Aktuell 08. Oktober 2015

Amnesty-Veranstaltungen auf der Buchmesse

Einer der Höhepunkte der Amnesty-Veranstaltungen wird die Podiumsdiskussion mit Lesung aus "Indonesien 1965: Aufarbeitung durch Literatur" sein: Die indonesischen Autoren Putu Oka Sukanta und Soe Tjen Marching diskutieren über den Beitrag der indonesischen Literatur zur Aufarbeitung des Massenmordes von 1965. Außerdem erzählen ein Flüchtling aus Pakistan und ein Asylsuchender aus Eritrea die Geschichte ihrer Flucht und Eva Demski liest aus dem Buch "1.000 Peitschenhiebe" des saudi-arabischen Bloggers Raif Badawi.

 

Indonesien 1965: Aufarbeitung durch Literatur

Am Samstag um 18 Uhr diskutieren Putu Oka Sukanta, Ita F. Nadia und Soe Tjen Marching wie Kulturschaffende einen Beitrag zur gesellschaftlichen Auseinandersetzung und zur staatlichen Aufarbeitung des Massenmordes unter General Suharto an mindestens 500.000 Menschen leisten können.

"Die überlebenden Opfer erfuhren einen Ziviltod", schreibt Putu Oka Sukanta. Er ist ein Überlebender von 1965 und in Indonesien ein bekannter Dichter. Er war viele Jahre inhaftiert und seine Bücher lange Zeit nur im Ausland bekannt. In Romanen, Kurzgeschichten und Gedichten, die zum Teil auch auf Deutsch erschienen sind, setzt sich Putu Oka Sukanta mit gesellschaftspolitischen Themen auseinander und nimmt sich auch der Frage an, welche Veränderungen in der indonesischen Gesellschaft heute notwendig sind.

Ita F. Nadia ist eine der führenden indonesischen Expertinnen zu den geschlechtsspezifischen Aspekten von Gewalt im Zusammenhang mit den Menschenrechtsverletzungen von 1965. Sie hat jahrelang weibliche Überlebende interviewt und ihre Erzählungen gesammelt und in ihrem Buch "Suara Perempuan Korban Tragedi 65" ("Die Stimmen der weiblichen Opfer der Tragödie von 1965") veröffentlicht.

Die Autorin und Musikerin Soe Tjen Marching gehört zur Generation der Enkel der Männer und Frauen, die die Massentötungen an Kommunisten ab 1965 miterlebt haben. Die Wurzeln von Soe Tjens Familie liegen in China. Ihre Familie wurde in Indonesien diskriminiert, weil Chinesen dort unter Generalverdacht standen und stehen, Kommunisten zu sein. Sie schreibt gerade an einem Buch über die Opfer des Massenmordes von 1965.

Die Geschichte meiner Flucht

Angesichts von Verfolgung, Krisen und zunehmenden bewaffneten Konflikten kommen auch nach Europa immer mehr Flüchtlinge. Viele sind traumatisiert, nicht nur von Krieg und Folter, sondern auch durch die Erlebnisse auf ihrer Flucht. Flüchtlinge aus Pakistan und Eritrea erzählen die Geschichte ihrer Flucht.

"1.000 Peitschenhiebe: Weil ich sage, was ich denke" - Eva Demski liest Raif Badawi

Die Schriftstellerin Eva Demski liest am Sonntag um 13 Uhr aus dem Buch "1.000 Peitschenhiebe: Weil ich sage, was ich denke" des saudi-arabischen Bloggers Raif Badawi.

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