Aktuell Sri Lanka 13. Mai 2009

UN-Sicherheitsrat muss das Blutbad in Sri Lanka sofort stoppen!

Seit Januar 2009 mehr als 7.000 Tote und 13.000 Verletzte

"Der UN-Sicherheitsrat muss seiner Pflicht nachkommen, die Menschen in Sri Lanka zu schützen, bevor Hunderte weitere getötet und verletzt werden, oder an

Vertriebene Menschen begeben sich von West Mullivaikkal nach Osten, Sri Lanka, 5. Mai 2009

Vertriebene Menschen begeben sich von West Mullivaikkal nach Osten, Sri Lanka, 5. Mai 2009

Unterernährung und Krankheiten sterben", so Sam Zarifi Experte für den asiatisch-pazifischen Raum bei Amnesty International. Der UN-Sicherheitsrat hat die Vorgänge im Norden Sri Lankas als "Blutbad" bezeichnet. Seit Januar 2009 sind bei den Gefechten zwischen srilankischen Regierungstruppen und den Rebellen der Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) bereits mehr als 7.000 Menschen getötet und 13.000 verletzt worden. Etwa 50.000 Menschen befinden sich immer noch in dem Kriegsgebiet im Norden Sri Lankas.

Krankenhäuser sind überfordert

In den letzten Tagen sind Berichten zufolge mehr als 400 Menschen in einem von der srilankischen Armee als "Sicherheitszone" ausgewiesenen Gebiet getötet worden, darunter mindestens 100 Kinder. "Wegen der großen Menge an verletzten Zivilpersonen sind die Krankenhäuser nicht in der Lage, alle Patienten zu versorgen", berichtete ein srilankischer Arzt Amnesty International. "Viele verletzte Zivilpersonen bleiben für mehr als 24 Stunden ohne Behandlung und mehr als die Hälfte des Krankenhauspersonals ist nicht zum Dienst erschienen, da ihre Häuser unter Beschuss stehen."

Zivilpersonen stehen im Kreuzfeuer der Gefechte

"Den Zivilpersonen, die im Kreuzfeuer der beiden Gruppen gefangen sind, fehlt es an humanitärer Hilfe, wie medizinischer Versorgung, Nahrung und Wasser", sagt Sam Zarifi. Amnesty International hat die srilankischen Behörden aufgefordert, internationalen Beobachtern und Organisationen sofort und ungehindert Zugang zu den umkämpften Gebieten, vor allem in die Sicherheitszone, zu gewähren.

Verletzte Kinder nach Bombardierung, Kilinochchi, Sri Lanka, 10. Mai 2009

Verletzte Kinder nach Bombardierung, Kilinochchi, Sri Lanka, 10. Mai 2009

Die Rebellen wie das srilankische Militär haben das humanitäre Völkerrecht mehrfach verletzt. In den letzten Monaten haben die Rebellen der LTTE in der Konfliktzone eingeschlossene Zivilpersonen immer wieder als Puffer gegen die feindlichen Regierungstruppen benutzt. Medizinisches Personal bestätigte gegenüber Amnesty, dass es das ganze Wochenende Artilleriefeuer gegeben habe. Die srilankische Regierung bestreitet den Einsatz von Artillerie, beschuldigt aber die LTTE Geschütze einzusetzen.

UN-Sicherheitsrat muss eingreifen!

"Die Kontroverse darüber, wer die Schuld für diese schrecklichen Angriffe trägt, unterstreicht die Notwendigkeit für den UN-Sicherheitsrat, einen sofortigen Zugang zu dem Gebiet für humanitäre Organisationen sowie UN-Beobachter zu fordern", so Zarifi. "Der UN-Sicherheitsrat sollte betonen, dass sowohl die Regierung als auch die LTTE für jegliche Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht sowie gegen die Menschenrechte zur Verantwortung gezogen werden."

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