Pakistan: Lassen Sie die Anwältin und den Anwalt frei!
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Imaan Mazari-Hazir und Hadi Ali Chattha setzen sich für Menschenrechte ein. Nach regierungskritischen Beiträgen in den Sozialen Medien wurden sie im Januar festgenommen und zu langen Haftstrafen verurteilt. Obwohl sie Berufung eingelegt haben, prüft das zuständige Gericht ihren Fall seit acht Monaten nicht.
Setzt euch für Imaan Mazari-Hazir und Hadi Ali Chattha ein!
Hier kannst du deinen Brief ausdrucken, um ihn per Post oder Fax an die Behörden zu senden, oder ihn direkt über dein eigenes E-Mail-Programm verschicken.
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Achtung: Bitte prüfe bei der Deutschen Post ob die Briefzustellung in das Zielland ungehindert möglich ist.
Appell an
Prime Minister Shehbaz Sharif
Prime Minister’s Office
Constitution Avenue, G-5/2
Islamabad
PAKISTAN
Sende eine Kopie an
Botschaft der Islamischen Republik Pakistan
I.E. Frau Saqlain Syedah
Schaperstr. 29
10719 Berlin
Fax: 030-2124 4210
E-Mail: mail@pakemb.de
Amnesty fordert:
- Bitte ergreifen Sie alle nötigen Maßnahmen, damit die Verurteilung von Imaan Mazari-Hazir und Hadi Ali Chattha aufgehoben und sie sofort und ohne Bedingungen freilgelassen werden.
- Stellen Sie sicher, dass Imaan Mazari-Hazir und Hadi Ali Chattha umgehend Zugang zu einer angemessenen und umfassenden medizinischen Versorgung erhalten.
Sachlage
Das erste Gerichtverfahren war unfair. Und die Gerichte, vor allem das Hohe Gericht in Islamabad, haben die Berufung von Imaan Mazari-Hazir und Hadi Ali Chattha nicht innerhalb der vom Obersten Gerichtshof festgelegten Frist von zwei Wochen verhandelt. Es besteht die Befürchtung, dass die Behörden Verzögerungs-taktiken anwenden, um ihre willkürliche Inhaftierung zu verlängern.
maan Mazari-Hazir hat nach der Inhaftierung große gesundheitliche Probleme entwickelt, für die sie dringend medizinische Versorgung benötigt, die ihr die Behörden jedoch wiederholt verwehrt haben.
Imaan Mazari-Hazir und Hadi Ali Chattha sind als Vergeltungsmaßnahme für ihre Tätigkeit als Menschenrechtsanwält*innen und für die Ausübung ihres Rechts auf freie Meinungsäußerung inhaftiert. Sie sollen nicht noch einmal Solidarität mit Aktivist*innen und Bewegungen in Pakistan bekunden. Es liegt nahe, dass hier das Gesetz zur Verhütung elektronischer Straftaten dafür missbraucht wird, kritische Stimmen im Land zu unterdrücken. Dies steht im Widerspruch zu Pakistans internationalen Menschenrechtsverpflichtungen.
Hintergrundinformation
Am 23. Januar wurden die beiden Anwält*innen Imaan Mazari-Hazir und Hadi Ali Chattha auf dem Weg zu einem Gericht festgenommen, wo sie im Zusammenhang mit einem gegen sie angestrengten Verfahren erscheinen sollten. Sie wurden festgenommen, obwohl sie erst zwei Tage zuvor gegen Kaution freigelassen worden waren. Augenzeug*innen berichteten von unnötiger Gewaltanwendung durch die Strafverfolgungsbehörden bei der Festnahme. Sie wurden im Adiala-Gefängnis in Rawalpindi nahe der pakistanischen Hauptstadt Islamabad inhaftiert und sind dort bis heute. Am 24. Januar verurteilte ein Bezirksgericht in Islamabad Imaan Mazari-Hazir und Hadi Ali Chattha zu zehn beziehungsweise 17 Jahren Gefängnis. Das Gericht bezog sich dabei auf Paragraf 9 (Verherrlichung einer Straftat), Paragraf 10 (Cyberterrorismus) und Paragraf 26-A (falsche oder gefälschte Informationen) des Gesetzes zur Verhinderung digitaler Straftaten (Prevention of Electronic Crimes Act – PECA), um die Beiträge der beiden Anwält*innen auf X zu kriminalisieren, in denen sie ihre Solidarität mit belutschischen und paschtunischen Aktivist*innen zum Ausdruck brachten und die Politik des pakistanischen Militärs kritisierten. Hadi Ali Chattha wurde beschuldigt, die Beiträge von Imaan Mazari-Hazir weiterverbreitet zu haben. Das Verfahren gegen die beiden Anwält*innen wurde in ungewöhnlicher Eile geführt, und es wurde ihnen konsequent das Recht verweigert, Zeug*innen ins Kreuzverhör zu nehmen und ihre Aussagen zu widerlegen.
