Juliane Köhler, Schauspielerin
Juliane Köhler
© Ruth Kappus
Über Juliane Köhler
1. Februar 2011 - Juliane Köhler wurde 1965 als Tochter eines Marionettenschauspielerpaares in Göttingen geboren, studierte in München im Schauspielstudio Gmelin und in Uta Hagens Schauspielschule in New York. 1988 wurde sie am Niedersächsischen Staatstheater in Hannover engagiert und avancierte am Residenztheater in München zum gefeierten Bühnenstar. Köhler trat am Frankfurter Schauspielhaus auf, an den Münchner Kammerspielen und ist seit 2001 festes Mitglied des Bayerischen Staatsschauspiels. Ihre bekannteste Rolle ist die der Mutterkreuzträgerin und Hausfrau Lilly Wust, die sich in Max Färberböcks "Aimée & Jaguar" in Jüdin Felice verliebt.
Dem Triumph folgten Erfolge mit der Erich-Kästner-Verfilmung "Pünktchen und Anton" und "Nirgendwo in Afrika. Juliane Köhler spielt häufig überforderte Mütter als Personen im Grenzbereich, "schwierige Rollen mit einem Geheimnis, an das ich mich heran arbeiten muss. So in ihrer Rolle in Anne Wilds "Mein erstes Wunder" (2001)oder in Stephan Wagners "In Sachen Kaminski" (2005), wo sie um das Sorgerecht für ihre Tochter kämpft, in Alain Gsponers "Das wahre Leben" (2006, mit Katja Riemann), und in der fast stummen Rolle der Haft entlassenen Alex in Silke Enders' "Mondkalb" (2008), die sich in der ostdeutschen Provinz neu orientiert.
2008 spielte sie in "Effi" unter Hermine Huntgeburth die Mutter von Effi Briest, hatte einen Kurzauftritt an der Seite von Jeff Goldblum in Paul Schraders Holocaust-Drama "Adam Resurreccted" und gehört mit Nina Hoss und Jördis Triebel zu den Frauen, die sich in Max Färberböcks "Anonyma - eine Frau in Berlin" durch die Trümmer der Reichshauptstadt schlagen. Juliane Köhler lebt in München und hat zwei Töchter.
Weitere Filme mit Juliane Köhler: "24 Crying Beauties" (1988), "Milan" (1989), "Süddeutsche Freiheit" (1993, alle von Hans Lang), "Schattenboxer" (1993) von Lars Becker, "Busenfreunde 2 - Alles wird gut", "Koma - Lebendig begraben" (beide 1997) von Uwe Janson, "Pünktchen und Anton" (1998) und "Nirgendwo in Afrika" (2001), beide von Caroline Link, "Bella Block: Abschied im Licht", "Hood" (beide 1999), "Liebst du mich", "Weiser" (beide 2000), "Tatort - Zielscheibe" (2001), "NeuFundLand", "Mein erstes Wunder" (2002), "In Sachen Kaminski" und "Der Untergang" (beide 2004), "Nimm dir dein Leben" (2005), "Auf ewig und einen Tag", "Das wahre Leben" (beide 2006), "Mondkalb" (2007), "Polizeiruf 110 - Kellers Kind", "Anonyma - Eine Frau in Berlin", "Novemberkind", "Effi Briest", "Ein Leben für das Leben - Adam Resurrected", "Tatort - Mit ruhiger Hand" (alle 2008), "Bella Vita" (2010).
Juliane Köhler im Gespräch
Sie sind in diesem Jahr Mitglied der Amnesty Jury. Warum ist es Ihnen wichtig, Amnesty auf diese Weise zu unterstützen?
Juliane Köhler: Ich verfolge die Arbeit von Amnesty schon immer und habe geradezu darauf gewartet, endlich eine für mich passende Gelegenheit zu finden, bei der ich mit meinen Fähigkeiten Amnesty unterstützen kann.
Gibt es ein Menschenrechts-Thema, über das Sie gern mehr im Kino sehen würden?
Grundsätzlich denke ich, kann man gar nicht genug Filme über Menschenrechtsthemen machen. Sie klären uns auf über die Lage der Menschenrechte weltweit und für diese Art von Aufklärung gibt es einen großen Bedarf in unserer Gesellschaft. Mich persönlich würde jetzt ein Film über die Menschenrechte in China sehr interessieren...
Sie werden sich im Rahmen der Juryarbeit etwa 10 bis 15 unterschiedliche Menschenrechtsfilme ansehen, das Spektrum reicht von der Dokumentation bis zum großen Spielfilm. Was erwarten Sie von einem guten Film zum Thema Menschenrechte?
Ich erwarte von einem guten Film zum Thema Menschenrechte, was ich auch von jedem anderen Film erwarte. Eine Geschichte, die mich in den Bann zieht, die mich auf viele Arten berührt, die mutig erzählt ist. Das gilt auch für Dokumentarfilme und Reportagen.