Karan Johar: My Name Is Khan
Der politische Film mit den Mitteln des Bollywood-Kinos: Der wahrscheinlich beliebteste Filmstar der Erde, der indische Schauspieler Shah Rukh Khan, hat sich der Entwicklung der internationalen Beziehungen nach den Anschlägen auf das World Trade Center am 11. September 2001 angenommen.
In "My Name is Khan" spielt er den in den USA lebenden, indischstämmigen Moslem Rizvan Khan. Dieser leidet am Asperger-Syndrom, einer Form der autistischen Krankheit. Der jeglichem Sarkasmus abholde Mann hat sich verliebt – in Mandira. Die beiden heiraten, eine wichtige Aufgabe scheint damit erfüllt: Hat doch Rizvan einst seiner Mutter versprochen, glücklich zu werden – endlich mal eine vernünftige Elternforderung!
Dann bringen die 9/11-Anschläge alles durcheinander. Die Welt polarisiert sich schlagartig. "Ich heiße Khan und ich bin kein Terrorist" – zu diesem Statement ist Rizvan jetzt aufgrund seines muslimischen Hintergrunds gezwungen. Rizvan sieht sich genötigt, einmal quer durch die USA zu reisen, er hat nun dringenden Gesprächsbedarf – beim US-Präsidenten.
Ideologien seien zwar gut und schön, aber man müsse ja nicht den ganzen Tag dran denken, kontert Schauspieler Khan jene Kritiken, die dem Film eine gewisse Naivität unterstellen. Sein Medium sei das Kino, ihm gehe es um wunderbare Unterhaltung, sagt der wunderbare Entertainer. Und die diene dem friedvollen Zusammenleben.
Von Jürgen Kiontke, Amnesty Journal Juni 2010
"My Name Is Khan" IND 2010. Regie: Karan Johar, Darsteller: Shah Rukh Khan, Kajol. Start: 10. Juni 2010