Aktuell Sri Lanka 24. April 2009

Zahl ziviler Opfer in Sri Lanka steigt

Flüchtlinge im Norden Sri Lanka

Flüchtlinge im Norden Sri Lanka

Konfliktparteien verstoßen gegen das humanitäre Völkerrecht

Die srilankische Regierung hat am Montag, 20. April 2009 ein Ultimatum an die Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) gestellt, in dem sie diese aufforderte, innerhalb von 24 Stunden ihre Waffen niederzulegen, andernfalls müsse sie mit einer "finalen Offensive" seitens der Armee rechnen. Seitdem hat sich die Situation im Norden Sri Lankas weiter dramatisch verschlechtert. "Zivilisten werden verletzt und sterben, weil sowohl die Tamil Tigers als auch die Regierungstruppen gegen das humanitäre Völkerrecht verstoßen," sagt Dr. Renate Müller-Wollermann, Sri Lanka-Expertin bei Amnesty International. Amnesty International hat beide Konfliktparteien aufgefordert, sofort alle nötigen Schritte zu unternehmen, um die Zivilbevölkerung zu schützen.

Verheerende Situation der Zivilisten

Mehr als 4.500 Zivilisten sollen UN-Schätzungen zufolge im Konflikt zwischen Rebellen und Armee im Norden Sri Lankas bereits getötet worden sein. Allein am Montag, 20. April soll es Hunderte Tote gegeben haben. Zehntausende Menschen sind auf der Flucht. Doch viele Menschen, die fliehen konnten, werden von der srilankischen Regierung in Auffanglagern gefangen gehalten. Amnesty liegen außerdem Berichte über "Verschwindenlassen" junger tamilischer Männer vor. "Die verheerende Situation der Zivilisten im Kreuzfeuer der beiden Gruppen verschlimmert sich durch das Fehlen humanitärer Hilfe, wie medizinischer Versorgung, Nahrung und Wasser noch mehr," so Dr. Renate Müller-Wollermann.
Amnesty International fordert beide Konfliktparteien auf, ihre Kampfhandlungen unverzüglich einzustellen und eine Waffenruhe zu vereinbaren. Die Regierungstruppen und die Tamil Tigers müssen es zulassen, dass die Zivilbevölkerung das umkämpfte Gebiet auf sicherem Weg verlassen kann und Zugang zu Nahrung, Wasser und medizinischer Versorgung erhält. Amnesty fordert die LTTE auf, Zwangsrekrutierungen und Attacken auf Flüchtlinge sofort zu unterlassen. Außerdem müssen internationale Beobachter in die Auffanglager gesendet werden, um die Versorgung nach internationalen Standards sicher zu stellen.

Amnesty International fordert Waffenruhe und Ende der Menschenrechtsverletzungen

Amnesty International fordert den UN-Sicherheitsrat auf, die Krise ohne weitere Verzögerungen zu besprechen und zu einer Waffenruhe aufzurufen. Darüber hinaus soll der Sicherheitsrat die srilankische Regierung und die LTTE dazu auffordern, den internationalen Menschenrechtsbestimmungen gemäß zu handeln und Verstöße dagegen zu verurteilen.

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