Verlegung an illegalen Haftort

Elf der in Guinea ohne Anklage festgehaltenen zwölf Soldaten sind an einen inoffiziellen Haftort gebracht worden. Der Hauptmann Ibrahima Sory Bangourah befindet sich nach wie vor in einer Kaserne in Guineas Hauptstadt Conakry. Allen zwölf Soldaten drohen weiterhin Folter und andere Misshandlungen.

Sende eine Kopie an:

BOTSCHAFT DER REPUBLIK GUINEA
Herrn Mohamed Lamine Kaba
Geschäftsträger a.i. (I. Botschaftsrat)
Jägerstraße 67-69
10117 Berlin
Fax: 030-200 743 333
E-Mail: berlin@ambaguinee.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Französisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 15. September 2009 keine Appelle mehr zu verschicken.

Amnesty fordert:

SCHREIBEN SIE BITTE LUFTPOSTBRIEFE, IN DENEN SIE

  • die sofortige Freilassung der zwölf inhaftierten Soldaten fordern, sofern sie nicht einer als Straftat erkennbaren Handlung angeklagt werden;

  • Ihre Besorgnis darüber äußern, dass elf der Männer in eine inoffizielle Hafteinrichtung gebracht wurden, wo vormals schon Personen in Incommunicado-Haft gehalten und gefoltert wurden;

  • eine Garantie fordern, dass die Soldaten weder gefoltert noch in anderer Weise misshandelt werden;

  • die Behörden auffordern, sicherzustellen, dass die Betroffenen während ihrer Inhaftierung Zugang zu ihren Familienangehörigen, einem Rechtsbeistand und eventuell notwendiger medizinischer Versorgung haben.

Sachlage

Die Männer waren im Januar 2009 von Soldaten festgenommen worden. Die Festnahme erfolgte kurz nach der Machtübernahme durch eine Gruppe von Militärs. Die elf Soldaten, die in der Nacht des 2. August 2009 an einen anderen Haftort auf der Insel Kassa im Westen von Conakry gebracht wurden, sind Oberst Fodé Bacar Sylla, Oberst Soryba Yansané, Oberstleutnant David Syllah, Kommandant Issiaka Camara, Kommandant Pathio Bangourah, Hauptmann Mamadou Bah Syllah, Hauptmann Lansinet Keita, Leutnant Ibrahima Kadja Barry, Oberleutnant Alpha Oumar Diallo, Oberleutnant Hassiniou Pendessa und Feldwebel Moussa Sylla. Örtlichen Quellen zufolge trugen die Männer nur Unterwäsche und waren mit Seilen aneinander geknotet, als sie abtransportiert wurden. Der Ort, an dem sich die Betroffenen derzeit befinden, ist eine inoffizielle Hafteinrichtung und entspricht nicht den Anforderungen des Grundsatzkatalogs für den Schutz aller irgendeiner Form von Haft oder Strafgefangenschaft unterworfenen Personen. Amnesty International liegen verschiedene Berichte über Folter und Misshandlungen von Menschen vor, die dort ohne Kontakt zur Außenwelt festgehalten wurden.

Am Nachmittag des 2. August forderten Familienangehörige der Gefangenen ein Treffen mit Militärbeamten in der Alpha Yahya Kaserne, wo die Männer bis dahin in Gewahrsam gehalten wurden, um die Freilassung der Männer zu verlangen. Man beleidigte sie, und einer wurde sogar von einem Soldaten angegriffen.

Hauptmann Ibrahima Sory Bangourah befindet sich noch immer in der Kaserne in Haft. Am 13. Juli griffen ihn Soldaten an und warfen ihm vor, den Zeitungen in Guinea Informationen über seine Gefangenschaft gegeben zu haben.

Amnesty International liegen Informationen vor, denen zufolge Ibrahima Sory Bangourah medizinische Behandlung aufgrund der bei dem Angriff davon getragenen Ohrverletzungen benötigt.

[EMPFOHLENE AKTIONEN]

SCHREIBEN SIE BITTE LUFTPOSTBRIEFE, IN DENEN SIE

  • die sofortige Freilassung der zwölf inhaftierten Soldaten fordern, sofern sie nicht einer als Straftat erkennbaren Handlung angeklagt werden;

  • Ihre Besorgnis darüber äußern, dass elf der Männer in eine inoffizielle Hafteinrichtung gebracht wurden, wo vormals schon Personen in Incommunicado-Haft gehalten und gefoltert wurden;

  • eine Garantie fordern, dass die Soldaten weder gefoltert noch in anderer Weise misshandelt werden;

  • die Behörden auffordern, sicherzustellen, dass die Betroffenen während ihrer Inhaftierung Zugang zu ihren Familienangehörigen, einem Rechtsbeistand und eventuell notwendiger medizinischer Versorgung haben.

[APPELLE AN ]

MINISTER FÜR SICHERHEIT UND ZIVILSCHUTZ
General Mamadouba Toto Camara
Minister of Security and Civilian Protection
Ministry of Security and Civilian Protection
P.O. Box 5075
Conakry
GUINEA
(korrekte Anrede: Dear Minister/Monsieur le Ministre)

VERTEIDIGUNGSMINISTER
General Sekouba Konate
Minister of Defence
Ministry of Defence
Conakry
GUINEA
(korrekte Anrede: Dear Minister/Monsieur le Ministre)

JUSTIZMINISTER
Colonel Siba Lohalamou
Minister of Justice and Keeper of the Seals
Ministry of Justice
P.O. Box 564
Conakry
GUINEA
(korrekte Anrede: Dear Minister/Monsieur le Ministre)

KOPIEN AN
BOTSCHAFT DER REPUBLIK GUINEA
Herrn Mohamed Lamine Kaba
Geschäftsträger a.i. (I. Botschaftsrat)
Jägerstraße 67-69
10117 Berlin
Fax: 030-200 743 333
E-Mail: berlin@ambaguinee.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Französisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 15. September 2009 keine Appelle mehr zu verschicken.

PLEASE WRITE IMMEDIATELY IN FRENCH OR YOUR OWN LANGUAGE:

  • Calling on the Guinean authorities to release the 12 detainees immediately if they are not to be charged with a recognizably criminal offence;

  • Expressing concern that 11 of the men have been moved to an unlawful place of detention, where others have previously been tortured while held incommunicado;

  • Calling for guarantees that the detainees are not tortured or otherwise harmed;

  • Calling on the authorities to ensure that while in custody, the 12 have regular access to their families, lawyers, and any medical treatment they may need.

Schlagworte

Guinea Urgent Action