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Mit Menschenrechten gegen Armut

Kibera (Nairobi): © Amnesty InternationalKibera (Nairobi): © Amnesty International

Eine Milliarde Menschen weltweit leben in Slums

Favelas, Bustees, Barrios Populares, Shanty Towns, Ghettos, informelle Siedlungen oder einfach Elendsviertel: Es gibt viele Namen für Slums und es gibt sie überall auf der Welt. Auf der einen Seite ist ein Leben im Slum vom Wohnen in zu kleinen, baufälligen Hütten und Häusern ohne Strom und Wasser, ohne Kanalisation, von Armut, Gewalt und Gefahr geprägt. Andererseits sind Slums das Zuhause von Frauen und Männern, die ihrer Arbeit und ihren Geschäften nachgehen, von Kindern, die spielen und lernen.

Betrachtet man Armut als die schwerste Menschenrechtskrise weltweit, dann sind Slums ihr sichtbarster Ausdruck: Heute leben Schätzungen zufolge mehr als eine Milliarde Menschen in rund 200.000 Slums weltweit. Ihre Anzahl wächst rasant: Bis 2030 sollen es bereits zwei Milliarden Menschen sein.

Die Behörden fühlen sich in der Regel nicht für informelle Siedlungen und ihre Bewohner zuständig. Slums werden weltweit nicht als offizielle Teile einer Stadt, sondern als illegale Siedlungen betrachtet, deren Bewohner keine Rechte haben. Slumbewohner haben in der Regel keinen Zugang zu sauberem Wasser und zur Abwasserentsorgung. In vielen Fällen sind sie von der staatlichen Gesundheitsversorgung ausgeschlossen, und den Kindern wird der Schulbesuch verweigert. Menschen in Slums sind besonders häufig Opfer von Gewalt, nicht nur durch kriminelle Banden, sondern auch durch die Polizei. Oft werden sie diskriminiert, wie Kriminelle behandelt und können ihre Rechte nicht geltend machen.

Drohende Zwangsräumungen

Viele Slumbewohner müssen täglich damit rechnen, vertrieben zu werden. Binnen Stunden verlieren sie ihr Zuhause, ihr soziales Umfeld, den Zugang zu Arbeitsplätzen und Schulen. Hütten und Häuser werden dem Erdboden gleichgemacht - ohne Begründung, ohne Alternativen, ohne Rechtsgrundlage.

Immer mehr Regierungen weltweit ordnen massenhafte rechtswidrige Zwangsräumungen an. So werden zum Beispiel in Angola und Kambodscha LINK Slums abgerissen, um Platz für Stadtentwicklungsprojekte zu schaffen.

Die Vertreibungen aus den Häusern gehen häufig mit exzessiver Gewaltanwendung durch Polizei oder Sicherheitspersonal einher.
Häufig ist es so, dass die Polizei Slumbewohner bedroht anstatt sie zu schützen. Amnesty International hat in Slums in Brasilien, Jamaika und Kenia bei Polizeieinsätzen exzessive Gewaltanwendung, ungesetzliche Tötungen und in manchen Fällen staatliche Morde dokumentiert.

Was können wir tun?

Seit Jahrzehnten arbeiten viele lokale Initiativen der Slumbewohner sowie nationale und internationale Organisationen daran, die Regierungen in die Pflicht zu nehmen, um die Lebensbedingungen in Slums zu verbessern. In der Kampagne "Mit Menschenrechten gegen Armut" rückt Amnesty International Menschenrechtsverletzungen an Slumbewohnern in den Mittelpunkt und unterstützt damit das Engagement der Organisationen und Selbsthilfeinitiativen vor Ort. Wer Armut beenden will, muss mit dem Schutz der Menschenrechte beginnen.

Mit Ihrem Einsatz können wir mehr erreichen

Amnesty International wendet sich an die verantwortlichen Regierungen und Unternehmen, protestiert gegen das Unrecht, fordert konkrete Verbesserungen und gibt Menschen in Armut eine Stimme. Mit ihrem Einsatz können wir mehr erreichen. Fordern Sie mit uns: Wohnen. In Würde.

Sie erhalten aktuelle Eilaktionen und weitere Aktionsaufrufe und können sich so konkret und schnell für Menschen, die von einer Zwangsräumung bedroht sind, einsetzen. Registrieren Sie sich einfach über die Kampagnenseite bei "Mein Amnesty"; oder aktivieren Sie die Kampagnen "Wohnen. In Würde" wenn Sie schon einen Zugang zu "Mein Amnesty" haben.