Aktuell 29. Januar 2014

Regina Ziegler, Filmproduzentin

Amnesty-Jury auf der Berlinale 2014

Über Regina Ziegler

Prof. Regina Ziegler ist laut American Cinema Foundation „one of the world‘s key film producers“. Geboren 1944 in Quedlinburg, aufgewachsen im Weserbergland, geht sie im Anschluss an ihr Abitur 1964 nach Berlin und beginnt ein Jurastudium, das sie jedoch nach einem Semester abbricht. Nach einer Ausbildung zur Wirtschaftsdolmetscherin, nimmt sie eine Tätigkeit als Produktionsassistentin beim Sender Freies Berlin auf.

1973 entschließt sie sich ihre eigene Produktionsfirma, die Regina Ziegler Filmproduktion zu gründen. Gleich für ihre erste Produktion „Ich dachte, ich wäre tot“, bei der ihr späterer Ehemann Wolf Gremm Regie führt, erhält sie den Bundesfilmpreis. Es folgen die Erfolge „Fabian“, „Sommergäste“ und „Die große Flatter“, um nur einige zu nennen. Mit zahlreichen politischen Dokumentationen wie „November Days“, „Rodina heißt Heimat“ oder Spielfilmen wie „Korczak“, „Schutzlos“ oder „Ein Jahr der ruhenden Sonne“ setzt sie sich auch filmisch für das Thema Menschenrechte ein.

Heute ist die Ziegler Film GmbH & Co. KG mit Sitz in Berlin, München, Köln und Baden-Baden ein unabhängiges Familienunternehmen von Regina Ziegler und Tochter Tanja Ziegler.

Regina Ziegler

Regina Ziegler

Viele der weit über 400 Ziegler-Produktionen sind mit nationalen sowie internationalen Preisen bedacht worden, die Liste der Auszeichnungen für Regina Zieglers Werk ist lang: Zwei Oscar Nominierungen, den International Emmy Award für den historischen ZDF-Dreiteiler „Die Wölfe“, der Jurypreis beim Filmfest Cannes, der Goldene Löwe des Festivals Venedig sowie der Friedenspreis der Berlinale. 1998 verleiht Bundespräsident Roman Herzog ihr das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse, im selben Jahr ehrt das internationale Filmfest Los Angeles sie mit einer Hommage. 1999 erhält sie in Los Angeles den American Cinema Foundation Award sowie den Adolf-Grimme-Preis für besondere Verdienste um die Entwicklung des Fernsehens. 2001 folgt der Verdienstorden des Landes Berlin. Die Internationalen Filmfestspiele Berlin ehren sie 2004 mit der Berlinale-Kamera. Eine einzigartige Ehre wird ihr 2006 zuteil: Das Museum of Modern Art New York würdigt Regina Ziegler als erste Deutsche mit einer Retrospektive. Den Boulevard der Stars am Potsdamer Platz in Berlin schmückt Regina Zieglers Stern seit 2012, kurz darauf wird der Produzentin, die „nie aufgehört hat, den wirtschaftlichen mit dem künstlerischen Wert zusammenzubringen“, der PRIX EUROPA Lifetime Achievement Award verliehen.

Regina Ziegler im Gespräch

Sie sind bei der diesjährigen Berlinale Mitglied der unabhängigen Jury von Amnesty International. Warum ist es Ihnen wichtig, Amnesty auf diese Weise zu unterstützen?

Über die Machart und die Wirkung von Filmen habe ich in den über vier Jahrzehnten, in denen ich Filme produziere, eine Menge Einsichten gesammelt. Ich hoffe, daß ich mit dieser Erfahrung die Arbeit in jeder Jury qualifizieren kann. Und wenn das dann auch noch der Arbeit von Amnesty nützt, geht die Rechnung für mich restlos auf.

Sie werden sich im Rahmen der Juryarbeit etwa 15 unterschiedliche
Menschenrechtsfilme ansehen, das Spektrum reicht von der tagesaktuellen Reportage und Dokumentation bis zum großen Spielfilm. Was erwarten Sie von einem guten Film zum Thema Menschenrechte?

Er muss beides schaffen – er muss zeigen, was ein Menschenrecht ist und worin es konkret besteht, und nicht zuletzt: was es bedeutet, dieses Recht zu verweigern oder zu verletzen. Doch vor allem muss dann das, was er zeigt oder sagen will, die Gefühle der Menschen erreichen. Darauf kommt es an. Der Zuschauer sollte nicht nur zustimmend nicken oder sagen: Das weiß ich doch alles! Sondern er sollte weinen – oder lachen.

Gibt es ein Menschenrechts-Thema, über das Sie gern mehr im Kino sehen
würden?

Am meisten empört es mich, wenn ich verletzte Kinder sehe oder von ihren Verletzungen höre. Kinder sind noch schwächer und wehrloser als Frauen oder Gefangene.

Schlagworte

Aktuell

Mehr dazu