Migranten in Gefahr
MigrantInnen in der Stadt Saltillo im Nordosten Mexikos sind wiederholt von AnwohnerInnen bedroht und eines Mordes beschuldigt worden. Die Drohungen beziehen sich auf den Mord an einer Frau aus Saltillo. Der mutmaßliche Täter ist ein honduranischer Migrant. Amnesty International befürchtet, dass die MigrantInnen und Personen, die sie unterstützen, in Gefahr sind.
Appell an
INNENMINISTER
Lic. Fernando Francisco Gómez-Mont Urueta
Secretario de Gobernación
Bucareli 99, 1er piso
Col. Juárez, Del. Cuauhtémoc
México D.F., C.P.06600, MEXIKO
(korrekte Anrede: Señor Secretario/Dear Minister)
Fax: (00 52) 55 5093 3414
E-Mail: secretario@segob.gob.mx
GOUVERNEUR DES BUNDESSTAATES COAHUILA
Profesor Humberto Moreira Valdés
Gobernador del Estado de Coahuila
Palacio de Gobierno
1er. Piso Juárez e Hidalgo s/n
Zona Centro. C.P. 25000
Saltillo, Coahuila MEXIKO
(korrekte Anrede: Dear Governor/ Señor Gobernador)
Fax: (00 52) 844 411 8585
VORSITZENDER DER STAATLICHEN MENSCHENRECHTSKOMMISSION
Dr. José Luis Soberanes Fernández
Presidente de la Comisión Nacional de los Derechos Humanos (CNDH)
Edificio "Héctor Fix Zamudio"
6° piso
Blvd. Adolfo López Mateos n° 1922
Col. Tlacopac San Ángel
Del. Álvaro Obregón
México D.F.
C.P. 01040,
MEXIKO
(korrekte Anrede: Dear President / Señor Presidente)
Fax: (00 52) 55 5681 7199
Sende eine Kopie an
MIGRANTENHERBERGE BELÉN
MEXIKO
Fax: (00 52) 844 4 14 83 17
BOTSCHAFT DER VEREINIGTEN MEXIKANISCHEN STAATEN
Herrn Miguel Angel Padilla Acosta
Geschäftsträger a.i. (Gesandter)
Klingelhöferstraße 3
10785 Berlin
Fax: 030-26 93 23-700
E-Mail: mail@mexale.de
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 20. November 2009 keine Appelle mehr zu verschicken.
Amnesty fordert:
SCHREIBEN SIE BITTE E-MAILS, FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE, IN DENEN SIE
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die Behörden auffordern, die Sicherheit der MigrantInnen in Saltillo durch angemessene Schutzmaßnahmen zu gewährleisten;
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die Behörden aufrufen, die Sicherheit der Angestellten der Migrantenunterkunft Belén zu gewährleisten, damit sie ihre Arbeit zum Schutz der Rechte von MigrantInnen fortsetzen können;
- die Behörden auffordern anzuerkennen, dass die Arbeit der BetreiberInnen der Unterkunft den MigrantInnen humanitäre Unterstützung bietet.
Sachlage
Am 30. September wurde eine 26-jährige Frau aus Saltillo getötet; ihre Hausangestellte erlitt schwere Verletzungen. Der mutmaßliche Täter ist ein Migrant aus Honduras, der für die Getötete als Anstreicher arbeitete, obwohl er keine Arbeitserlaubnis für Mexiko besaß.
Die lokalen Medien berichteten über den Mord und führten die Anwesenheit von MigrantInnen in Saltillo darauf zurück, dass es dort die Migrantenunterkunft Belén (Belén, Posada del Migrante) gibt. Seither sind MigrantInnen in Saltillo wiederholt Drohungen und Misshandlungen ausgesetzt. Am Morgen des 2. Oktober kam ein Mann mit einer Zeitung in der Hand zur Unterkunft und schrie die MigrantInnen an, dass sie alle Mörder seien. Am Abend desselben Tag kam ein weiterer Mann, der die MigrantInnen beschuldigte, Verbrecher zu sein. Am 3. Oktober erschien morgens ein Mann aus einer der lokalen Gemeinden in der Tür. In den Händen hielt er zwei abgeschla-gene Flaschenhälse und drohte, damit die MigrantInnen in der Unterkunft zu verletzen.
Seit diesen Vorfällen hat sich die Zahl der MigrantInnen, die die Migrantenherberge Belén aufsuchen, verringert. Amnesty Inernational ist besorgt, dass die Drohungen und Angriffe auf MigrantInnen weiter eskalieren könnten und dass den BetreiberInnen der Unterkunft ebenfalls Angriffe drohen.
Hintergrundinformation
Hunderttausende MigrantInnen ohne regulären Aufenthaltsstatus versuchen jedes Jahr, aus Mittel- und Südamerika über Mexiko in die USA zu gelangen. Viele werden von den mexikanischen Einwanderungsbehörden festgenommen und in ihre Herkunftsländer abgeschoben. Eine Delegation von Amnesty International reiste vor kurzem nach Mexiko, um Berichten über Menschenrechtsverletzungen gegen diese Personen nachzugehen. Die Delegation fand heraus, dass viele MigrantInnen von Banden entführt werden, zum Teil mit Billigung der lokalen Behörden. Durch die herrschende Straflosigkeit haben die Menschenrechtsverletzungen gegen MigrantInnen seit etwa 2003 zugenommen, obwohl die mexikanische Regierung sich verpflichtet hat zu gewährleisten, dass die Rechte der MigrantInnen respektiert werden.