Aktuell Irak 05. Januar 2015

Bewaffnete Konflikte im Irak

Bewaffnete Konflikte im Irak
Sexuelle Gewalt gegen jesidische Frauen

Angst vor IS-Kriegern: Jesidische Flüchtlinge im Nordirak

Dezember 2014 - Die Kämpfer der bewaffneten Gruppe, die sich selbst als „Islamischer Staat“ (IS) bezeichnet, verüben sexuelle Gewalt gegen die jesidische Minderheit im Irak. Frauen und Kinder werden von den IS-Kämpfern gefoltert, vergewaltigt und auf andere Weise sexuell missbraucht und ausgebeutet.

Der Bericht „Escape from hell - Torture, sexual slavery in Islamic State captivity in Iraq“ enthüllt die grauenhaften Qualen, die Hunderte, wenn nicht gar Tausende jesidische Frauen und Mädchen erdulden mussten: Sie wurden zwangsverheiratet, in die Sklaverei verkauft oder IS-Kämpfern und Anhängern „geschenkt“. Häufig wurden die Gefangenen auch gezwungen, zum Islam zu konvertieren.

„Das Leben Hunderter jesidischer Frauen wurde durch den Horror von sexueller Gewalt und Sklaverei während der IS-Gefangenschaft zerstört“, berichtet Donatella Rovera, Krisenbeauftragte von Amnesty International, die mit mehr als 40 Überlebenden persönlich gesprochen hat.

„Viele der Mädchen, die als Sex-Sklavinnen gefangen gehalten wurden, waren 14 oder 15 Jahre alt, manche waren noch jünger. Die Kämpfer des „Islamischen Staates“ setzen Vergewaltigung als Kriegswaffe ein. Das ist ein Kriegsverbrechen und ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit.“

Die Frauen und Mädchen gehören zu den Tausenden von Jesiden aus der Sinjar-Region im Nordwesten des Irak, die einer Welle der ethnischen Säuberung durch den "Islamischen Staat" seit August 2014 zum Opfer fielen. Ziel der IS-Kämpfer war und ist es, ethnische und religiöse Minderheiten auszulöschen. Der Horror, den diese Frauen und Mädchen während ihrer Gefangenschaft erleiden mussten, hat fast alle schwer traumatisiert. Einige haben sich das Leben genommen.

Das Trauma derjenigen, die die sexuelle Gewalt überleben, wird noch durch das Stigma der Vergewaltigung verschlimmert. Vergewaltigte Frauen sehen ihre „Ehre“ und die ihrer Familie geschädigt und fürchten, dass sie ihre Position in der Gesellschaft verlieren werden.

Viele Überlebende sexueller Gewalt erhalten immer noch nicht die umfassende Hilfe und Unterstützung, die sie dringend benötigen.

„Die kurdische Regionalregierung, die UN und andere humanitäre Organisationen, die medizinische und andere Unterstützung für die Betroffenen von sexueller Gewalt leisten, müssen ihre Bemühungen noch verstärken. Sie müssen schnell und proaktiv auf Diejenigen zugehen, die ihre Hilfe benötigen und sicherstellen, dass Frauen und Mädchen wissen, dass ihnen Hilfe zusteht“, sagt Donatella Rovera.

Diese Hilfe muss sowohl medizinische Behandlung als auch psychische Beratung und Traumabehandlung umfassen.

Hier können Sie den Bericht "Escape from hell - Torture, sexual slavery in Islamic State captivity in Iraq" auf Englisch und Arabisch als PDF-Datei herunterladen

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