Ohne Gerichtsverfahren inhaftiert

Der Menschenrechtsanwalt Arão Bula Tempo und der Menschenrechtler José Marcos Mavungo wurden am Morgen des 14. März von angolanischen Sicherheitskräften in der Provinz Cabinda festgenommen. Ihnen wird vorgeworfen, die Staatssicherheit zu gefährden. Sie wurden ohne Gerichtsverfahren inhaftiert und haben keinen Zugang zu medizinischer Versorgung.

Appell an

AUSSENMINISTER
Jorge Rebelo Chicoti
Ministério das Relações Exteriores
Palácio do Comércio
Avenida Comandante Gika
Luanda
ANGOLA
(Anrede: A sua Excelência / Your Excellency / Exzellenz)
Fax: (00 244) 222 395 729

JUSTIZ- UND MENSCHENRECHTSMINISTER
Rui Jorge Carneiro Mangueira
Ministério da Justiça
Rua 17 Setembro, No. 32
CP 1986
Luanda
ANGOLA
(Anrede: A sua Excelência / Your Excellency / Exzellenz)
Fax: (00 244) 222 339 914 oder
(00 244) 222 330 327

GENERALSTAATSANWALT
Dr João Maria Moreira de Sousa
Procuradoria Geral da República
Rua 17 Setembro
Largo do Amor
Vila Alice
Luanda
ANGOLA
(Anrede: Exmo Dr. / Dear Dr Moreira de Sousa /
Sehr geehrter Herr Dr. Moreira de Sousa)
Fax: (00 244) 222 333 170 oder
(00 244) 222 333 172

Sende eine Kopie an

BOTSCHAFT DER REPUBLIK ANGOLA
S. E. Herrn Alberto Correia Neto
Wallstraße 58
10179 Berlin
Fax: 030-2408 9712
E-Mail: botschaft@botschaftangola.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Portugiesisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 20. Mai 2015 keine Appelle mehr zu verschicken.

Sachlage

Arão Bula Tempo, ein Menschenrechtsanwalt und der Präsident des Provinzrates der angolanischen Anwaltskammer in Cabinda, wurde von Sicherheitskräften in Cabinda, nahe der Grenze zur Republik Kongo, festgenommen. Er leidet unter chronischem Bluthochdruck und wurde auf dem Weg zu seiner regelmäßigen Kontrolluntersuchung festgenommen. Am 6. März, eine Woche vor seiner Festnahme, hielt er seine Amtsantrittsrede, in der er betonte, dass die Unabhängigkeit von Anwält_innen in Cabinda und in anderen Teilen Angolas eine Notwendigkeit ist.

Der Menschenrechtsverteidiger Jóse Marcos Mavungo wurde am 14. März auf einem Kirchengelände festgenommen, als er gerade den morgendlichen Gottesdienst besuchen wollte. Am Tag seiner Festnahme hätte eine friedliche Demonstration gegen Korruption und schlechte Regierungsführung in Cabinda stattfinden sollen, an deren Organisation Jóse Marcos Mavungo beteiligt gewesen war.

Arão Bula Tempo und Jóse Marcos Mavungo werden in einer engen, feuchten und moskitobefallenen Zelle festgehalten. Wegen mangelnder Belüftung gibt es in der Zelle keine Frischluft. Während seines Gefängnisaufenthalts verschlechterte sich die Bluthochdruckerkrankung von Arão Bula Tempo und er infizierte sich zusätzlich mit Malaria. Er erhält keine medizinische Versorgung. Niemandem, nicht einmal Familienmitgliedern, ist es gestattet, ihn mit seinen bluthochdrucksenkenden Medikamenten zu versorgen. Nach Angaben des Rechtsbeistands der beiden Männer verschlechtert sich ihr Gesundheitszustand weiterhin.

[SCHREIBEN SIE BITTE ]

FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Bitte lassen Sie Arão Bula Tempo und José Marcos Mavungo sofort und bedingungslos frei.

  • Ich möchte Sie bitten, sicherzustellen, dass die beiden Männer bis zu ihrer bedingungslosen Freilassung keine weiteren Misshandlungen in Form von schlechten Haftbedingungen erfahren.

  • Stellen Sie bitte sicher, dass Arão Bula Tempo und José Marcos Mavungo Zugang zu angemessener medizinischer Versorgung haben.

  • Bitte setzen Sie Ihren Praktiken von willkürlichen Festnahmen, Belästigungen und Einschüchterungen gegenüber Menschenrechtsverteidiger_innen in Angola ein Ende.

[APPELLE AN]

AUSSENMINISTER
Jorge Rebelo Chicoti
Ministério das Relações Exteriores
Palácio do Comércio
Avenida Comandante Gika
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Fax: (00 244) 222 395 729

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Rui Jorge Carneiro Mangueira
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Rua 17 Setembro, No. 32
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(00 244) 222 330 327

GENERALSTAATSANWALT
Dr João Maria Moreira de Sousa
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Sehr geehrter Herr Dr. Moreira de Sousa)
Fax: (00 244) 222 333 170 oder
(00 244) 222 333 172

KOPIEN AN
BOTSCHAFT DER REPUBLIK ANGOLA
S. E. Herrn Alberto Correia Neto
Wallstraße 58
10179 Berlin
Fax: 030-2408 9712
E-Mail: botschaft@botschaftangola.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Portugiesisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 20. Mai 2015 keine Appelle mehr zu verschicken.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Kritische Stimmen werden von den angolanischen Behörden häufig mit Gewalt unterdrückt. Amnesty International hat 2014 in dem englischsprachigen Bericht Punishing Dissent: Suppression of Freedom of Association and Assembly in Angola (https://www.amnesty.org/en/documents/afr12/004/2014/en/) dokumentiert, dass die Rechte auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit oftmals rechtswidrig eingeschränkt werden.

Personen, die sich kritisch über die Regierung von José Eduardo dos Santos äußern, laufen Gefahr, Opfer von außergerichtlichen Hinrichtungen, Verschwindenlassen, willkürlichen Inhaftierungen und Folter zu werden. Die Rechte auf Meinungsfreiheit und friedliche Versammlung sind in der angolanischen Verfassung verankert und zudem in mehreren internationalen Übereinkommen, die von der angolanischen Regierung unterschrieben und ratifiziert wurden, festgeschrieben. Trotzdem werden diese Rechte in Angola weiterhin verletzt.