Seit ihrer Inhaftierung haben Imaan Mazari-Hazir und Hadi Ali Chattha Rechtsmittel gegen ihre Verurteilung eingelegt und eine Aussetzung der Haftstrafe beantragt. Doch diese Anträge wurden von den Gerichten noch nicht verhandelt. Stattdessen setzen diese Verzögerungstaktiken ein, so weigern sie sich, den Fall auf die Terminliste zu setzen. Am 2. März löste das Hohe Gericht von Islamabad die Kammer auf, die über ihre Berufung entscheiden sollte. Nachdem beim Obersten Gerichtshof Rechtsmittel eingelegt worden waren, wies dieser das Hohe Gericht von Islamabad am 12. Mai an, innerhalb von zwei Wochen über die Anträge auf Aussetzung der Haftstrafe zu entscheiden. Trotz dieser Anordnung hat noch keine substanzielle Anhörung in dieser Sache stattgefunden.
Imaan Mazari-Hazir und Hadi Ali Chattha wurden in den letzten Jahren mehrfach wegen ihrer Menschenrechtsarbeit willkürlich festgenommen und strafrechtlich verfolgt. Imaan Mazari-Hazir wurde nach ihrer Rede auf einer Kundgebung der paschtunischen Tahafuz-Bewegung (PTM) im August 2023 unter dem Vorwurf des Terrorismus festgenommen. Eine Woche später kam sie gegen Kaution frei. Im Oktober 2024 wurden Imaan Mazari-Hazir und Hadi Ali Chattha erneut unter dem Vorwurf des Terrorismus festgenommen, weil sie Polizeibarrikaden entfernt hatten, die im Zusammenhang mit dem Besuch eines internationalen Kricket-Teams in Islamabad errichtet worden waren. Sie wurden einige Tage später freigelassen. Nachdem im August 2025 ein Verfahren gegen sie wegen sogenannter "staatsfeindlicher" Tweets nach dem PECA eingeleitet worden war, wurden Haftbefehle erlassen. Beiden Anwält*innen wurde schon vor Inhaftnahme Kaution gewährt, doch Hadi Ali Chattha wurde am 29. Oktober 2025 dennoch kurzzeitig festgenommen. Am 15. Januar 2026 hob das Gericht die Freilassung auf Kaution von Imaan Mazari-Hazir und Hadi Ali Chattha auf, nachdem Imaan Mazari-Hazir ihren Meldeauflagen wegen Krankheit nicht nachkommen konnte. Obwohl sie sich krankgemeldet hatte, ordnete das Gericht am 16. Januar ihre Festnahme innerhalb von 24 Stunden an. Am 19. Januar wurden sie auf Kaution erneut vorläufig freigelassen. Allerdings wurden in einem bis dahin unbekannten First Information Report vom Juli 2025 im Zusammenhang mit einer Protestaktion der Menschenrechtsorganisation Baloch Yakjehti Committee (BYC) in Islamabad weitere Anschuldigungen gegen sie erhoben.
Imaan Mazari-Hazir war Berichten zufolge im vergangenen Monat bei schlechter Gesundheit. Sie leidet unter Zahn- und Magen-Darm-Problemen. Imaan leidet unter starken Zahnfleischblutungen, doch die Gefängnisleitung lässt keine zahnärztliche Behandlung zu. Die Familie von Imaan Mazari-Hazir schickte ihr nach Rücksprache mit einer Zahnärztin Medikamente, doch die Gefängnisbehörden händigten ihr nicht alle Medikamente aus. Außerdem hat sie sich in Haft eine Atemwegsinfektion zugezogen und leidet an Magenbeschwerden. Imaan Mazari-Hazir’s family has noted that many women in the prison facility are suffering from infectious diseases, and no measures are being taken to stem the spread of these infections in the women’s prison.
Imaan Mazari-Hazir ist eine 33-jährige Menschenrechtsanwältin aus Islamabad und Hadi Ali Chattha ist ein 33-jähriger Menschenrechtsanwalt aus Multan. Imaan Mazari-Hazir und Hadi Ali Chattha heirateten im Jahr 2023. Die beiden vertreten seit Jahren Betroffene staatlicher Repression, insbesondere Journalist*innen, die unter den pakistanischen Gesetzen zur Bekämpfung des Terrorismus und der Internetkriminalität verfolgt werden; Menschen, die unter den Blasphemiegesetzen angeklagt sind, und Opfer des Verschwindenlassens. Im Juni 2025 wurde Imaan Mazari-Hazir mit dem Young Inspiration Price 2025 des World Expression Forum ausgezeichnet.
Die pakistanischen Behörden unterdrücken das Recht auf freie Meinungsäußerung mit aller Härte. Seit der Verabschiedung des Gesetzes zur Verhinderung digitaler Kriminalität im Jahr 2016 wurden zahlreiche Journalist*innen, Menschenrechtler*innen sowie Mitglieder und Anhänger*innen von Oppositionsparteien festgenommen und auf der Grundlage dieses Gesetzes schikaniert. Im Januar 2025 wurde das Gesetz reformiert, um die Meinungsäußerung im Internet weiter einzuschränken und Abschnitt 26-A hinzuzufügen, der eine Höchststrafe von drei Jahren Gefängnis für "gefälschte oder falsche Informationen" vorsieht. Amnesty International dokumentierte ein System der Überwachung und Zensur in Pakistan, das gegen Journalist*innen und Menschenrechtsanwält*innen eingesetzt wird. Internetabschaltungen und -verlangsamungen werden immer häufiger genutzt, um Proteste und den Informationsfluss zu unterbinden. Aktivist*innen, insbesondere Belutsch*innen und Paschtun*innen, wurden durch Antiterrorgesetze ins Visier genommen und Opfer des Verschwindenlassens.