Amnesty Report Kenia 01. Oktober 2009

Das Erbe der Roten Khmer

Massenhafte gewaltsame Landvertreibungen und Umsiedlungen sind kein neues Phänomen in Kambodscha. Unter der Schreckensherrschaft der Roten Khmer (1975-79) wurde die Stadtbevölkerung gezwungen, aufs Land zu gehen, um dort auf den Feldern zu arbeiten. Die Städte waren praktisch menschenleer. Privateigentum war verboten und wurde in kollektiven Besitz umgewandelt. Die Machthaber zerstörten das gesamte Katasterwesen.

In den 1980er Jahren siedelten sich nach und nach Menschen aus ländlichen Gebieten in Phnom Penh an, die meisten früheren Stadtbewohner hatten die Rote Khmer-Zeit nicht überlebt. Obwohl es zu dieser Zeit keine Rechte auf Privatbesitz gab, weitete sich die informelle Inbesitznahme von Grundstücken und Häusern aus.

1989 führte die kambodschanische Regierung das Recht auf Privateigentum wieder ein und schrieb es in der Verfassung fest. Nach dieser ideologischen Wende begannen wirtschaftliche und politische Reformen und auch der Wettbewerb um Land und natürliche Ressourcen. Da Grundstücke in Phnom Penh unerschwinglich wurden, schossen in der Hauptstadt die Slums aus dem Boden. Gleichzeitig vergaben die Behörden in oft undurchsichtiger Weise Konzessionen und Landtitel an Privatfirmen und ausländische Unternehmen. Das bedeutet, dass die Eigentumsverhältnisse in Kambodscha in sehr vielen Fällen noch ungeklärt sind, ein Katasterwesen befindet sich mit ausländischer Hilfe im Aufbau

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