Amnesty erinnert mit Mahnwache an die Giftgaskatastrophe von Bhopal
BERLIN, 27.11.2009 - Am 02. Dezember erinnert Amnesty International mit einer großen Mahnwache in Berlin an die Giftgaskatastrophe von Bhopal. In einer Petition an den indischen Premierminister fordert die Menschenrechtsorganisation unter anderem, das Fabrikgelände zu säubern, eine regelmäßige Versorgung mit sauberem Wasser zu gewährleisten sowie endlich die noch offenen Probleme von Entschädigung und Verantwortlichkeit zu lösen. Die Petitionslisten werden am 02.Dezember um 16 Uhr der indischen Botschaft übergeben.
In der Nacht vom 02. zum 03. Dezember 1984 traten 35 Tonnen hochgiftiger Industriegase aus der Pestizidfabrik der Firma Union Carbide (UCC) im nordindischen Bhopal aus. Mehr als 7.000 Menschen starben unmittelbar nach dem Unfall, weitere 15.000 erlagen in den Folgejahren ihren Verletzungen.
25 Jahre nach der Katastrophe leiden mehr als 100.000 Menschen an den Folgen. Noch immer ist das betroffene Gebiet verseucht, das Trinkwasser kontaminiert. Die Opfer haben bis heute keine angemessene Entschädigung erhalten. Verantwortliche wurden nicht zur Rechenschaft gezogen. "Sowohl der Chemiekonzern als auch die indischen Behörden drücken sich vor ihrer Verantwortung", sagte Michael Gottlob, Indien-Experte von Amnesty International in Deutschland. 2001 übernahm die US-Firma Dow Chemical Company (Dow) UCC. Dow hat eine Übernahme der Verantwortung für die Bhopal-Katastrophe bisher abgelehnt.
Michael Gottlob, Indien-Experte von Amnesty International in Deutschland, steht Ihnen rund um die Mahnwache für Interviews zur Verfügung.
WANN & WO: 12:00 Uhr bis 15:30 Uhr – Brandenburger Tor, Pariser Platz 15:30 Uhr bis 21:00 Uhr – Indische Botschaft, Tiergartenstr. 17 16:00 – Übergabe der Petitionslisten an die Botschaft
WAS: Die-In: Symbolisches Sterben – "Trauernde" sitzen vor "Leichen" in weißen Tüchern und halten Fotos von Opfern der Giftgaskatastrophe hoch. Clean-up: Mit einer Besen-Aktion machen Amnesty-Mitglieder darauf aufmerksam, dass das Fabrikgelände in Bhopal noch immer kontaminiert ist und die Bevölkerung keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser hat.