Pressemitteilung 11. Mai 2009

Interviewangebot: Menschenrechtlerin aus Kamerun bis 15. Mai in Berlin

BERLIN, 11.05.2009 - Die kamerunische Menschenrechtlerin Madeleine Afité hält sich noch bis zum 15. Mai 2009 in Berlin auf und steht für Interviews zur aktuellen Situation in ihrem Heimatland Verfügung.

Gut ein Jahr nach der brutalen Niederschlagung von Aufständen hat sich die Menschenrechtssituation in Kamerun weiter verschlechtert. Ende Februar 2008 gingen die Sicherheitskräfte mit äußerster Gewalt gegen Demonstranten vor, die gegen stark steigende Lebenshaltungskosten sowie gegen eine Verfassungsänderung zu Gunsten einer Neuwahl des amtierenden Präsidenten protestierten. Über hundert Menschen wurden getötet, Tausende willkürlich verhaftet und zum Teil gefoltert. Viele wurden in Eilverfahren zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Die verantwortlichen Sicherheitskräfte sind bis heute straffrei. Die Bevölkerung Kameruns leidet nach wie vor unter der wachsenden sozialen Ungleichheit, der allgegenwärtigen Korruption und den autokratischen Entscheidungen der Regierung unter Staatschef Paul Biya.

Madeleine Afité ist Mitgründerin und Koordinatorin verschiedener nationaler Organisationen gegen Folter und seit 2001 Delegierte der Weltorganisation gegen Folter (OMTC). Sie veröffentlicht regelmäßig Berichte über Menschenrechtsverletzungen in Kamerun. Zuletzt erschien ein Bericht über die Menschenrechtsverletzungen während der Februarrevolte. Sie wurde deshalb bereits mehrfach bedroht und öffentlich diffamiert. Für ihren Mut und ihre Beharrlichkeit bei der Verteidigung der Menschenrechte erhält Frau Afité Ende Mai 2009 in Genf den Preis der Fondation Félix Moumié.

Interviewanfragen richten Sie bitte an die Amnesty-Pressestelle unter Telefon 030 / 420 248-306 oder E-Mail presse@amnesty.de.

Terminhinweis: Vortrag Madeleine Afité zum Thema "Kamerun – Wie kritische Menschen mundtot gemacht werden": 11.5.2009, 19.30 Uhr, Robert-Havemann-Saal, Haus der Demokratie und Menschenrechte, Greifswalder Str. 4, 10405 Berlin.

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