Aktuell China 30. August 2019

Hongkong: Aktuelle Festnahmen sind ein weiterer Angriff auf die Meinungsfreiheit

Junger Mann mit Brille spricht in einem Mikrofon, zeigt mit dem Finger. Hinter ihm demonstrieren viele Menschen

Pro-Demokratie-Aktivist Joshua Wong spricht bei einer Demonstration in Hongkong, Juni 2019  

In einer konzertierten Aktion haben die Behörden in Hongkong heute innerhalb weniger Stunden die Pro-Demokratie-Aktivist_innen Joshua Wong und Agnes Chow vorübergehend festgenommen.

Bereits am Donnerstag wurde Unabhängigkeits-Aktivist Andy Chan in Polizeigewahrsam genommen; ein weiterer Aktivist, Jimmy Sham, wurde von unbekannten, maskierten Männern mit einem Baseballschläger und einem Messer auf offener Straße angegriffen.

"Amnesty begrüßt, dass Wong und Chow inzwischen auf Kaution freigelassen wurden. Mit ihren Festnahmen hat die Regierung in Hongkong jedoch ihren repressiven Kurs fortgesetzt", sagt Markus N. Beeko, Generalsekretär von Amnesty International in Deutschland. "Das erfordert eine deutliche Reaktion: Die internationale Gemeinschaft muss sich entschiedener dafür einsetzen, dass die Menschen in Hongkong friedlich demonstrieren können, auf faire und unabhängige Verfahren drängen und dass die unverhältnismäßige Polizeigewalt unabhängig untersucht wird."

"Die erlassenen Demonstrationsverbote und die Festnahmen von Joshua Wong und Agnes Chow sind eine erneute Eskalation der Behörden in Hongkong gegen die Rechte auf Meinungsfreiheit und Versammlungsfreiheit", so Beeko. "Die Hongkonger Regierung lässt die Polizei mit Schlagstöcken, Tränengas und Gummigeschossen gegen friedliche Demonstranten vorgehen; sie verhindert nicht, dass Aktivisten von Schlägern überfallen und verprügelt werden. All das sind brutale Verletzungen der Grundrechte von friedlichen Demonstranten."
 

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