Familien getrennt

71 Angehörige einer guatemaltekischen Gemeinschaft, darunter auch Kinder, sind von den mexikanischen Behörden festgenommen und in eine Hafteinrichtung für MigrantInnen gebracht worden. Die Gemeinschaft war im August 2011 in den mexikanischen Bundesstaat Tabasco geflohen. Über 100 weitere Angehörige der Gemeinschaft befinden sich nach wie vor in Tabasco. Bei der Festnahme wurden offenbar Familien getrennt.

Appell an

STAATSPRÄSIDENT
Lic. Felipe de Jesús Calderón Hinojosa
Residencia Oficial de los Pinos
Casa Miguel Alemán
Col. San Miguel Chapultepec
México DF, C.P. 11850, MEXIKO
(korrekte Anrede: Señor Presidente / Dear President Calderón / Sehr geehrter Herr Präsident)
Fax: (00 52) 555 093 5321
E-Mail: felipe.calderon@presidencia.gob.mx

LEITER DES AMTES FÜR MIGRATION
Salvador Beltrán del Río Madrid
Homero No. 1832; Piso 19
Col. Los Morales Polanco Del. Miguel Hidalgo
México DF, C.P. 11510, MEXIKO
(korrekte Anrede: Señor Comisionado / Dear Commissioner / Sehr geehrter Herr Beltrán del Río Madrid)
Fax: (00 52) 555 387 2484
E-Mail: sbeltrandelrio@inami.gob.mx

GOUVERNEUR DES BUNDESSTAATES TABASCO
Q.F.B. Andrés Granier Melo
Independencia # 2, Col. Centro
Villahermosa, Tabasco
México, CP 86000
MEXIKO
(korrekte Anrede: Estimado Gobernador / Dear Governor / Sehr geehrter Herr Gouverneur)
Fax: (00 52) 993 314 2612
E-Mail: gobernador@tabasco.gob.mx

Sende eine Kopie an

BOTSCHAFT DER VEREINIGTEN MEXIKANISCHEN STAATEN
S.E. Herrn Francisco N. González Díaz
Klingelhöferstraße 3
10785 Berlin
Fax: 030-26 93 23-700
E-Mail: mail@mexale.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 22. Februar 2012 keine Appelle mehr zu verschicken.

Amnesty fordert:

SCHREIBEN SIE BITTE FAXE, E-MAILS ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Ich möchte Sie eindringlich auffordern, die Rückführung der Angehörigen der Gemeinschaft Nueva Esperanza unter Wahrung internationaler Menschenrechtsnormen vorzunehmen und darauf zu achten, dass dabei keine Familien getrennt werden.

  • Sorgen Sie bitte dafür, dass die Familien der Gemeinschaft Nueva Esperanza so behandelt werden, wie es Ihren Verpflichtungen als Vertragsstaat des UN-Übereinkommens über die Rechte des Kindes entspricht.

  • Erläutern Sie bitte die Vorgehensweise der BeamtInnen während der Razzia am 9. Januar und nehmen Sie zu der Zerstörung von Teilen des Lagers und den Drohungen gegenüber Angehörigen der Gemeinschaft Stellung.

PLEASE WRITE IMMEDIATELY

  • Urge the authorities to ensure that the repatriations of members of the Nueva Esperanza community are carried out in line with the international human rights standards and that no repatriation leads to the division of families.

  • Calling on the authorities to ensure their treatment of the families of Nueva Esperanza is in accordance with their obligations under the Convention on the Rights of the Child.

  • Urge the authorities to explain the procedures used in the raid on the community on 9 January, including the partial destruction of the camp and the threats made to the remaining members of the community.

Sachlage

In den frühen Morgenstunden des 9. Januar führten mexikanische PolizeibeamtInnen in dem provisorischen Lager der guatemaltekischen Gemeinschaft Nueva Esperanza in der Gemeinde Nuevo Progreso im mexikanischen Bundesstaat Tabasco eine Razzia durch. Die Gemeinschaft war im August 2011 von Guatemala nach Mexiko geflohen, nachdem sie von der guatemaltekischen Armee und Polizei von ihrem Land vertrieben worden waren. Ihnen waren in Guatemala keine alternativen Unterkünfte zur Verfügung gestellt worden.

