USA: "Alligator Alcatraz" für immer schließen!

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Das Foto zeigt ein großes Zelt, in dem mehrere Käfige mit Betten aufgestellt wurden. Weit hinten am Ende des Zeltes steht Donald Trump im Eingang mit einer weiteren Person.

US-Präsident Donald Trump werden bei einem Rundgang durch das Abschiebegefängnis "Alligator Alcatraz" in Florida Käfige für die Inhaftierung von Migrant*innen gezeigt (1. Juli 2025).

Im Juli 2025 wurde in den Everglades im US-Bundesstaat Florida ein Abschiebegefängnis namens "Alligator Alcatraz" für Migrant*innen und Asylsuchende eröffnet. Die Einrichtung dient der gezielten und systematischen Entmenschlichung und Misshandlung: Es herrschen grausame und erniedrigende Bedingungen, darunter überlaufende Toilettenabflüsse, Fesselungen, die Verweigerung medizinischer Versorgung, Schlafentzug sowie Bestrafungspraktiken, die Folter darstellen. Der Gouverneur von Florida hat kürzlich angekündigt, die Einrichtung schließen zu wollen, aber die US-Regierung besteht darauf, dass sie geöffnet bleibt.

Bitte fordert die Schließung der Hafteinrichtung "Alligator Alcatraz"!

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Dein Appell

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Sehr geehrter Herr Gouverneur,

ich bitte Sie hiermit eindringlich, Ihre Zusage zur Schließung von "Alligator Alcatraz" umzusetzen.

Aus Medienberichten und Recherchen von Amnesty International habe ich erfahen, dass Menschen, die dort willkürlich inhaftiert sind, unter unmenschlichen und unhygienischen Bedingungen leben. Dazu gehören überlaufende Toiletten, aus denen Fäkalien in die Schlafbereiche sickern, ein eingeschränkter Zugang zu Duschen, fehlender Schutz vor Insekten, eine rund um die Uhr eingeschaltete Beleuchtung, minderwertiges Essen und schlechtes Wasser sowie ein Mangel an Privatsphäre, unter anderem durch direkt über den Toiletten angebrachte Kameras. Befragte berichteten, dass der Zugang zu medizinischer Versorgung unregelmäßig oder unzureichend sei oder gänzlich verweigert werde, wodurch die Betroffenen in Gefahr sind – sowohl im Hinblick auf ihre körperliche als auch ihre psychische Gesundheit. Zudem würden Inhaftierte stets in Fesseln gelegt, sobald sie ihre käfigartigen Zellen verlassen. Andere Misshandlungen, denen die Inhaftierten ausgesetzt waren, kommen Folter gleich; dazu gehört unter anderem das Einsperren in die sogenannte "Box" – eine winzige Gitterkonstruktion, in die Menschen zur Bestrafung gesteckt werden. Dabei sind sie schutzlos den Witterungsbedingungen ausgesetzt, oft über Stunden hinweg und nahezu ohne Wasser, während ihre Hände und Füße über spezielle Vorrichtungen am Boden fixiert sind.

Die Inhaftierung von Migrant*innen und Flüchtlingen ist grausam, unnötig und von Menschenrechtsverstößen gekennzeichnet. Die gewollte Grausamkeit dieser Einrichtung soll erreichen, dass Schutzsuchende und Migrant*innen kriminalisiert und in Angst und Schrecken versetzt werden. 

"Alligator Alcatraz" ist eine menschenrechtliche Katastrophe. Sie als Gouverneur von Florida haben die Macht und die Verantwortung, das Leben und die Würde der Menschen in Florida zu schützen. 

Bitte sorgen Sie dafür, dass diese Hafteinrichtung umgehend geschlossen wird und die Behörden des Bundesstaats Florida sich nicht an Menschenrechtsverletzungen beteiligen.

Sorgen Sie dafür, dass die dort inhaftierten Personen wieder in ihre Wohnorte zurückkehren können, um ihre Einwanderungsangelegenheiten dort mit anwaltlicher Unterstützung und in Freiheit regeln zu können.

