Khalida Jarrar wieder frei!

Sachlage

Am 28. Februar wurde die palästinensische Politikerin und Parlamentsabgeordnete Khalida Jarrar aus dem israelischen HaSharon-Gefängnis entlassen, nachdem sie dort 606 Tage lang ohne Anklage oder Gerichtsverfahren inhaftiert war.

Nach ihrer Freilassung bedankte sich Khalida Jarrar bei Amnesty International und allen Unterstützer_innen für ihren Einsatz: „Ich danke euch allen dafür, dass ihr euch für meine Rechte und für die Rechte anderer palästinensischer Gefangener einsetzt. Während meiner Zeit im Gefängnis hatte ich keinen Zweifel daran, dass die Mitglieder und Unterstützerinnen und Unterstützer von Amnesty weltweit erneut die willkürliche Verwaltungshaft anprangern und meine Freilassung fordern würden.“ Sie fügte hinzu: „Ich bin jetzt frei, doch mindestens 48 weibliche palästinensische Gefangene befinden sich nach wie vor in Israel hinter Gittern. Sie haben es unglaublich schwer und leiden sehr. Ich hoffe, dass Amnesty sich weiterhin für palästinensische Gefangene einsetzt und gegen das Unrecht ankämpft. Die Unterstützung und Mobilisierung sollte bis zur Freilassung aller palästinensischen politischen Gefangenen fortgesetzt werden. Meine abschließende Botschaft an alle Unterstützerinnen und Unterstützer von Amnesty ist, dass die Menschenrechte unseren Einsatz immer brauchen werden und wir daher eine Verantwortung haben, uns weiter zu engagieren.“

Am 2. Juli 2017 wurde Khalida Jarrar in ihrer Wohnung in Ramallah im besetzten Westjordanland festgenommen. Am 12. Juli 2017 ordnete der israelische Militärkommandant des Westjordanlandes sechs Monate Verwaltungshaft gegen sie an. Die Haftanordnung wurde seitdem dreimal verlängert: am 31. Dezember 2017, am 17. Juni 2018 und am 25. Oktober 2018. Obwohl die maximale Haftdauer für eine Verwaltungshaftanordnung sechs Monate beträgt, kann diese nach israelischem Recht beliebig oft verlängert werden.

Khalida Jarrar ist eine palästinensische Parlamentarierin und erklärte Kritikerin der israelischen Besetzung der palästinensischen Gebiete. Zudem kritisiert sie die Zusammenarbeit der palästinensischen Behörden mit dem israelischen Militär im Sicherheitsbereich. Sie wird wegen ihres politischen und menschenrechtlichen Engagements bereits seit Jahrzehnten von den israelischen Behörden drangsaliert und eingeschüchtert. Seit 1998 darf sie Israel nicht mehr verlassen.

Weitere Aktionen des Eilaktionsnetzes sind nicht erforderlich. Vielen Dank allen, die Appelle geschrieben haben.