Aktuell 13. April 2010

Waleri Panjuschkin: Die Nichteinverstandenen

Anders denkend
Waleri Panjuschkin: Die Nichteinverstandenen

Waleri Panjuschkin: Die Nichteinverstandenen

"In Russland kann man alles, was man möchte, im privaten Kreis im Café besprechen und man kann über jedes Thema in seinem Internet-Blog schreiben. Aber es ist als andersdenkender Mensch nicht möglich, sich an eine große Öffentlichkeit zu wenden", erklärt Waleri Panjuschkin.

Der Journalist wurde 1969 in St. Petersburg geboren und berichtete als Reporter der renommierten Moskauer Tageszeitung "Kommersant" zehn Jahre lang aus aller Welt. 2004 erhielt er den wichtigsten russischen Journalistenpreis, die "Goldene Feder". Inzwischen schreibt er als freier Autor über sensible Themen, nun vor allem in Buchform. 2006 erschien "Michail Chodorkowski", zwei Jahre später "Gazprom. Das Geschäft mit der Macht" und nun "Die Nichteinverstandenen. Das Gesicht der russischen Opposition". Zwölf Porträts, darunter die ehemalige Politikberaterin Putins, Marina Litwinowitsch, und Garri Kasparow, geben Einblick in eine Aktivistenszene, die rund eintausend Menschen umfasst. Ihr gemeinsamer Nenner ist der Wunsch, die derzeitige Regierung zu stürzen. Gemeinsam ist ihnen auch die Wut über die Trägheit und den Opportunismus ihrer Landsleute und mehr noch über den Repressionsapparat des Systems Putin.

Noch fehlt den "Nichteinverstandenen" ein politisches Programm, noch ist ihr Bindeglied die Negation. Die Entwicklung einer Alternative wird die Aufgabe der kommenden Jahre sein.

Von Ines Kappert, Amnesty Journal Februar 2010

Waleri Panjuschkin: Die Nichteinverstandenen – Das Gesicht der russischen Opposition. Aus dem Russischen von Helmut Ettinger. Droemer Knaur, München 2009, 281 Seiten, 12,95 Euro

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