MigrantInnen bedroht

Häufig werden Migranten in Mexiko Opfer krimineller Banden

Häufig werden Migranten in Mexiko Opfer krimineller Banden

Am 7. Dezember wurde in die Migrantenunterkunft Belén (Belén, Posada del Migrante) in der im Bundesstaat Coahuila gelegenen Stadt Saltillo eingebrochen. In den vorangegangenen Monaten hatten sich die Einschüchterungsversuche gegen Mitarbeiter_innen und Bewohner_innen der Unterkunft zugespitzt. Die Migrant_innen und Angestellten der Herberge sind in Gefahr.

Appell an

INNENMINISTER
Lic. José Francisco Blake Mora
Secretario de Gobernación
Bucareli 99, 1er piso, Col. Juárez, Del. Cuauhtémoc
México D.F., C.P. 06600, MEXIKO
(korrekte Anrede: Dear Minister/Señor Secretario)
Fax: (00 52) 55 5093 3414
E-Mail: secretario@segob.gob.mx

VORSITZENDER DER STAATLICHEN MENSCHENRECHTSKOMMISSION
Dr. Raúl Plascencia Villanueva
Presidente de la
Comisión Nacional de los Derechos Humanos (CNDH)
Blvd. Adolfo López Mateos 1922, 6° piso
Col. Tlacopac San Ángel, Del. Álvaro Obregón
México D.F., C.P. 01040, MEXIKO
(korrekte Anrede: Dear President/Estimado Presidente)
Fax: (00 52) 55 5668 0767
E-Mail: secpartpresidencia@cndh.org.mx

GOUVERNEUR DES BUNDESSTAATES COAHUILA
Profesor Humberto Moreira Valdés
Gobernador del Estado de Coahuila
Palacio de Gobierno, 1er. Piso Juárez e Hidalgo s/n
Saltillo, C.P. 25000, Coahuila, MEXIKO
(korrekte Anrede: Dear Governor/Estimado Señor Gobernador)
Fax: (00 52) 844 438 0728 (kombinierter Telefon/Fax-Anschluss, sagen Sie bitte: "Me da tono de fax, por favor")
E-Mail: s.particolar@coahuila.gob.mx

Sende eine Kopie an

MIGRANTENHERBERGE BELÉN
Belén – Posada del Migrante
MEXIKO
E-Mail: humanidadsinfronterasac@yahoo.com.mx

BOTSCHAFT DER VEREINIGTEN MEXIKANISCHEN STAATEN
S.E. Herrn Francisco Nicolas González Díaz Klingelhöferstraße 3
10785 Berlin
Fax: 030-26 93 23-700
E-Mail: mail@mexale.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 19. Januar 2011 keine Appelle mehr zu verschicken.

Amnesty fordert:

SCHREIBEN SIE BITTE E-MAILS, FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Ich appelliere an Sie, die von der staatlichen Menschenrechtskommission und der interamerikanischen Menschenrechtskommission angeordneten und von der Leitung der Posada del Migrante Belén und den Behörden akzeptierten Schutzmaßnahmen umzusetzen.

  • Ich fordere Sie höflich auf, die Sicherheit der Angestellten der Migrantenunterkunft Belén zu gewährleisten, damit sie ihre Arbeit zum Schutz der Rechte von Migrant_innen in Saltillo fortsetzen können.

  • Die Menschenrechtsverletzungen an Migrant_innen und Mitarbeiter_innen solcher Unterkünfte müssen umgehend untersucht werden.

PLEASE WRITE IMMEDIATELY

  • Urging the authorities to implement the protection measures ordered by the National Human Rights Commission and the Inter-American Human Rights Commission and already agreed by the shelter's director and the authorities;

  • Calling on the authorities to guarantee the safety of the staff at the Belén Migrants' Shelter so that they can continue their work to defend the rights of migrants in Saltillo;

  • Calling on the authorities to investigate all abuses against migrants and the staff who run the shelters.

Sachlage

Bei dem Einbruch wurde der Laptop des Unterkunftsleiters gestohlen, auf dem sich wichtige Informationen zur Arbeit der Herberge befinden. Andere Wertsachen wurden nicht entwendet.

Am 26. November fuhren in den frühen Morgenstunden ein Jeep und ein Motorrad mit hoher Geschwindigkeit an der Unterkunft vorbei. Der Fahrer des Motorrads hielt daraufhin vor der Herberge an, stieg ab und holte eine Schusswaffe hervor, während er die Unterkunft von außen begutachtete. Seit Anfang Oktober 2010 beobachtet die Belegschaft immer wieder, dass ein schwarzer Lieferwagen an der Unterkunft vorbeifährt. Wenn der Wagen sich der Unterkunft nähert, wird er normalerweise langsamer und die Fenster werden heruntergelassen, so dass man sehen kann, wie die Insassen die Herberge beobachten und gleichzeitig in ein Funkgerät sprechen.

Am 12. November sagte eine Person, die die Mitarbeiter_innen der Unterkunft für einen Menschenhändler halten, zu einem der Freiwilligen der Migrantenunterkunft Belén, dass "die Angestellten vorsichtig sein sollen, wenn sie vor die Tür gehen, da ihnen auf der Straße etwas zustoßen könnte" ("el equipo de trabajo tuvieran cuidado cuando salieran porque algo les podia pasar cuando salieran a la calle").

Die Gefahr für die Mitarbeiter_innen und Migrant_innen in der Unterkunft ist so groß, dass die staatliche mexikanische Menschenrechtskommission und die interamerikanische Menschenrechtskommission die Behörden aufgefordert haben, sie zu schützen. Doch die Schutzmaßnahmen sind nicht in vollem Umfang umgesetzt worden und die Menschen in der Unterkunft sind weiter gefährdet. Die Drohungen und Angriffe gegen Migrant_innen in Saltillo und Mitarbeiter_innen der Unterkunft könnten sich weiter zuspitzen.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Hunderttausende Migrant_innen ohne regulären Aufenthaltsstatus versuchen jedes Jahr, aus Mittel- und Südamerika über Mexiko in die USA zu gelangen. Viele werden von den mexikanischen Einwanderungsbehörden festgenommen und in ihre Herkunftsländer abgeschoben. Eine Delegation von Amnesty International reiste vor kurzem nach Mexiko, um Berichten über Menschenrechtsverletzungen gegen diese Personen nachzugehen. Die Delegation fand heraus, dass viele Migrant_innen von Banden entführt werden, zum Teil mit Billigung der lokalen Behörden. Durch die herrschende Straflosigkeit haben die Menschenrechtsverletzungen gegen Migrant_innen, die aufgrund ihres nicht geregelten Aufenthaltstatus ohnehin besonders schlecht geschützt sind, seit etwa 2003 zugenommen, obwohl die mexikanische Regierung sich verpflichtet hat zu gewährleisten, dass die Rechte der Migrant_innen respektiert werden.