Aktuell 21. September 2010

Simbabwe muss friedliche Demonstrantinnen freilassen

Viele Mitglieder von WOZA und MOZA ließen sich aus Solidarität ebenfalls festnehmen

Viele Mitglieder von WOZA und MOZA ließen sich aus Solidarität ebenfalls festnehmen

20. September 2010 - Amnesty International hat die simbabwischen Behörden aufgefordert, 83 Aktivist_innen freizulassen, die am Montag während einer friedlichen Demonstration in Harare festgenommen wurden.

Die Mitglieder von Women of Zimbabwe Arise (WOZA) und Men of Zimbabwe Arise (MOZA) wurden festgenommen, nachdem sie vor dem Parlament demonstriert hatten, um Sicherheitsbedenken und ihre Sorge über das Verhalten der Polizei in den Gemeinden zum Ausdruck zu bringen.

Alle 83 werden in der Hauptwache von Harare festgehalten.

"Diese willkürlichen Festnahmen und rechtswidrigen Inhaftierungen zielen eindeutig darauf ab, die Rechte auf freie Meinungsäußerung und Versammlungsfreiheit einzuschränken", sagte Michelle Kagari, stellvertretende Leiterin der Afrikaabteilung von Amnesty International.

"Die Inhaftierten müssen umgehend und bedingungslos freigelassen werden, sofern man sie nicht einer strafbaren Handlung anklagt."

600 Mitglieder von WOZA und MOZA beteiligten sich am Mittag des 20. September an dem Protestmarsch, der anlässlich des Internationalen Friedenstages am 21. September stattfand.

Die Mitglieder von WOZA berichteten der Gruppe vor dem Parlament über die Gewalt, zu der es am vergegangenen Wochenende während der Konsultationstreffen für die Neufassung der simbabwischen Verfassung gekommen war.

Sie forderten die simbabwische Polizei auf, das Recht auf die friedliche Ausübung der freien Meinungsäußerung zu gewähren und diejenigen festzunehmen, die Gewalt ausüben oder sie androhen.

Die Demonstrierenden übergaben der Polizei eine Liste von Forderungen an die simbabwische Polizei, den Polizeipräsidenten und die gemeinsam amtierenden Innenminister.

Als die Polizei anfing, Demonstrierende festzunehmen, bestiegen andere Demonstrierende aus Solidarität ebenfalls die Mannschaftswagen der Polizei.

25 Demonstrierende, darunter auch diejenigen, die freiwillig eingestiegen waren, wurden daraufhin zur Hauptwache in Harare gebracht.

58 Mitglieder von WOZA und MOZA marschierten ebenfalls vom Parlament zur Hauptwache und forderten die Polizei in einem Akt der Solidarität auf, auch sie festzunehmen.

"Dieser Vorfall ist ein besorgniserregendes Beispiel dafür, was geschehen kann, wenn die Leute in Simbabwe versuchen, sich im laufenden verfassungsgebenden Verfahren zu Wort zu melden."

Die deutsche Sektion von Amnesty International hat die Arbeit von WOZA 2008 mit dem 5. Amnesty International Menschenrechtspreis gewürdigt. Mit dem Menschenrechtspreis zeichnet die deutsche Sektion von Amnesty International Persönlichkeiten aus, die sich unter oftmals schwierigen Bedingungen für die Menschenrechte einsetzen.

Weiterlesen: "5. Amnesty-Menschenrechtspreis für WOZA aus Simbabwe"

Jetzt mitmachen: Briefe gegen das Vergessen für WOZA-Mitglieder!

UPDATE 23. September 2010:

Laut Informationen von WOZA sind inzwischen alle Mitglieder freigelassen worden, 10 von ihnen müssen medizinisch versorgt werden. Weitere Informationen in Kürze auf www.amnesty.de.

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