Abschiebung von Menschenrechtlerin stoppen!

Diese Urgent Action ist beendet.

Die Menschenrechtsverteidigerin Valentina Chupik wurde aus der Haft am Moskauer Flughafen Scheremetjewo entlassen und konnte am 2. Oktober nach Armenien fliegen. Die russischen Behörden hatten sie seit dem 25. September in der Transithalle des Flughafens festgehalten, weil ihr der Flüchtlingsstatus in Russland entzogen worden war. Ihr drohte die Abschiebung nach Usbekistan, wo sie der Gefahr von Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt gewesen wäre.

Portraitfoto einer Frau auf schwarzem Grund. Die Frau hat helle, zusammengenommene Haare, blaue Augen und sie trägt einen dunkelblauen Rollkragenpullover.

Die usbekische Menschenrechtsverteidigerin Valentina Chupik

Valentina Chupik, eine Menschenrechtsverteidigerin mit anerkanntem Flüchtlingsstatus, wird seit dem 25. September in der Transithalle des Moskauer Flughafens Scheremetjewo festgehalten. Die Behörden teilten ihr mit, dass ihr der Flüchtlingsstatus entzogen worden sei, dass sie 30 Jahre lang nicht mehr nach Russland einreisen dürfe und dass ihr die Abschiebung nach Usbekistan drohe. Sie muss unverzüglich freigelassen werden und in Russland ihre Arbeit fortsetzen dürfen.

Appell an

Tatyana Moskalkova
High Commissioner for Human Rights in Russia
Smolensky Boulevard, 19с2
119121 Moscow
RUSSISCHE FÖDERATION

Sende eine Kopie an

Botschaft der Russischen Föderation
S. E. Herrn Sergei J. Nechaev

Unter den Linden 63-65
10117 Berlin
Fax: 030 – 2299 397
E-Mail: info@russische-botschaft.de

Amnesty fordert:

  • Ich bitte Sie sicherzustellen, dass Russland seinen Verpflichtungen aus den internationalen Menschenrechtsnormen, einschließlich der Genfer Flüchtlingskonvention, nachkommt und Valentina Chupik nicht in ein Land abschiebt, in dem sie der Gefahr von Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt wäre.
  • Bitte sprechen Sie sich für die sofortige und bedingungslose Freilassung von Valentina Chupik aus und sorgen Sie dafür, dass sie in Russland bleiben und ihre Menschenrechtsarbeit fortsetzen kann.

Sachlage

Valentina Chupik ist eine Verfechterin für die Rechte von Migrant_innen, die derzeit am Flughafen Scheremetjewo festgehalten wird. Sie ist in Gefahr, nach Usbekistan abgeschoben zu werden, wo ihr willkürliche Haft, ein unfaires Verfahren, Folter und andere Misshandlungen drohen. Vor 15 Jahren war sie aus Usbekistan geflohen, aus begründeter Angst vor willkürlicher Strafverfolgung im Zusammenhang mit ihrer Menschenrechtsarbeit.

Als sie am 25. September aus Armenien nach Russland zurückreiste, wurde sie festgenommen. Grenzwachen teilten ihr mit, dass ihr der Flüchtlingsstatus aberkannt und die Einreise in die Russische Föderation bis September 2051 untersagt worden sei, weil sie "falsche Angaben gemacht und Dokumente gefälscht" habe. Valentina Chupik wurde vor über zehn Jahren in Russland als Flüchtling anerkannt. Ihre Dokumente hat sie im März 2021 erneuert.

Valentina Chupik hat Migrant_innen aus Zentralasien in Russland kostenlose rechtliche Unterstützung angeboten und ist bekannt dafür, sich für ordnungsgemäße Verfahren und die Einhaltung von Rechtsstandards einzusetzen. Die Aktion der Grenzwachen am Flughafen Scheremetjewo scheint ein Versuch zu sein, sie wegen ihrer Arbeit zu diskreditieren und zu bestrafen.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Valentina Chupik verließ Usbekistan im Jahr 2006 nach dem Massaker von Andischan. Die Regierung hatte Truppen geschickt, um eine Demonstration gegen das Gerichtsverfahren lokaler Geschäftsleute niederzuschlagen. Dabei wurden Hunderte meist friedlich Demonstrierende getötet. Valentina Chupik gab an, im Zusammenhang mit diesen Ereignissen gefoltert worden zu sein. Sie flüchtete nach Russland, weil sie Grund zur Angst vor willkürlicher Strafverfolgung und Haft, unfairen Verfahren, Folter und anderer Misshandlung hatte. 2009 wurde ihr der Flüchtlingsstatus zuerkannt.

Sie ist die Gründerin der Organisation Tong Zhakhoni, die Migrant_innen aus Zentralasien in der Russischen Föderation rechtlichen Beistand bietet.

Seit ihrer Festnahme am 25. September hat sie Informationen über ihre Situation am Flughafen Scheremetjewo geteilt. Jedoch ist der Akku ihres Mobiltelefons nun fast leer und in ihrer letzten Nachricht vom 30. September sagte sie: "Wenn ihr nichts mehr von mir hört, könnt ihr davon ausgehen, dass ich nach Usbekistan zurückgeschickt wurde".