Hinrichtung

Ergebnis dieser Urgent Action

Jeffrey Matthews wurde am Abend des 11. Januar in Oklahoma hingerichtet. Er war wegen des Mordes an seinem Großonkel, dem 77-jährigen Earl Short, im Jahr 1994 zum Tode verurteilt worden.

Jeffrey Matthews wurde am Abend des 11. Januar in Oklahoma hingerichtet. Er war wegen des Mordes an seinem Großonkel, dem 77-jährigen Earl Short, im Jahr 1994 zum Tode verurteilt worden.

Sachlage

Die Hinrichtung, die eigentlich für den 17. Juni 2010 anberaumt worden war, wurde mehrmals verschoben, zuerst durch den Gouverneur des Bundesstaates und später von einem Bundesgericht. Am 26. Mai lehnte der Begnadigungsausschuss von Oklahoma den Antrag auf Umwandlung der Todesstrafe von Jeffrey Matthews mit drei gegen zwei Stimmen ab. Gouverneur Brad Henry gewährte am 16. Juni einen Hinrichtungsaufschub bis zum 20. Juli. Am 15. Juli verlängerte er diese Frist bis zum 17. August. Anfang August kündigte der Vorsitzende des Begnadigungsausschusses an, dass der Ausschuss keine zweite Anhörung anberaumen würde, um seine vorherige Entscheidung zu überdenken.

Richter Stephen Friot gab einige Stunden, bevor der Hinrichtung vollzogen werden sollte, einem Eilantrag der RechtsanwältInnen von Jeffrey Matthews statt und ordnete einen Hinrichtungsaufschub an. Begründet wurde der Antrag damit, dass die Hinrichtung per Injektion einer tödlichen Substanz erfolgen sollte, die noch nie zuvor bei einer Exekution eingesetzt worden war. Die AnwältInnen hatten zuvor erfahren, dass es den Strafvollzugsbehörden nicht möglich gewesen war, das Anästhetikum Sodium Thiopental zu beschaffen. Hinrichtungen sind gemäß den in Oklahoma geltenden Vorschriften mit Sodium Thiopental durchzuführen. Die RechtsanwältInnen wurden von dem Vorhaben in Kenntnis gesetzt, dass man ein anderes Anästhetikum einsetzen werde, welches unter der Bezeichnung Brevital beziehungsweise Methohexital bekannt sei.

Am 19. November urteilte Richter Friot gegen die Anfechtung der Todesspritze von Jeffrey Matthews und John Duty, einem anderen Gefangenen aus Oklahoma, dem unmittelbar die Hinrichtung drohte. John Duty wurde am 16. Dezember hingerichtet. Bei seiner Hinrichtung wurde ein anderes Medikament, Pentobarbital, verwendet, als anästhetischer Teil einer aus drei Teilen bestehenden tödlichen Injektion. Dies soll die erste Hinrichtung in den USA gewesen sein, bei der Pentobarbital verwendet wurde. Dieses Mittel wird üblicherweise zum Einschläfern von Tieren genutzt. Jeffrey Matthews ist die dritte Person, die auf diese Weise in Oklahoma hingerichtet wurde. Am 6. Januar 2011 wurde bereits eine andere zum Tode verurteilte Person auf diese Weise hingerichtet, Billy Alverson.

Es gibt keine Tatsachenbeweise wie etwa Haare, Blutrückstände, DNA-Spuren, Fingerabdrücke oder Schmauchspuren, die Jeffrey Matthews überführen, am Verbrechen beteiligt gewesen zu sein. Einer der mit den Ermittlungen betrauten Polizeibeamten äußerte sich im Jahr 2007 in einer eidesstattlichen Erklärung mit den Worten: "Es gibt einleuchtende Gründe für die Annahme, dass Matthews unschuldig ist."

In Oklahoma fanden 96 der 1236 Hinrichtungen in den USA statt, seitdem die Todesstrafe im Jahr 1977 wieder eingeführt wurde. In den USA wurden in diesem Jahr bisher zwei Personen hingerichtet, beide in Oklahoma.

Vielen Dank allen, die mit Appellschreiben versucht haben, die Hinrichtung zu verhindern.