"Menschenrechte einzufordern, bedeutet, Stabilität zu fördern."
Irene Khan stellte in Berlin das Buch "Die unerhörte Wahrheit - Armut und Menschenrechte" vor.
© Amnesty International / Philipp von Recklinghausen
02. Juni 2010 - Menschenrechte und Armutsbekämpfung gehören untrennbar zusammen. Diese Botschaft brachte Irene Khan zur Vorstellung ihres Buches "Die unerhörte Wahrheit" am 28. Mai 2010 mit nach Berlin. In der Hertie School of Governance berichtete sie 30 Zuhörern von ihren Erfahrungen bei Amnesty, aber auch von ihren persönlichen Erlebnissen in Bangladesch. Beide sind Teil ihres Buches geworden.
"Wir müssen die Diskussion über Armut von wirtschaftlichen Belangen hin zu den Menschen verschieben", betonte Khan, bis Dezember 2009 internationale Generalsekretärin von Amnesty, gleich zu Beginn der Veranstaltung. Arme fühlten sich diskriminiert, an den Rand der Gesellschaft gedrängt und ihrer Stimme beraubt. Aus der Perspektive der Ausgegrenzten zeichnet "Die unerhörte Wahrheit" ein düsteres Bild von Globalisierung und Gewinnstreben: Wirtschaftswachstum allein kann Ungleichheit und Diskriminierung noch verstärken – eine gerechte Entwicklung hingegen braucht Menschenrechte und politische Beteiligung für alle. Khans Buch will Strategien aufzeigen, um ein Umdenken auf lokaler und globaler Ebene zu ermöglichen. Schwerpunkte stellen die Situation in Slums sowie das Thema Müttersterblichkeit dar. Die Autorin und die Generalsekretärin der deutschen Sektion von Amnesty International, Monika Lüke, erzählten dazu von ihren persönlichen Erfahrungen in Afrika und Kambodscha.
Vertreter aus Politik, Medien und Wirtschaft diskutierten mit Irene Khan über Frauenrechte, die Amnesty-Kampagne "Mit Menschenrechten gegen Armut" und Sicherheitsfragen. Für Irene Khan steht fest: Armut sei ursächlich mit der Rechtslage der jeweiligen Länder verknüpft. Stärke man diese, eröffne sich ein Ausweg. "Menschenrechte einzufordern, bedeutet, Stabilität zu fördern. Und stabile Länder sind friedlich", so die Autorin.
Auch beim Thema Entwicklungshilfe ist Khans Position: Armutsbekämpfung ist nicht nur eine Sache von Subventionen. Klassische Bürgerrechte wie Versammlungsfreiheit, Meinungsfreiheit oder Pressefreiheit bilden den Kern erfolgreicher Entwicklungsarbeit – weltweit.
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