Abschiebezentrum "Alligator Alcatraz" schließt!
Diese Urgent Action ist beendet.
Das Abschiebegefängnis "Alligator Alcatraz" wird nach knapp einjährigem Betrieb geschlossen. Das gab der republikanische Gouverneur von Florida Ron DeSantis am 25. Juni 2026 bekannt. Die Einrichtung stand wegen ihrer schlechten Haftbedingungen in der Kritik.
Am 28. Juni 2025 demonstriert eine Gruppe von Menschen in den Everglades bei Ochopee im US-Bundesstaat Florida gegen den Bau des geplanten ICE-Haftzentrums für Migrant*innen "Alligator Alcatraz".
© AFP via Getty Images
Vielen Dank allen, die sich an dieser Urgent Action beteiligt haben!
Sachlage
In der Einrichtung in den Everglades gebe es keine Häftlinge mehr, sagte Ron DeSantis. Das als "Alligator Alcatraz" bekannte Abschiebegefängnis in den Everglades in Florida ist geschlossen. Die Haftanstalt stand seit ihrer Eröffnung im Juli 2025 in der Kritik. Recherchen von Amnesty International hatten unmenschliche und unhygienische Bedingungen aufgezeigt. Dazu gehörten überlaufende Toiletten, mit Fäkalien überflutete Böden sowie überall Mücken und andere Insekten. Der Zugang zu den Duschen war eingeschränkt, das Essen minderwertig. Außerdem wurden Häftlinge gefesselt und waren Schlafentzug sowie weiteren Bestrafungspraktiken ausgesetzt, die Folter darstellen.
Amnesty International startete anlässlich der Veröffentlichung des englischsprachigen Berichts Torture and enforced disappearances in the Sunshine State. Human Rights Violations at "Alligator Alcatraz" and Krome in Florida (Folter und Verschleppungen im Sunshine State. Menschenrechtsverletzungen in 'Alligator Alcatraz' und in Krome in Florida) eine weltweite Kampagne. Im Rahmen der Veröffentlichung des Berichts organisierte die Organisation eine Kunstausstellung auf der SCOPE Art Show als Teil der Miami Art Week und führte außerdem Plakataktionen im Bundesstaat Florida durch. Tausende Menschen aus aller Welt unterzeichneten Petitionen oder forderten Gouverneur Ron DeSantis im Rahmen von Urgent Actions per Brief oder E-Mail auf, das Abschiebegefängnis zu schließen. All diese Aktionen führten zu einer Untersuchung der Einrichtung durch den US-Kongress.
Mit Stand vom Mai 2026 befanden sich landesweit 60.000 Menschen in mehr als 100 Einrichtungen der Einwanderungs- und Zollbehörde (Immigration and Customs Enforcement – ICE) in Haft. Ziel der Trump-Regierung war es, im Jahr 2025 mindestens eine Million Menschen aus den USA abzuschieben. Daher wurden Menschen verstärkt verfolgt und inhaftiert, was zu Überbelegung und einer Verschlechterung der Haftbedingungen geführt hat. 2026 gab es bereits 19 Todesfälle in ICE-Gewahrsam. 2025 starben 31 Menschen in ICE-Gewahrsam – dies war die höchste Zahl an dokumentierten Todesfällen seit Jahrzehnten.
ICE hat eine Richtlinie verabschiedet, wonach Inhaftierte, die ohne die nötigen Papiere in die USA eingereist sind, keinen Anspruch auf Freilassung gegen Kaution haben. Das bedeutet, dass sie während des gesamten Abschiebeverfahrens in Haft bleiben müssen. Das gilt auch für Personen, die einen Asylantrag gestellt haben. Sie bleiben bis zur Entscheidung über ihren Antrag inhaftiert. Gemäß dem Völkerrecht sollten Asylsuchende nicht für die Art und Weise ihrer Einreise bestraft werden. Auch sollten Menschen nicht abgeschoben werden, bevor ihr Antrag auf Flüchtlingsschutz ordnungsgemäß in einem fairen Verfahren zur Feststellung des Flüchtlingsstatus geprüft wurde.
Die in "Alligator Alcatraz" inhaftierten Personen wurden größtenteils in andere Haftanstalten verlegt, so auch in das ICE-Haftzentrum Krome. Amnesty International fordert die Vereinigten Staaten weiterhin auf, das umfassende Programm der Masseninhaftierung und Abschiebung einzustellen.
Weitere Aktionen sind derzeit nicht erforderlich. Vielen Dank allen, die sich für die Schließung von "Alligator Alcatraz" eingesetzt haben.