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Kinder an einem Brunnen des Lagers im Bezirk Guindulongan: © Institute of Bangsamoro StudiesKinder an einem Brunnen des Lagers im Bezirk Guindulongan: © Institute of Bangsamoro Studies

Philippinen: Trotz Waffenruhe keine Sicherheit für Flüchtlinge

25.08.2009 - Die im Juli aufgenommenen Friedensverhandlungen zwischen der philippinischen Regierung und den islamischen Rebellen bedeuten für die vertriebenen Zivilisten in der Unruheregion Mindanao kein Ende ihrer Not. Noch immer leben über 200.000 Flüchtlinge in überfüllten Lagern ohne ausreichende Versorgung. Die Kämpfe zwischen der philippinischen Armee und den Rebellen der Moro Islamic Liberation Front (MILF) führten zu zahlreichen Menschenrechtsverletzungen in Mindanao.

Im August vergangenen Jahres war der seit vierzig Jahren andauernde bewaffnete Konflikt erneut eskaliert. Insgesamt 750.000 Zivilisten mussten fliehen. Insbesondere die Bevölkerung in Zentralmindanao hatte unter Menschenrechtsverletzungen zu leiden: Es kam zu willkürlichen Festnahmen, Folter, ungesetzlichen Tötungen und der Zerstörung ihrer Häuser - sowohl durch die philippinische Armee wie auch durch Kämpfer der MILF und lokale Milizen. Im Mai 2009 bezeichnete die in Genf ansässige NGO Internal Displacement Monitoring Centre (IDMC) diesen Konflikt als denjenigen mit der größten Anzahl interner Flüchtlinge weltweit.

Auch nach der Vereinbarung einer Waffenruhe zwischen der philippinischen Regierung und der MILF am 29.07.2009 ist das Schicksal hunderttausender Flüchtlinge weiter ungewiss: Ohne Wohnraum oder die Möglichkeit, in ihre Dörfer zurückzukehren, sind die Vertriebenen von Nahrungsmittelhilfe und anderer äußerer Hilfe abhängig.

Die MILF strebt einen eigenständigen islamischen Staat an. Die immer wieder aufflammenden Kämpfe konzentrieren sich auf die Region Zentralmindanao, wo die Bevölkerung den größten Anteil an Muslimen in den vornehmlich christlich geprägten Philippinen aufweist.

Amnesty International fordert die philippinische Regierung und die MILF auf

  • eine unverzügliche, unabhängige Untersuchung der Vorwürfe von Menschenrechtsverletzungen einzuleiten und die Verantwortlichen in Rechenschaft zu ziehen,
  • den Flüchtlingen eine sichere Rückkehr zu ihren Wohnorten zu garantieren,
  • Menschenrechten und dem Schutz der Zivilisten oberste Priorität bei den Friedensverhandlungen einzuräumen
  • zu kooperieren und die Menschenrechte zu achten

Im März 2009 besuchte Amnesty International Mindanao und sprach mit lokalen Menschenrechtsbeobachtern, humanitären Helfern, Militär, MILF, der philippinischen katholischen Kirche, lokalen und internationalen Nichtregierungsorganisationen und den Medien. Der jetzt veröffentlichte Bericht "Philippines: Shattered Lives - Beyond the 2008-2009 Mindanao Armed Conflict" ist eine Fortsetzung des Berichtes "Shattered Peace in Mindanao: The Human Cost of Conflict in the Philippines" vom Oktober 2008.

Amnesty Bericht "Philippines: Shattered Lives"

Philippines: Shattered Lives: © Amnesty InternationalPhilippines: Shattered Lives: © Amnesty International

Einfach zum Download: Hier finden Sie den Amnesty-Bericht (74 Seiten) auf Englisch!

Video zu dem Amnesty Bericht "Shattered Lives"

26.08.2009 | Video

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