Namibia 2010
Amtliche Bezeichnung: Republik Namibia Regierungschef: Hifikepunye Pohamba Todesstrafe: für alle Straftaten abgeschafft Einwohner: 2,2 Mio. Lebenserwartung: 60,4 Jahre Kindersterblichkeit (m/w): 58/45 pro 1000 Lebendgeburten Alphabetisierungsrate: 88%
Im November 2009 fanden Präsidentschafts- und Nationalratswahlen statt. In diesem Zusammenhang gab es Berichte über gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Mitgliedern verschiedener Parteien. Das Ende eines seit 2004 anhängigen Hochverratsverfahrens wegen Angriffen in der im Nordosten des Landes gelegenen Region Caprivi war nicht abzusehen.
Hintergrund
Im Vorfeld der Parlaments- und Präsidentschaftswahlen, die am 27. und 28. November 2009 stattfanden, kam es zu Zusammenstößen zwischen Mitgliedern der regierenden South West Africa People’s Organisation (SWAPO) und Oppositionsparteien. SWAPO-Mitglieder wurden beschuldigt, die Wahlkampfveranstaltungen anderer Parteien zu sprengen.
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Am 27. Oktober hinderten ungefähr 300 SWAPO-Anhänger Unterstützer der Sammlungsbewegung für Demokratie und Fortschritt (Rally for Democracy and Progress – RDP) daran, in Outapi, in der Region Omusati, Wahlkampf zu betreiben. SWAPO-Mitglieder erklärten, die RDP-Mitglieder hätten verbal provoziert, um Anhänger zu gewinnen.
- Am 8. November bewarfen sich Anhänger der RDP und der SWAPO mit Steinen, als SWAPO-Anhänger sich gegen RDP-Mitglieder stellten, die nach Outapi gekommen waren, um eine Versammlung zu besuchen. Bei den Zusammenstößen wurden drei Menschen festgenommen.
Caprivi-Prozess
Das Ende eines seit 2004 anhängigen Hochverratsverfahrens war nicht abzusehen. Die meisten der 117 Angeklagten, denen zur Last gelegt wird, an Angriffen der separatistischen Gruppe Befreiungsarmee der Region Caprivi (Caprivi Liberation Army) im Jahr 1999 in der Region Caprivi beteiligt gewesen zu sein, befanden sich nunmehr das zehnte Jahr in Haft.
Massengräber
Im Norden des Landes wurden Massengräber entdeckt. Es wurde vermutet, dass sich darin auch die sterblichen Überreste von rund 30 Männern der Ethnie der San befanden. Berichten zufolge "verschwanden" sie im Westen der Region Caprivi im Militärgewahrsam, nachdem sie unter dem Verdacht der Beteiligung an den separatistischen Angriffen von 1999 festgenommen worden waren. Die NGO Nationale Gesellschaft für Menschenrechte veröffentlichte die Namen einiger Opfer.