Blog Deutschland 03. Dezember 2012

Gemeinsam viel erreichen

Die Situation der Menschenrechte in Ägypten und anderen Ländern im arabischen Raum war dieses Jahr das Schwerpunktthema bei "Jugend@Amnesty".

Junge Amnesty-Aktive aus ganz Deutschland kamen Mitte November beim Jugend@Amnesty-Treffen in Münster zusammen, um sich über ihr Engagement auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen. Mit einer Aktion in der Innenstadt machten sie auf das Schicksal von inhaftierten Minderjährigen aufmerksam - und ließen sich auch nicht beirren, als unerwartet die Karnevalssaison begann.

Lina Brink arbeitet in der Abteilung "Kampagnen und Kommunikation", in der sie u.a. die Jugend-Arbeit der deutschen Amnesty-Sektion unterstützt.

 

Was hat der "Arabische Frühling" mit einem kalten Münsteraner Herbsttag zu tun? Mehr, als es auf den ersten Blick scheint.

Denn die Situation der Menschenrechte in Ägypten und anderen Ländern im arabischen Raum war vom 16. bis 18. November das Schwerpunktthema von Jugend@Amnesty, dem jährlichen Treffen der Jugend- und Hochschulgruppen der deutschen Amnesty-Sektion, das in diesem Jahr in Münster stattfand.

Während draußen am Gebäude ein großes Amnesty-Banner im Wind wehte, saßen in dem großen Dachbodenraum der Universität Münster um die 100 junge Menschen auf gelben und schwarzen Hockern und diskutierten ausführlich über die neuesten Entwicklungen in Ägypten, die Website ihrer Hochschulgruppe oder den letzten Flashmob, den sie veranstaltet hatten.

Vom ersten Augenblick an wurde deutlich, was neben den inhaltlichen Themen für alle besonders wichtig war: Der Austausch untereinander. Und für den gab es natürlich jede Menge Raum und Zeit. Ob bei den Kennlernspielen am ersten Abend, während einer Kaffeepause im Nieselregen oder bei der abschließenden Podiumsdiskussion zur Macht der Medien im "Arabischen Frühling". Junge Aktive aus Gruppen von Schleswig bis Regensburg und von Köln bis Berlin trafen sich hier und mischten sich mit den Gästen von der Schweizer und der österreichischen Amnesty-Sektion.

Sie sprachen über gemeinsame Erfahrungen bei ihrem Engagement für Amnesty, debattierten über Inhaltliches und Organisatorisches und genossen das Gefühl, gemeinsam Großes zu bewegen. Pläne wurden geschmiedet, Kontakte geknüpft und Ideen für überregionale Aktionen geboren.

Besonders intensiv wurde der Gedankenaustausch in den verschiedenen Workshops am zweiten Tag. Neben inhaltlichen Schwerpunkten wie Wirtschaft und Menschenrechte oder Folter im "Krieg gegen den Terror" standen auch organisatorische Workshops auf dem Programm. Letztere boten Gelegenheit, etwas über den Einsatz sozialer Medien für die Menschenrechtsarbeit zu lernen, oder an der Planung für die gemeinsame Aktion aller Hochschulgruppen im nächsten Jahr mitzuwirken.

Wie viel man bewegen kann, wenn viele einzelne Menschen sich gemeinsam für etwas einsetzen, symbolisierte auch die Aktion, die ein fester Bestandteil von jedem Jugend@Amnesty-Treffen ist.

Mitten in der Innenstadt von Münster befreiten Amnesty-Mitglieder symbolisch zwei Minderjährige, die in Ägypten von einem Militärgericht verurteilt wurden und nun in Haft sitzen: Islam Harb und Mohamed Ehab Sayed.

Symbolische Befreiung: In der Münsteraner Innenstadt machten die Amnesty-Mitglieder auf das Schicksal der inhaftierten Minderjährigen Islam Harb und Mohamed Ehab Sayed aufmerksam

Auf dem Weg zu dem zentralen Platz zeigte sich aber auch, welche unerwarteten Hürden sich beim Engagement für die Menschenrechte manchmal auftun können: zeitgleich zu der angekündigten Amnesty-Demo durch die Altstadt wurde mit einem Umzug die Karnevalssaison eingeläutet.

So ergab sich ein seltenes Bild: Mit Transparenten und Petitionen gegen Militärgerichtsverfahren in Ägypten durften die Amnesty-Aktiven durch ein Spalier der Prinzengarde laufen.

Auf die Beine gestellt hatte das diesjährige Treffen die Amnesty-Hochschulgruppe Münster. Sie hatten Tagungsräume und Referenten organisiert, literweise Suppe in den vierten Stock des Universitätsgebäudes geschleppt und morgens Milch für 100 kaffeedurstige Teilnehmerinnen und Teilnehmer aufgeschäumt.

Und damit wieder einmal bewiesen: In Münster wie weltweit können wir gemeinsam viel erreichen, wenn sich möglichst viele zusammentun und sich gegenseitig unterstützen!

P.S.: Falls ihr noch mehr Fotos vom Jugend@Amnesty-Treffen sehen wollt, klickt einfach hier.

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