Aus der Haft entlassen
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Der Menschenrechtsverteidiger Malek Adly wurde am 28. August nach 115 Tagen Haft freigelassen. Er musste keine Kaution bezahlen, wurde jedoch vom Gericht aufgefordert, seinen Aufenthaltsort anzugeben, da weiter strafrechtlich gegen ihn ermittelt wird.
Sachlage
Am 28. August wurde Malek Adly aus dem Gewahrsam einer Polizeiwache in Shubra al-Chaimah entlassen. Seine Freilassung erfolgte drei Tage, nachdem ein Gericht diese angeordnet und ein Rechtsmittel der Staatsanwaltschaft gegen diese Anordnung ablehnt hatte.
Die Staatsanwaltschaft erhielt die Anklagen gegen Malek Adly aufrecht, darunter das "Verbreiten falscher Gerüchte", "Anstiften zu Protesten" und der "Versuch, die Regierung zu stürzen". Die Anklagen sind ein Versuch, ihn für die friedliche Wahrnehmung seiner Menschenrechte und seinen Einsatz für die Rechte anderer in seiner Funktion als Rechtsbeistand und Leiter der Rechtsabteilung des Ägyptischen Zentrums für Wirtschaftliche und Soziale Rechte zu bestrafen.
Malek Adly war im Mai 2016 festgenommen worden und verbrachte 115 Tage in Haft. Grund für seine Festnahme war, dass er sich gegen die Entscheidung der Regierung, zwei Inseln im Roten Meer an Saudi-Arabien zu übertragen, eingesetzt hatte. Er wurde im Tora-Gefängnis in Einzelhaft festgehalten und wegen seines hohen Blutdrucks mehrmals im Gefängniskrankenhaus behandelt. Sicherheitskräfte hatten ihn vor seiner Freilassung vom Gefängnis zu einer Polizeiwache in Shubra al-Chaimah gebracht.
Vor Malek Adlys Freilassung hatten Tausende Unterstützer_innen innerhalb und außerhalb Ägyptens öffentlichen Druck ausgeübt. In einer Facebook-Nachricht dankte Malek Adly seinen Unterstützer_innen für ihren Beistand während einer Zeit, die er als "schrecklichste Tortur" seines Lebens bezeichnete.
Es sind keine weiteren Aktionen des Eilaktionsnetzes erforderlich. Vielen Dank an alle, die Appelle geschrieben haben.