Aktuell 28. August 2014

Über 20.000 Boote für den Flüchtlingsschutz

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23.000 Menschen sind Schätzungen zufolge seit dem Jahr 2000 auf der Flucht nach Europa ums Leben gekommen. Die Abschottungspolitik der Europäischen Union drängt Flüchtlinge und Migranten auf immer gefährlichere Routen. Dagegen hat Amnesty International gemeinsam mit tausenden Unterstützern am 24. September in Berlin ein deutliches Zeichen gesetzt.

Mit mehr als 20.000 Papierbooten, von Menschen aus ganz Deutschland gefaltet, gedachten wir anlässlich des Nationalen Flüchtlingstages der Opfer der europäischen Abschottungspolitik und forderten einen besseren Flüchtlingsschutz. Auf einem blauen Teppich formten schwarze Papierboote ein SOS. Darum sammelten sich gelbe Papierboote, gefaltet von tausenden Unterstützerinnen und Unterstützern in den letzten Wochen. Auf der Fläche im Berliner Ostbahnhof hatte nur ein kleiner Teil der über 20.000 Boote Platz. Oben siehst du unser Video zur Aktion und hier ist eine Bildergalerie:

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Ein Teil der Boote geht in den kommenden Tagen auf Reisen. Gemeinsam mit italienischen und französischen Amnesty-Aktivisten werden Amnesty-Generalsekretärin Selmin Çalışkan und Schauspieler Benno Fürmann nach Sizilien fahren, um vor Ort Überlebende der Flucht nach Europa zu treffen, mit Entscheidungsträgern zu sprechen und für eine andere Flüchtlingspolitik zu demonstrieren.

Quer durch Deutschland haben über den Sommer Menschenrechtsaktivisten tausende Boote gefaltet. Vielen, vielen Dank für Eure tolle Unterstützung!

An der Aktion beteiligten sich die Schauspielerinnen Meret Becker und Melika Foroutan, der Schauspieler Benno Fürmann sowie Shermin Langhoff, Intendantin des Maxim Gorki Theaters. Sie falteten Boote, beschrifteten sie mit eigenen Botschaften und stellten sie dazu.

Selmin Çalışkan sagte im Rahmen der Aktion: "Zwar können unsere Papierboote selbst keine Menschen vor dem Ertrinken retten, aber sie können politischen Druck erzeugen: Damit die EU-Staaten endlich ihre Politik ändern! Damit sie Seenotrettung als ihre gemeinsame Aufgabe begreifen und - statt Grenzen - Menschen schützen!"

Meret Becker begründete ihre Unterstützung so: "Ich bin hier, um auf die menschenverachtenden Bedingungen an den europäischen Mittelmeergrenzen aufmerksam zu machen. Wir können nicht einfach dabei zusehen, wie tausende Menschen vor unseren Augen sterben."

So kannst Du uns unterstützen:

Unterzeichne unsere Petition an Bundeskanzlerin Angela Merkel und alle EU-Regierungschefs: "SOS Europa! Erst Menschen, dann Grenzen schützen".

Hier geht's zur Petition!

Hintergrund

Jedes Jahr treten Tausende Menschen auf der Flucht vor Verfolgung, Folter und anderen Misshandlungen die gefährliche Überfahrt an, um nach Europa zu gelangen. Viele von ihnen fliehen vor Konflikten. Andere versuchen, der extremen Armut in ihren Herkunftsländern zu entkommen. Allen gemein ist jedoch, dass sie sich in Europa ein besseres Leben erhoffen. Viele von ihnen erreichen ihr Ziel allerdings nie.

Die von den EU-Regierungen errichtete "Festung Europa" kostet Jahr für Jahr mehr Menschenleben. Hunderte Flüchtlinge sterben immer wieder bei dem Versuch, die europäischen Küsten zu erreichen, weil sie verdursten oder ertrinken. Einige werden von Patrouillenbooten abgefangen und in ihre jeweiligen Herkunftsländer oder Transitländer zurückgeschickt. Unzählige weitere stranden in angrenzenden Ländern, wo ihre Rechte nicht respektiert werden.

Mit der europäischen Flüchtlingskampagne "SOS Europa", kämpft Amnesty International dafür, den Schutz von Flüchtlingen an den EU-Außengrenzen zu verbessern und stellt diese tragischen menschlichen "Kosten" in den Mittelpunkt.

Hier findest Du unsere den englischsprachigen Bericht "The Human Cost of Fortress Europe" und unsere Pressemitteilung.

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