Ich fordere Sie dringend auf, Gesetze zur Kriminalisierung von Migrant*innen in Florida abzuschaffen und dafür zu sorgen, dass der Bundesstaat den Masseninhaftierungen und -abschiebungen von Präsident Trump keinen Vorschub leistet.

Mit freundlichen Grüßen

 

Dear Governor DeSantis,

I am writing to demand that you move immediately to shut down the Everglades Detention Center in Florida, also known as "Alligator Alcatraz", which is currently housing migrants and asylum seekers.

I am concerned about the conditions at "Alligator Alcatraz". Amnesty International’s latest research concluded that people arbitrarily detained there are living in inhuman and unsanitary conditions including overflowing toilets with fecal matter seeping into where people are sleeping, limited access to showers, exposure to insects without protective measures, lights on 24 hours a day, poor quality food and water, and lack of privacy – including cameras above the toilets. People interviewed shared that access to medical care is inconsistent, inadequate, or denied all together, placing individuals at serious risk of physical and mental harm. People reported being always shackled when they were outside their cage. Other treatment those detained have endured amounts to torture, including being put in the "box", described as minimal cage-like structure people are put in as punishment – sometimes for hours at a time exposed to the elements with hardly any water – with their hands and feet attached to restraints on the ground.

Immigration detention is cruel, unnecessary, and rife with abuses. This facility’s intentional cruelty is meant to criminalize and strike fear in immigrant communities. The center is also located within the Everglades, a fragile ecosystem and one of the state’s most ecologically sensitive areas. I am concerned about the impact of pollution, water quality, and efforts to restore the Everglades and protected endangered species. 

"Alligator Alcatraz" is a human rights disaster. As Governor, you have the power and responsibility to protect the lives and dignity of people in Florida. You must take immediate action to close this facility and ensure that the individuals detained inside are released back into their communities where they can navigate their immigration cases supported by lawyers and outside of detention. You must also end Florida’s laws that criminalize its immigrant residents and end its participation in President Trump’s mass incarceration and deportation machine. 

The Everglades Detention Center is inhumane, irresponsible, and life-threatening. I urge you to shut it down immediately and ensure that Florida is not complicit in these abuses.

Yours sincerely,

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Bitte abschicken bis: 31.08.2026

Appell an

Governor of Florida
Ron DeSantis
State of Florida
The Capitol
400 S. Monroe St.
Tallahassee, FL 32399
USA 

Sende eine Kopie an

Botschaft der Vereinigten Staaten von Amerika
Herrn Alan D. Meltzer, Geschäftsträger a.i.
Clayallee 170
14195 Berlin 

Fax: 030-83 05 10 50
E-Mail: BerlinPCO@state.gov

Amnesty fordert:

  • Die Bedingungen im Abschiebegefängnis "Alligator Alcatraz" in den Everglades sind unmenschlich und lebensgefährlich. Bitte sorgen Sie dafür, dass diese Hafteinrichtung umgehend geschlossen wird und die Behörden des Bundesstaats Florida sich nicht an Menschenrechtsverletzungen beteiligen.
  • Sorgen Sie dafür, dass die dort inhaftierten Personen wieder in ihre Wohnorte zurückkehren können, um ihre Einwanderungsangelegenheiten dort mit anwaltlicher Unterstützung und in Freiheit regeln zu können.
  • Ich fordere Sie dringend auf, Gesetze zur Kriminalisierung von Migrant*innen in Florida abzuschaffen und dafür zu sorgen, dass der Bundesstaat den Masseninhaftierungen und -abschiebungen von Präsident Trump keinen Vorschub leistet.

Sachlage

Das als "Alligator Alcatraz" bekannte Abschiebegefängnis für Migrant*innen und Asylsuchende in den Everglades in Florida muss unverzüglich geschlossen werden!

