Amnesty Journal 06. August 2009

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Porträt der Dürener Amnesty-Gruppe: Ausgetretene Pfade verlassen

Ein Geburtstag ohne Geschenke? Das geht nicht, sagte sich die Amnesty-Gruppe Düren als Ende vergangenen Jahres die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte ihren 60. feierte.

Auf Bitten der Dürener gestaltete die Künstlerin Sarah Schiffer einen Scherenschnitt zum Artikel 14 der Erklärung, ­wonach jeder Mensch das Recht hat, »in anderen Ländern vor Verfolgung Asyl zu suchen und zu genießen.«

Um den Widerspruch zwischen diesem feierlich verkündeten Recht und der Wirklichkeit zu zeigen, machte Sarah Schiffer mit dem Scherenschnitt »Lampedusa« auf das Elend der Bootsflüchtlinge vor der italienischen Küste aufmerksam. Jeder, der 50 Euro und mehr spendete, erhielt eine Reproduktion des Kunstwerkes als Geschenk.

Eine kindgerechte Ausstellung in der Kinder- und Jugendbücherei der Stadt über alle Artikel der Menschenrechtserklärung begleitete die Spendenaktion. »Wichtig ist, dass man die ausgetretenen Pfade verlässt, um die Öffentlichkeit für unsere Arbeit zu gewinnen«, sagt Frank Schnorrenberg, Sprecher der Gruppe. Diese besteht bereits seit 1976 und macht seitdem immer wieder mit innovativen Aktionen auf sich aufmerksam. So initiierten die Dürener 2003 den ersten »Run for Rights«, bei dem mehrere hundert Menschen laufend für den Schutz der Menschenrechte demonstrierten. Anlässlich der Fußball-WM 2010 ist wieder eine Sportaktion geplant.

Zu den aktuellen Aktionen gehören unter anderem Lesungen verfolgter Schriftsteller, die die Gruppe in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung Düren organisiert hat.
Ob Kunst, Literatur oder Sport, die Dürener haben immer wieder neue Wege beschritten, um auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen und die Menschenrechtsarbeit voran zu bringen.

Weitere Informationen auf www.ai-dueren.de

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