Aktuell Palästina 27. Juni 2012

Dokumentarfilm "Cinema Jenin" ab sofort auf DVD

Das Kino in Dschenin im Westjordanland

Das Kino in Dschenin im Westjordanland

02. Januar 2013 - 2008 hatte der Filmemacher Marcus Vetter gemeinsam mit dem Palästinenser Ismael Khatib die Idee, das verrottete Kino in Dschenin wiederaufzubauen und zu einem kulturellen Zentrum von Dschenin zu entwickeln. Vetters Dokumentarfilm schildert das schwierige, aber schließlich erfolgreiche Ringen um das ungewöhnliche Projekt. Seit Anfang Januar 2013 ist "Cinema Jenin" als DVD, Blu-ray und VoD erhältlich.

Das in den 1960er Jahren erbaute Kino in Dschenin (Jenin) im nördlichen Westjordanland galt als eines der bedeutendsten Lichtspielhäuser in Palästina, bis es mit dem Ausbruch der ersten Intifada im Jahr 1987 geschlossen wurde. Im August 2010 wurde das Kino unter großer weltweiter Beachtung mit einem dreitätigen Fest feierlich wiedereröffnet.

Marcus Vetters Dokumentarfilm "Cinema Jenin" schildert in der Art eines persönlichen Tagebuchs das schwierige, aber schließlich erfolgreiche Ringen um das ungewöhnliche Projekt. Der deutsche Filmemacher tritt dabei nicht nur als Regisseur in Erscheinung, sondern ist auch selbst einer der Protagonisten. 2008 hatte er gemeinsam mit dem Palästinenser Ismael Khatib die Idee, das verrottete Kino wiederaufzubauen und zu einem kulturellen Zentrum von Dschenin zu entwickeln.

Kennen gelernt hatten sich die beiden Männer bei Marcus Vetters Film "Das Herz von Jenin", der die Geschichte von Ismael Khatib erzählt. Seinen elfjährigen Sohn Ahmed traf im Flüchtlingslager von Dschenin 2005 eine tödliche Kugel der israelischen Armee. Ismail Khatib entschloss sich, auf Rache zu verzichten und die inneren Organe seines Sohnes israelischen Kindern zu spenden. Damit wollte er die Spirale des Hasses brechen.

Auch "Cinema Jenin" steht für gewaltfreien Widerstand, Volkerverständigung und transportiert so eine deutliche Friedensbotschaft. Der Film erlaubt einen tiefen Einblick in das Innenleben der palästinensischen Stadt, die mit ihrem Flüchtlingslager als Terrorhochburg galt, aus der die meisten Selbstmordattentäter kamen. Im Dschungel der Bürokratie des selbstverwalteten Palästinensergebietes müssen Vetter und die Unterstützer des Projekts Misstrauen und Vorurteile überwinden, Rückschläge wegstecken und viel Geduld beweisen.

Im Rahmen der Verleihung des "Bernhard Wicki Filmpreises – Der Friedenspreis des Deutschen Films" auf dem Filmfest München 2011 wurde erstmals ein nicht dotierter Sonderpreis an "Cinema Jenin" vergeben.

Mehr Informationen zum Film finden Sie hier.

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