Recherchen von Amnesty International haben ergeben, dass Menschen, die dort willkürlich inhaftiert sind, unter unmenschlichen und unhygienischen Bedingungen leben. Dazu gehören überlaufende Toiletten, aus denen Fäkalien in die Schlafbereiche sickern, ein eingeschränkter Zugang zu Duschen, fehlender Schutz vor Insekten, eine rund um die Uhr eingeschaltete Beleuchtung, minderwertiges Essen und schlechtes Wasser sowie ein Mangel an Privatsphäre, unter anderem durch direkt über den Toiletten angebrachte Kameras. Befragte berichteten, dass der Zugang zu medizinischer Versorgung unregelmäßig oder unzureichend sei oder gänzlich verweigert werde, wodurch die Betroffenen in Gefahr sind – sowohl im Hinblick auf ihre körperliche als auch ihre psychische Gesundheit. Zudem würden Inhaftierte stets in Fesseln gelegt, sobald sie ihre käfigartigen Zellen verlassen. Andere Misshandlungen, denen die Inhaftierten ausgesetzt waren, kommen Folter gleich; dazu gehört unter anderem das Einsperren in die sogenannte "Box" – eine winzige Gitterkonstruktion, in die Menschen zur Bestrafung gesteckt werden. Dabei sind sie schutzlos den Witterungsbedingungen ausgesetzt, oft über Stunden hinweg und nahezu ohne Wasser, während ihre Hände und Füße über spezielle Vorrichtungen am Boden fixiert sind.

Die Inhaftierung von Migrant*innen und Flüchtlingen ist grausam, unnötig und von Menschenrechtsverstößen gekennzeichnet. Die gewollte Grausamkeit dieser Einrichtung soll erreichen, dass Schutzsuchende und Migrant*innen kriminalisiert und in Angst und Schrecken versetzt werden. 

"Alligator Alcatraz" ist eine menschenrechtliche Katastrophe. Der Gouverneur hat die Macht und die Verantwortung, das Leben und die Würde der Menschen in Florida zu schützen. 

Hintergrundinformation

Hintergrund

Das auch als "Alligator Alcatraz" bekannte Abschiebegefängnis wurde im Juli 2025 mit einer Kapazität für rund 3.000 Personen eröffnet. Die Anlage befindet sich in den Everglades, einem der empfindlichsten Ökosysteme Floridas. Im Mai 2026 gab es neue Berichte, denen zufolge die Einrichtung auf Anweisung des Gouverneurs von Florida, Ron DeSantis, im Juni oder Juli desselben Jahres geschlossen werden sollte. Angehörige der Bundesbehörden widersprachen dieser Ankündigung umgehend und erklärten, die Einrichtung werde geöffnet bleiben. 

"Alligator Alcatraz" ist die erste Hafteinrichtung für Migrant*innen in den USA, die von einem Bundesstaat betrieben wird. Die Einrichtung unterliegt folglich keinerlei Aufsicht durch die Bundesbehörden. Sie ist zudem nicht in die Systeme oder Datenbanken der US-Einwanderungsbehörde ICE integriert. Das Fehlen von Registrierungs- oder Nachverfolgungssystemen für die in "Alligator Alcatraz" Inhaftierten begünstigt eine Haft ohne Kontakt zur Außenwelt und kommt dem Verschwindenlassen gleich, wenn die Angehörigen keine Informationen zum Aufenthaltsort einer inhaftierten Person erhalten und dieser der Kontakt zu einem Rechtsbeistand verwehrt wird. Für die dort Inhaftierten ist der Zugang zu einem Rechtsbeistand und einem ordnungsgemäßen Verfahren mit erheblichen Hürden verbunden.

Florida hat zwar eine Kostenerstattung aus den neuen Mitteln des Heimatschutzministeriums für Maßnahmen zur Durchsetzung der Einwanderungsgesetze erwartet, aber bisher keine Erstattung erhalten und wird diese auch künftig nicht bekommen. "Alligator Alcatraz" schafft zudem einen gefährlichen Präzedenzfall, wie Bundesstaaten mit der US-Regierung zusammenarbeiten können, um noch mehr Masseninhaftierungen und -abschiebungen zu ermöglichen. Auch der Bundesstaat Florida hat Gesetze erlassen, die Migration kriminalisieren und diskriminierende Personenkontrollen (Racial Profiling) erlauben.

