Aktuell Ägypten 13. November 2015

144.500 Menschen fordern die Freilassung von Mahmoud Hussein

Mahmoud Hussein trug ein T-Shirt mit der Aufschrift "Nation ohne Folter", wurde festgenommen und gefoltert

Mahmoud Hussein trug ein T-Shirt mit der Aufschrift "Nation ohne Folter", wurde festgenommen und gefoltert

16. November 2015 – Fast 145.000 Menschen aus 138 Ländern haben eine Petition von Amnesty International unterschrieben, die die sofortige und bedingungslose Freilassung des 19-jährigen Studenten Mahmoud Mohamed Ahmed Hussein fordert. Mahmoud Hussein sitzt seit fast zwei Jahren ohne Anklageerhebung im Gefängnis. Er wurde festgenommen, weil er ein T-Shirt mit der Aufschrift "Nation ohne Folter" und einen Schal mit dem Logo der "Revolution des 25. Januar" getragen hatte.

Amnesty International hat eine Petition mit 144.593 Unterschriften – darunter 23.848 Unterschriften gesammelt von Amnesty Deutschland - an die Staatsanwaltschaft in Ägypten geschickt. Mit der Petition fordern fast 145.000 den Staatsanwalt auf, die Freilassung von Mahmoud Hussein anzuordnen. Der für den 16. November angesetzte Gerichtstermin in Kairo wurde nach Angaben der Familie auf den 17. November verschoben. Der Richter entscheidet dann darüber, ob Mahmoud Hussein weitere 45 Tage eingesperrt wird oder ob seine Freilassung angeordnet wird.

Mahmoud Hussein befindet sich seit dem 25. Januar 2014 in Untersuchungshaft. Er wurde auf dem Weg nach Hause in einem Bus festgenommen. Zuvor hatte er an einer Demonstration anlässlich des dritten Jahrestags des Volksaufstands von 2011 teilgenommen. Der Bus hielt an einem Polizeikontrollpunkt in El-Marg, einem Viertel im Nordosten Kairos. Mahmoud Hussein wurde von Polizisten aus dem Bus heraus wegen seines Antifolter-T-Shirts und seines Schals festgenommen.

Die bittere Ironie dabei ist, dass Mahmoud Hussein, der sich für eine Nation ohne Folter einsetzt, bei seiner Festnahme und in Haft von den Sicherheitskräften gefoltert und misshandelt wurde. Nachdem er von Beamten der nationalen Sicherheitsbehörde mit Stromschlägen an Händen, Rücken und Hoden gefoltert worden war, legte der damals 18-Jährige ein "Geständnis" ab, das auf Video aufgenommen wurde. Die konstruierten Vorwürfe gegen ihn lauteten "Besitz von Molotowcocktails und Handgranaten", "Mitgliedschaft in einer verbotenen Gruppierung" und "Teilnahme an einer illegalen Demonstration gegen Bezahlung".

Mahmoud Hussein wird seit 22 Monaten in Haft gehalten, ohne dass formell Anklage gegen ihn erhoben wurde. Stattdessen verlängert der Richter alle 45 Tage die Haftanordnung. Nach ägyptischem Recht kann eine Person, die wegen einer Straftat angeklagt wird, welche zu lebenslanger Haft oder Todesstrafe führen könnte, bis zu zwei Jahren in Untersuchungshaft gehalten werden.

Mahmouds Husseins Familie hat Amnesty International berichtet, dass sie wegen den Folter- und Misshandlungsvorwürfen Beschwerde bei der Staatsanwaltschaft eingereicht hat. Das Büro der Staatsanwaltschaft erklärte daraufhin, dass eine Untersuchung der Beschwerde eingeleitet worden sei. Bislang ist die Familie allerdings nicht über Ergebnisse informiert worden. Mahmoud Hussein wird im Tora-Gefängnis in Kairo gefangen gehalten. Amnesty International betrachtet Mahmoud Hussein als einen gewaltlosen politischen Gefangenen und fordert seine sofortige und bedingungslose Freilassung.

Setzen Sie sich bis zum 30. November mit der aktuellen Urgent Action für Mahmoud Hussein ein!

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