Artikel Finnland 02. Oktober 2017

Sakris Kupila

Selbstbestimmung braucht keine Diagnose
Illustration von Sakris Kupila

"In Finnland werden die grundlegenden Menschenrechte von transgeschlechtlichen Menschen verletzt", stellt Sakris Kupila fest. "Wir werden nicht nur von der Gesellschaft diskriminiert, sondern auch vom Staat." Der Medizinstudent kämpft für die Rechte transgeschlechtlicher Menschen und gegen eine diskriminierende Gesetzgebung in Finnland.

Bei transgeschlechtlichen Menschen ist das biologische Geschlecht ein anderes, als das empfundene oder gewünschte Geschlecht.

Weil Sakris bei seiner Geburt weibliche Geschlechtsmerkmale aufwies, ist er als Mädchen gemeldet worden. Als Teenager wurde ihm bewusst, dass dies nicht seiner Geschlechtsidentität entspricht.

Wenn transgeschlechtliche Menschen wie Sakris ihren Vornamen und die Angabe ihres Geschlechts in offiziellen Dokumenten angleichen wollen, steht ihnen eine jahrelange, entwürdigende Prozedur bevor: Sie müssen sich einer aufwändigen psychiatrischen Untersuchung unterziehen und sich sterilisieren lassen. Erst danach wird ihre Geschlechtsidentität rechtlich anerkannt. Und das selbst in einem Land, das stolz ist auf seine Offenheit und Toleranz.

Sakris Kupila fordert, die gesetzlichen Regelungen zu ändern. Aufgrund seines Einsatzes für die Rechte von transgeschlechtlichen Menschen ist er immer wieder Belästigungen, Gewaltandrohungen und offener Feindseligkeit ausgesetzt und musste sein Studium ein Jahr lang unterbrechen. Doch er gibt nicht auf:

"Ich werde damit erst aufhören, wenn der Kampf gewonnen ist."

Unterstützt Sakris Kupila in seinem Kampf für die Rechte transgeschlechtlicher Menschen: Fordert die Regierung Finnlands auf, die Gesetzgebung zu ändern, damit transgeschlechtliche Menschen ihr Geschlecht rechtlich angleichen lassen können, ohne sich einer psychiatrischen Behandlung zu unterziehen und sich sterilisieren lassen zu müssen.

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