Ausgebeutet und im Stich gelassen: Unterstütze den Kampf für die Rechte der Textilarbeiter*innen!

Das Foto zeigt mehrere Frauen mit Mundschutz, gekleidet in bunten Kleidern. Sie arbeiten an Nähmaschinen.

Textilarbeiterinnen in einer Fabrik in Bangladeschs Hauptstadt Dhaka (Archivaufnahme)

Seit Jahren profitieren Modeunternehmen und Regierungen von den schlechten Arbeitsbedingungen derjenigen Menschen, die unsere Kleidung herstellen. Die meisten von ihnen sind Frauen. 

Textilarbeiter*innen in Bangladesch, Indien, Pakistan und Sri Lanka kämpfen täglich ums Überleben. Sie müssen dabei sexuelle Belästigung, unbezahlte Überstunden, niedrige Löhne, überhöhte Produktionsziele, schlechten oder gar keinen Zugang zu Gesundheitsversorgung und andere ausbeuterische Bedingungen erleiden, um ihre Familien zu ernähren. 

Sie hätten mehr Chancen, gegen diese Ungerechtigkeiten vorzugehen, wenn sie Gewerkschaften angehörten. Doch genau dieses Recht wird ihnen weitgehend verweigert.

Werde jetzt aktiv!

Unterzeichne unsere Online-Petition und fordere die Regierungen von Bangladesch, Indien, Pakistan und Sri Lanka auf, das Recht der Textilarbeiter*innen auf menschenwürdige Arbeitsbedingungen und Vereinigungsfreiheit zu gewährleisten.

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Dein Appell

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Lies hier den Petitionstext:

An die Regierungen von Bangladesch, Indien, Pakistan und Sri Lanka:

Ich fordere Sie auf, das Recht der Textilarbeiter*innen auf menschenwürdige Arbeitsbedingungen und Vereinigungsfreiheit zu gewährleisten.

Hochachtungsvoll

Hintergrundinformation

Hintergrund

Die Bekleidungsindustrie ist ein riesiger globaler Wirtschaftszweig mit einem Umsatz von rund einer Billion US-Dollar im Jahr. Weltweit arbeiten fast 100 Millionen Menschen in dieser Branche – die große Mehrheit von ihnen sind Frauen. 

Doch viele dieser Arbeiter*innen müssen von Hungerlöhnen leben und unter prekären, gesundheitsgefährdenden Bedingungen arbeiten. In Ländern wie Bangladesch, Indien, Pakistan und Sri Lanka – den wichtigsten Produktionsstandorten Südasiens – basiert die Lieferkette großer Modemarken auf der strukturellen Ausbeutung einer überwiegend weiblichen Belegschaft. 

Das bestehende Wirtschaftsmodell nutzt billige Arbeitskräfte aus Ländern des Globalen Südens aus, um die Profite von Modemarken und Einzelhandel im Globalen Norden zu maximieren. Armut, unsichere Beschäftigung und gefährliche Arbeitsbedingungen sind ein fester Bestandteil dieses Systems.

Hinzu kommt die massive Einschränkung der Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit – sowohl durch Unternehmen als auch durch bezahlte Banden und auch durch staatliche Akteur*innen. Damit wird verhindert, dass Arbeiter*innen ihre Rechte kollektiv erkämpfen und verteidigen und für bessere Arbeitsbedingungen eintreten können.  

In Sri Lanka gaben einige Arbeiter*innen an, dass ihre Produktionsziele bis zu dreimal erhöht wurden, sodass sie nicht einmal mehr Zeit haben, auf die Toilette zu gehen. Deshalb trinken sie kein Wasser und verzichten auf ihre Mittagspause, da sie sonst ihre Ziele nicht erreichen und keinen Lohn erhalten würden. In Indien muss zum Beispiel Mahir, ein 40-jähriger Arbeiter, sechs oder sieben Tage die Woche jeweils 10 bis 12 Stunden arbeiten, um gerade genug zum Überleben zu verdienen. 

Die Beschäftigten in der Bekleidungsindustrie wollen ihre Arbeitsbedingungen verbessern, können dies jedoch nur mit einer starken gemeinsamen Interessenvertretung erreichen. Wenn sie jedoch versuchen, Gewerkschaften zu gründen, werden sie bedroht. 

Als Sumaaiyaa in Pakistan versuchte, eine Gewerkschaft zu gründen, um der täglichen sexuellen Belästigung ein Ende zu setzen, wurde sie gezwungen, ihren Arbeitsplatz zu verlassen. In Bangladesch wurde Susmita, die als Kind in einer Bekleidungsfabrik arbeitete, eine Lohnerhöhung verweigert, weil sie Gewerkschaftsmitglied war. 

Wie uns eine Person, die sich für Arbeitsrechte einsetzt, berichtete, werden Arbeiter*innen ignoriert, wenn sie ihre Stimme erheben. Wenn sie versuchen, sich gewerkschaftlich zu organisieren, werden sie bedroht und entlassen. Und wenn Arbeiter*innen protestieren, werden sie geschlagen, beschossen und verhaftet. Versuche gewerkschaftlicher Organisierung oder Forderungen nach besseren Arbeitsbedingungen werden oft mit Drohungen, Gewalt oder Entlassung beantwortet. 

Eine Änderung dieser Bedingungen ist nur möglich, wenn die Regierungen bereit sind, das Menschenrecht der Arbeiter*innen auf gewerkschaftliche Organisierung zu schützen. 

Die Freiheit zur gewerkschaftlichen Organisation ist der Schlüssel, um strukturelle Ungerechtigkeiten in der Branche zu überwinden.

Weitere Informationen zum Thema Frauenrechte findest du auf der Website der ehrenamtlichen Amnesty-Themengruppe "Menschenrechtsverletzungen an Frauen": https://amnesty-frauen.de/