Aktuell Malaysia 11. Juli 2011

Malaysia: Über 1.600 friedliche Demonstranten in Haft

Polizisten in Malaysia: Mit Schild und Schlagstöcken bewaffnet

Polizisten in Malaysia: Mit Schild und Schlagstöcken bewaffnet

9. Juli 2011 - Die malaysischen Behörden reagierten am Wochenende mit Massenfestnahmen und unverhältnismäßiger Gewalt auf einen friedlichen Protestmarsch in der Hauptstadt Kuala Lumpur.

Nach Angaben der Königlichen Malaysischen Polizei wurden bei den Protesten für eine Reform des malaysischen Wahlsystems 1.667 Menschen festgenommen. Unter den Gefangenen ist auch Ambiga Sreenevasan, Vorsitzende des Bündnisses "Bersih 2.0", das freie und faire Wahlen in Malaysia fordert.

Die Polizei ging mit Schlagstöcken und Tränengas gegen die Demonstranten vor. Der Oppositionsführer Anwar Ibrahim wurde verletzt als die Polizei Tränengasgranaten in eine Menschenmenge in einem Tunnel warf. Khalid Samad, Parlamentarier und Mitglied der Islamischen Partei Malaysias, wurde durch eine Tränengasgranate am Hals verletzt. Als eine Gruppe Demonstranten sich in das Tung Shing Krankenhaus zurückzog, feuerte die Polizei Tränengas in das Krankenhaus und gefährdete damit die Gesundheit von Patienten.

Amnesty liegen glaubwürdige Berichte darüber vor, dass die Polizei den Gefangenen das Recht auf einen Anwalt verweigert – ein klarer Verstoß gegen internationale Menschenrechtskonventionen.

"Die malaysische Regierung muss die Demonstrierenden umgehend wieder freilassen und ihr Recht auf friedlichen Protest respektieren", sagte Donna Guest, Vizedirektorin des Asien-Pazifik-Programms bei Amnesty International. "Als Mitglied des UNO-Menschenrechtsrates sollte die malaysische Regierung mit gutem Beispiel vorangehen und die Menschenrechte fördern anstatt sie zu unterdrücken. Eine so schlimme Repression haben wir in diesem Land seit Jahren nicht mehr gesehen," fügte Guest hinzu.

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