Bis Dezember 2025 hatte "Alligator Alcatraz" bereits staatliche Aufträge im Wert von mehr als 360 Millionen US-Dollar (etwa 312 Millionen Euro) vergeben; für die Zeit nach der vollständigen Inbetriebnahme wurden jährliche Kosten von rund 450 Millionen US-Dollar (etwa 390 Millionen Euro) veranschlagt. Die Mittel für Bau und Betrieb wurden auf Grundlage einer Entscheidung des Gouverneurs der Katastrophenschutzbehörde Florida Division of Emergency Management (FDEM) entzogen. Der Gouverneur griff dabei auf Befugnisse für Notfallmaßnahmen zurück, die üblicherweise Naturkatastrophen vorbehalten sind. Amnesty International hat dokumentiert, dass die Regierung von Florida Mittel für wichtige Sozial- und Katastrophenschutzprogramme gekürzt und gleichzeitig frei verfügbare Gelder der FDEM für die Finanzierung von Bau und Betrieb von "Alligator Alcatraz" umgeleitet hat.

Die Inhaftierung von Migrant*innen und Flüchtlingen ist in den USA seit Langem problematisch, da sie mit Menschenrechtsverstößen und grausamen Bedingungen einhergeht. Doch die Regierung stellt weiterhin Mittel für eine Ausweitung der entsprechenden Infrastruktur bereit, ohne die Bedingungen zu verbessern. Mit Stand vom Mai 2026 befanden sich landesweit 60.000 Menschen in mehr als 100 Einrichtungen der Einwanderungs- und Zollbehörde (Immigration and Customs Enforcement – ICE) in Haft. Ziel der Trump-Regierung war es, im Jahr 2025 mindestens eine Million Menschen aus den USA abzuschieben. Daher wurden Menschen verstärkt verfolgt und inhaftiert, was zu Überbelegung und einer Verschlechterung der Haftbedingungen geführt hat. 2026 gab es bereits 19 Todesfälle in ICE-Gewahrsam. 2025 starben 31 Menschen in ICE-Gewahrsam – dies war die höchste Zahl an dokumentierten Todesfällen seit Jahrzehnten. 

Die Inhaftierung im Rahmen von Einwanderungsverfahren ist nur unter außergewöhnlichen Umständen zulässig. Die persönliche Freiheit jedes Einzelnen muss der Regelfall bleiben. Migrant*innen, Flüchtlinge und Asylsuchende müssen, wie jeder andere Mensch auch, von der Zugrundelegung des Rechts auf Freiheit profitieren. Folglich muss jeder Freiheitsentzug gesetzlich klar vorgeschrieben und strengstens durch einen legitimen Zweck gerechtfertigt sein, der notwendig, verhältnismäßig und nicht diskriminierend ist. Eine Inhaftierung ist nur dann angemessen, wenn die Behörden im Einzelfall nachweisen können, dass sie notwendig und im Hinblick auf das angestrebte Ziel verhältnismäßig ist, auf gesetzlich festgelegten Gründen beruht und keine wirksamen Alternativen vorhanden sind. Nach internationalen Standards werden nur wenige spezifische Zwecke als legitime Gründe für eine Inhaftierung anerkannt, darunter die Identitätsfeststellung sowie die Verhinderung des Untertauchens einer Person auf der Grundlage einer objektiven Bewertung des Fluchtrisikos. 

Staaten sind verpflichtet sicherzustellen, dass die Haftbedingungen internationalen Menschenrechtsnormen und ‑standards entsprechen. Dazu gehört insbesondere, dass die Haftbedingungen menschenwürdig sind und die Menschenrechte der Inhaftierten geachtet werden. Dazu gehören auch der Schutz vor Folter sowie vor grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung, der Zugang zu medizinischer Versorgung und Bewegungsmöglichkeiten sowie die Möglichkeit, mit der Außenwelt zu kommunizieren, darunter mit Konsulaten, Rechtsbeiständen und Angehörigen. ICE verfügt zudem über leistungsbezogene nationale Standards für Haftzentren, die den Zugang zu Rechtsbeiständen und Telefonen, saubere und sichere Haftbedingungen, Freizeitangebote, ausgewogene Mahlzeiten sowie medizinische Versorgung vorschreiben. Es ist jedoch unklar, ob in "Alligator Alcatraz" überhaupt irgendwelche Standards Anwendung finden.