieren. Insbesondere ist mir wichtig, dass meine Stimme zu den Themen, die mir wichtig sind, auch gehört wird. Die Teilnahme an der Kampagne „Einmischen für Menschenrechte“ ist eine große  Chance gewesen, eine mir am Herzen liegende Forderung zum Ausdruck zu bringen. Dafür zeige ich gerne mein Gesicht.

Seit wann und warum bist du Mitglied bei Amnesty und was ist dein ganz persönliches Anliegen im Kampf für die Menschenrechte?

Meine Eltern waren bereits Förderer von Amnesty, daher war „Menschenrechte“ in meiner Kindheit und Jugend schon ein wichtiger Begriff. Als ich noch in Italien gelebt habe, war ich zunächst in einer Jugendgruppe aktiv, nach dem Umzug nach Deutschland bin ich 2007 einer Amnesty-Gruppe in Berlin beigetreten. Seit Mai 2017 bin ich Referentin für Neue Mitglieder im Bezirk Berlin- Brandenburg. Themen, die ich besonders wichtig finde, sind: Kinder- und Frauenrechte, Menschenrechtsbildung und Flüchtlingsschutz.

 

Eine junge Frau mit braunen langen Haaren blickt entschlossen in die Kamera unterhalb ihres Gesichts kann man den Slogan Lesen:"Ja zum Flüchtlingsschutz."

 

Auf den bundesweit aufgehängten Plakaten bist du mit der Amnesty-Forderung "Ja zum Flüchtlingsschutz" zu sehen. Warum ist der Flüchtlingsschutz so ein wichtiges Thema?

Millionen Menschen sind gezwungen, ihre Heimat zu verlassen, weil sie dort kein sicheres, menschenwürdiges Leben führen können. Das Bedürfnis nach Sicherheit und besseren Lebensbedingungen für sich und ihre Familie sind vollkommen nachvollziehbar. Menschen, die sich auf eine lebensgefährliche Reise ins Unbekannte aufmachen, brauchen Hilfe, Schutz und eine Chance auf ein besseres Leben. Doch stoßen sie stattdessen oft auf Hass und Ablehnung. Deutschland will sich, wie viele andere europäischen Staaten, seiner Verantwortung nicht stellen. Dies muss sich meiner Meinung nach dringend ändern.

Derzeit laufen Sondierungsgespräche – was wünschst du dir von der künftigen Bundesregierung?

Ich wünsche mir, dass sich die neue Bundesregierung auf Bundes- und Europaebene für einen effektiven Flüchtlingsschutz einsetzt. Des Weiteren wünsche ich mir, dass das Asylrecht in Deutschland geändert, erweitert und angepasst wird. Ich möchte auch, dass die neue Bundesregierung zahlreiche Maßnahmen ergreift, um Menschen mit Migrationshintergrund oder Fluchterfahrungen in das berufliche, gesellschaftliche, soziale und politische Leben hierzulande zu integrieren.

Weitere Informationen zur Kampagne findest du auf www.amnesty.de/einmischen

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