USA: Haftbedingungen zwangen Ukrainer zur Rückkehr
Dieses Urgent Action ist beendet.
Der Ukrainer Andriy Shepitsen sah sich aufgrund der schlechten Haftbedingungen in den USA gezwungen, wieder in die Ukraine zurückzukehren. Im Dezember 2025 war er von der US-Einwanderungs- und Zollbehörde ICE im Bundesstaat Florida inhaftiert worden. Obwohl er an einer bipolaren Störung und weiteren psychischen Erkrankungen leidet, waren ihm in der Haft wichtige Medikamente und Behandlungen vorenthalten worden. Dies führte bei ihm zu schweren Depressionen und Suizidgedanken.
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Vielen Dank allen, die sich für Andriy Shepitsen eingesetzt haben.
Sachlage
Der ukrainische Staatsangehörige Andriy Shepitsen hat mittlerweile die USA verlassen. Er war seit Dezember 2025 im Krome North Service Processing Center (Krome) festgehalten worden, einer Hafteinrichtung der US-Einwanderungsbehörde ICE in Miami am Rande der Everglades. Seit seiner Inhaftierung hatte er mehr als 20 kg an Gewicht verloren. Außerdem war sein Blutdruck gefährlich niedrig. Er konnte nicht mehr allein gehen, und sein psychischer Zustand verschlechterte sich zunehmend, weil ihm die Medikamente für seine psychische Erkrankung verweigert wurden. Seine Haftbedingungen waren sehr schlecht. Menschen, die sich für Andriy Shepitsen einsetzten, baten das Wachpersonal wiederholt, ihn zur notfallmedizinischen Untersuchung in ein Krankenhaus zu bringen. Diese Bitten wurden jedoch abgelehnt. Sein Einwanderungsverfahren war von Mängeln gekennzeichnet.
Seit Jahrzehnten prangern Organisationen, Anwält*innen und Dienstleister*innen vor Ort die Haftbedingungen in Krome an. So ist die Einrichtung beispielsweise massiv überbelegt und der Zugang zu angemessener medizinischer Versorgung für die Inhaftierten nicht gewährleistet, weshalb bereits mehrere Personen im Gewahrsam gestorben sind. Die Insass*innen sind erniedrigender Behandlung und Misshandlungen ausgesetzt, haben oft nur unzureichenden Zugang zu Rechtsbeiständen und dürfen ihre Verfahrensrechte nicht angemessen wahrnehmen. Recherchen von Amnesty International haben ergeben, dass in Krome inhaftierte Personen mit erheblichen Hindernissen beim Zugang zu angemessener medizinischer Versorgung konfrontiert sind. Medizinische Behandlungen werden entweder gar nicht durchgeführt oder nur verzögert gestattet. Seit Dezember 2024 sind in Krome mindestens sechs Personen in Gewahrsam gestorben, was die gesundheitliche Versorgung auf alarmierende Weise infrage stellt.
Unter der Trump-Regierung hat die Inhaftierung von Migrant*innen in den USA erheblich zugenommen. Im Juli 2026 befanden sich mehr als 65.700 Menschen in Hafteinrichtungen der Einwanderungsbehörde ICE. Diese Zahlangabe wird weithin als zu niedrig angesehen, da Tausende Menschen in ICE-Kurzzeit-Bearbeitungszentren, ICE-Außenstellen, Untersuchungshafteinrichtungen und anderen Zentren nicht berücksichtigt werden. Die Trump-Regierung weitet derzeit die ICE-Haftkapazitäten stark aus, und gleichzeitig verschlechtern sich die Haftbedingungen dramatisch. 2026 sind bisher mindestens 18 Menschen in ICE-Gewahrsam gestorben. Die US-Behörden müssen den Massenabschiebungen und -inhaftierungen ein Ende setzen.
Weitere Appelle des Eilaktionsnetzes sind derzeit nicht erforderlich. Vielen Dank allen, die Appelle geschrieben haben.