Aktuell 29. Januar 2013

Katja Riemann, Schauspielerin

Amnesty-Jury auf der Berlinale 2013
Unterstützt Amnesty International: Schauspielerin Katja Riemann

Unterstützt Amnesty International: Schauspielerin Katja Riemann

Über Katja Riemann

Katja Riemann wurde in Bremen geboren, studierte in Hamburg, Castrop-Rauxel, Hannover und München Tanz und Schauspiel, absolvierte ihre Anfängerjahre an den Münchner Kammerspielen und wechselte danach ans Berliner Schillertheater. Ihre erste Filmrolle übernahm sie im 3. Semester ihrer Schauspielausbildung; in den sechsmonatigen Dreharbeiten zu dem Fernsehfilm "Sommer in Lesmona", erhielt sie durch den großen Schauspielconnaisseur Peter Beauvais, der den Film inszenierte, ihre Filmschauspielausbildung.

In den 90er Jahren nahm sie aktiv teil an dem Wiederaufbau des deutschen Films, in dem sie mit vielen Filmstudenten deren Debutspielfilme drehte, die durchweg erfolgreich wurden und somit den Regisseuren und Regisseurinnen wie Katja von Garnier, Hans Christian Schmid, Rainer Kaufmann und vielen anderen einen Weg für den Verlauf ihrer Karriere ebneten.

Später arbeitete sie wiederholt mit Margarethe von Trotta zusammen und erhielt für "Rosenstraße" den Coppa Volpi bei den Filmfestspielen von Venedig als beste Schauspielerin. Dreimal erhielt sie den Deutschen Filmpreis, für "Stadtgespräch"/"Abgeschminkt", für "Die Apothekerin" und für Oskar Roehlers "Agnes und seine Brüder". Durch den Film "bandits" von Katja von Garnier, begann sie mit ihrer zweiten Karriere als Musikerin und nachdem sie gemeinsam mit ihren Schauspielkolleginnen Jasmin Tabatabai und Nicolette Krebitz den Soundtrack zum Film geschrieben hatte, arbeitete sie an ihrem Soloalbum "Nachtblende", das 2000 veröffentlicht wurde. 2001 gründete sie ihre Jazzband und es folgte die Jazzplatte "Favourites". Zwei weitere musikalische Hörspiele, die sie schrieb, inszenierte und produzierte, folgten.

Für Rainer Kaufmanns "Ein fliehendes Pferd" erhielt sie zum zweiten mal den Bambi, für Alain Gsponers "Das wahre Leben" zum zweiten mal den Grimmepreis. Zuletzt drehte sie, gemeinsam mit Olli Dittrich die Komödie "Die Relativitätstheorie der Liebe", in der sie fünf Rollen spielte, und den Schweizer Blockbuster "Der Verdingbub", der von Markus Imboden inszeniert wurde.

Im April startet ihr neuer Film im Kino, "Das Wochenende", eine Bernhard Schlink Verfilmung von Nina Grosse mit Tobias Moretti, Sebastian Koch und Barbara Auer, der auch während dieser Berlinale gezeigt wird.

Seit 1999 ist Katja Riemann Repräsentantin von Unicef, machte einige Projektreisen, und arbeitet darüber hinaus mit anderen NGOs zusammen. Unterstützerin von Amnesty International ist sie seit ihrem 18. Lebensjahr.

Drei Fragen an Katja Riemann

Sie sind bei der diesjährigen Berlinale Mitglied der unabhängigen Jury von
Amnesty International. Warum ist es Ihnen wichtig, Amnesty auf diese Weise
zu unterstützen?

Ich glaube, dass Film nicht nur ein großer Multiplikator ist oder sein kann, um auf Menschenrechtssituationen aufmerksam zu machen, sondern auch die beste Weise Menschen, die damit nicht vertraut sind, an die Themen, mit denen Amnesty überall auf der Welt zu tun hat, heran zu führen. Film ist ein Medium, das die Berührungsangst vor Unbekanntem herabsetzt. Es ist manchmal einfacher oder sogar wirksamer, lehrreicher, berührender, intensiver, einen Film - sei es Doku oder Fiktion - zu sehen, als ein Buch zu lesen. Ein Film kann Bildungslücken schließen und Neugierde öffnen.

Sie werden sich im Rahmen der Juryarbeit etwa 15 unterschiedliche
Menschenrechtsfilme ansehen, das Spektrum reicht von der tagesaktuellen
Reportage und Dokumentation bis zum großen Spielfilm. Was erwarten Sie von
einem guten Film zum Thema Menschenrechte?

Erstmal wie bei jedem guten Film: Dass ich mich nicht langweile, dass er berührt, sei es emotional oder intellektuell. Dass er hinweist auf etwas, das in dem Wahnsinn der Medien da draußen schnell oder lieblos übergangen wird, ohne zu erkennen, wie essentiell das ist. Ich freue mich über jeden Film, der in mir nachhaltig umgeht, der mir etwas eröffnet, meine Sicht erweitert oder mich sprachlos oder erfüllt zurücklässt.

Gibt es ein Menschenrechts-Thema, über das Sie gern mehr im Kino sehen
würden?

Was mich derzeit interessiert ist die Situation der Dissidenten in China. Ich finde das gruselig, was da passiert. Ein Film wie "Never Sorry" über den chinesischen Künstler Ai Weiwei kann uns da sicherlich viel aufzeigen, wie der tägliche Widerstand ist und die Angst, die damit einher geht.

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