Friedensnobelpreis für Liu Xiaobo
Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo mit seiner Ehefrau Liu Xia, August 2001
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8. Oktober 2010 - Amnesty International begrüßt die Verleihung des Friedensnobelpreis an den inhaftierten chinesischen Bürgerrechtler Liu Xiaobo. "Liu Xiaobo hat den Friedensnobelpreis mehr als verdient. Er steht stellvertretend für all diejenigen, die sich in China für die Menschenrechte einsetzen", sagte Dirk Pleiter, China-Experte von Amnesty International in Deutschland. Amnesty International fordert die Freilassung aller gewaltlosen politischen Gefangenen in China.
Amnesty International hat sich bereits mit weltweiten Aktionen für Liu Xiaobo eingesetzt und fordert seine sofortige Freilassung. Der Menschenrechtsaktivist wurde im Dezember 2009 zu 11 Jahren Haft verurteilt. Im Februar 2010 wies ein Gericht in Peking seinen Berufungsantrag ab und bestätigte das Urteil wegen "Agitation mit dem Ziel des Umsturzes der Regierung".
Liu Xiaobo ist der Initiator der Charta 08, in der politische und rechtliche Reformen für China gefordert wurden. Die chinesische Polizei nahm ihn am 8. Dezember 2008, zwei Tage vor dem 60. Jahrestag der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, bei ihm zuhause in Peking fest. Zahlreiche Unterzeichnende der Charta sind seitdem von den chinesischen Behörden verhört und verfolgt worden.
Der 54-jährige Literaturwissenschaftler Liu Xiaobo war bereits zuvor wegen seiner Veröffentlichungen inhaftiert. Nach dem harten Vorgehen der chinesischen Behörden gegen die Demokratiebewegung am 3. und 4. Juni 1989 auf dem Tiananmenplatz verbrachte er mehrere Jahre in Haft.
Jetzt aktiv werden: Eilaktionen zu Menschenrechtsverletzungen in China