USA: kubanischer Asylsuchender freigelassen!
Diese Urgent Action ist beendet.
Der kubanische Künstler und Asylsuchende Denis Cabrera Rodríguez ist seit dem 22. März 2026 wieder auf freiem Fuß. Er muss eine elektronische Fußfessel tragen, bis über seinen Asylantrag entschieden wurde. Er war am 26. November 2025 von der US-Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) festgenommen und in Florida inhaftiert worden.
Der kubanische Künstler und Asylsuchende Denis Cabrera Rodríguez (Archivbild)
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Sachlage
Der kubanische Künstler Denis Cabrera Rodríguez war am 26. November 2025 in den USA festgenommen worden, obwohl sein Antrag auf politisches Asyl noch anhängig war. Er arbeitet mit künstlerischen Initiativen wie der San-Isidro- und der 27N-Bewegung zusammen. In Kuba wurde er wegen seiner Arbeit und seines Aktivismus zensiert, willkürlich inhaftiert, gefoltert und fiel dem Verschwindenlassen zum Opfer. 2022 kam er in die USA und beantragte dort Asyl.
Nach seiner Festnahme wurde Denis Cabrera Rodríguez von der Einwanderungsbehörde ICE in die Hafteinrichtung Krome North Service Processing Center ("Krome") in Florida gebracht. Er leidet unter Diabetes und ist auf eine Insulinpumpe angewiesen, die ihm bei Bedarf Insulin verabreicht. In der Hafteinrichtung wurden seine Blutzuckerwerte nicht regelmäßig gemessen und er wurde nicht ausreichend mit Insulin oder angemessener Nahrung versorgt. Auch seine Insulinpumpe durfte er nicht verwenden, und seine Anträge auf Überweisung ins Krankenhaus wurden abgewiesen. Seine Gesundheit verschlechterte sich dadurch erheblich.
Seit dem 22. März befindet sich der Künstler endlich wieder auf freiem Fuß; er muss jedoch bis zum Abschluss seines Asylverfahrens eine elektronische Fußfessel tragen.
Denis Cabrera Rodríguez hätte nie inhaftiert werden dürfen, denn den Behörden fehlt jede rechtliche Grundlage, um ihn nach Kuba zurückzuschicken. Darüber hinaus wurden die gefährlichen und mangelhaften Bedingungen in Krome von zahlreichen Organisationen – auch Amnesty International – bereits ausführlich dokumentiert. Sie berichteten von einer unzureichenden medizinischen Versorgung, unhygienischen Bedingungen sowie Misshandlungen, die zu Todesfällen in Gewahrsam geführt haben. Im Jahr 2025 sind dort vier Personen in Gewahrsam gestorben: Ramesh Amechand, Genry Ruiz Guillen, Maksym Chernyak und Isidro Pérez. Dies lässt darauf schließen, dass es in der Einrichtung keine angemessene medizinische Versorgung gibt. Amnesty International stuft die Haftbedingungen in Krome als grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung von Gefangenen ein.
Die ICE-Hafteinrichtung Krome befindet sich am Rande der Everglades und wird von der Firma Akima Global Services, LLC betrieben. Seit Jahrzehnten prangern Organisationen, Anwält*innen und Dienstleister*innen vor Ort die Haftbedingungen in Krome an. Dazu gehören eine eklatante Überbelegung, chronische Einschränkungen beim Zugang zu angemessener medizinischer Versorgung, die mit mehreren Todesfällen in Haft in Verbindung stehen, eine erniedrigende und grausame Behandlung sowie Verfahrensfehler, die den Zugang der Betroffenen zu einem Rechtsbeistand und einem ordnungsgemäßen Verfahren beeinträchtigen. 2025 geriet die Einrichtung nach Berichten über starke Überbelegung und mehrere Todesfälle in Gewahrsam verstärkt in den Fokus der Öffentlichkeit. Unabhängige Berichte und Menschenrechtsrecherchen haben systemische Mängel bei den Aufnahmeverfahren, der medizinischen Versorgung, den Separierungs- und Unterbringungspraktiken sowie Bedingungen dokumentiert, die als grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Folter unter dem Völkerrecht gelten könnten. Diese Mängel traten vor dem Hintergrund einer rapide wachsenden Zahl von Inhaftierten und einer eingeschränkten unabhängigen Aufsicht auf.
Unter der Trump-Regierung hat die Inhaftierung von Migrant*innen in den Vereinigten Staaten erheblich zugenommen. Im Februar 2026 befanden sich mehr als 68.000 Menschen in Hafteinrichtungen der US-Einwanderungsbehörde ICE. Diese Zahlenangabe wird weithin als zu niedrig angesehen, da Tausende Menschen in ICE-Kurzzeit-Bearbeitungszentren, ICE-Außenstellen, in US-Untersuchungshaft oder in anderen Einrichtungen nicht berücksichtigt werden. Bisher sind im Jahr 2026 bereits mindestens 14 Personen in ICE-Gewahrsam gestorben. Während die Trump-Regierung die Haftkapazitäten der US-Einwanderungsbehörde ausweitet, verschlechtern sich die Haftbedingungen dramatisch. Die US-Einwanderungsbehörde hat eine Richtlinie verabschiedet, wonach Personen, die ohne die nötigen Papiere in die USA eingereist sind, keinen Anspruch auf Freilassung gegen Kaution haben. Das bedeutet, dass sie während des gesamten Abschiebeverfahrens in Haft bleiben müssen. Das gilt auch für Personen, die einen Asylantrag gestellt haben. Sie bleiben bis zur Entscheidung über ihren Antrag inhaftiert. Nach internationalem Recht sollten Asylsuchende nicht dafür bestraft werden, wie sie in ein Land eingereist sind. Sie sollten auch nicht aus einem Land abgeschoben werden, bevor ihr Antrag auf Flüchtlingsschutz ordnungsgemäß in einem fairen Verfahren zur Feststellung des Flüchtlingsstatus geprüft wurde.
Weitere Aktionen des Eilaktionsnetzes sind derzeit nicht erforderlich. Vielen Dank allen, die sich für Denis Cabrera Rodríguez eingesetzt haben.