Zeugenaussagen zufolge sollen die mexikanischen BeamtInnen versucht haben, zuerst die Kinder festzunehmen, um damit deren Familien zum Mitkommen zu bewegen. Insgesamt wurden 71 Angehörige der Gemeinschaft – darunter mindestens 45 Kinder – festgenommen und in eine mehrere Fahrstunden entfernte Hafteinrichtung für MigrantInnen in Tapachula im Bundesstaat Chiapas gebracht. Offenbar wurden Verfahren zur Rückführung der Betroffenen nach Guatemala eingeleitet. Über 100 Angehörige der Gemeinschaft konnten während des Einsatzes fliehen und sind seither nach Nuevo Progreso zurückgekehrt. Vor Ort tätigen MenschenrechtsverteidigerInnen zufolge wurden bei dem Vorfall zahlreiche Familien getrennt. So wurden beispielsweise die Eltern eines zehnjährigen Jungen inhaftiert, der Junge befindet sich jedoch weiterhin in dem Lager. Den in Nuevo Progreso verbleibenden Personen drohen weiterhin die Festnahme oder andere Repressalien. Einige Angehörige der Gemeinschaft gaben an, dass PolizeibeamtInnen damit gedroht hätten, beim nächsten Mal gewaltsamer vorzugehen, wenn sie den Anordnungen von Polizei und Einwanderungsbehörde nicht freiwillig Folge leisteten. Teile des Lagers wurden bei der Razzia zerstört. Die mexikanische Einwanderungsbehörde nannte die Razzia einen "humanitären Rettungseinsatz", um die schlechten Lebensbedingungen der Gemeinschaft zu beenden.

Mexiko ist Vertragsstaat des UN-Übereinkommens über die Rechte des Kindes, in dem festgeschrieben ist, dass Kinder nicht von ihren Eltern getrennt werden dürfen, sofern nicht angemessene Schutzmaßnahmen für das Wohlergehen des Kindes ergriffen wurden. Des Weiteren darf Kindern der Kontakt zu ihren Familien nicht vorenthalten werden.

[EMPFOHLENE AKTIONEN]

SCHREIBEN SIE BITTE FAXE, E-MAILS ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Ich möchte Sie eindringlich auffordern, die Rückführung der Angehörigen der Gemeinschaft Nueva Esperanza unter Wahrung internationaler Menschenrechtsnormen vorzunehmen und darauf zu achten, dass dabei keine Familien getrennt werden.

  • Sorgen Sie bitte dafür, dass die Familien der Gemeinschaft Nueva Esperanza so behandelt werden, wie es Ihren Verpflichtungen als Vertragsstaat des UN-Übereinkommens über die Rechte des Kindes entspricht.

  • Erläutern Sie bitte die Vorgehensweise der BeamtInnen während der Razzia am 9. Januar und nehmen Sie zu der Zerstörung von Teilen des Lagers und den Drohungen gegenüber Angehörigen der Gemeinschaft Stellung.

[APPELLE AN]

STAATSPRÄSIDENT
Lic. Felipe de Jesús Calderón Hinojosa
Residencia Oficial de los Pinos
Casa Miguel Alemán
Col. San Miguel Chapultepec
México DF, C.P. 11850, MEXIKO
(korrekte Anrede: Señor Presidente / Dear President Calderón / Sehr geehrter Herr Präsident)
Fax: (00 52) 555 093 5321
E-Mail: felipe.calderon@presidencia.gob.mx

LEITER DES AMTES FÜR MIGRATION
Salvador Beltrán del Río Madrid
Homero No. 1832; Piso 19
Col. Los Morales Polanco Del. Miguel Hidalgo
México DF, C.P. 11510, MEXIKO
(korrekte Anrede: Señor Comisionado / Dear Commissioner / Sehr geehrter Herr Beltrán del Río Madrid)
Fax: (00 52) 555 387 2484
E-Mail: sbeltrandelrio@inami.gob.mx

GOUVERNEUR DES BUNDESSTAATES TABASCO
Q.F.B. Andrés Granier Melo
Independencia # 2, Col. Centro
Villahermosa, Tabasco
México, CP 86000
MEXIKO
(korrekte Anrede: Estimado Gobernador / Dear Governor / Sehr geehrter Herr Gouverneur)
Fax: (00 52) 993 314 2612
E-Mail: gobernador@tabasco.gob.mx

KOPIEN AN
BOTSCHAFT DER VEREINIGTEN MEXIKANISCHEN STAATEN
S.E. Herrn Francisco N. González Díaz
Klingelhöferstraße 3
10785 Berlin
Fax: 030-26 93 23-700
E-Mail: mail@mexale.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 22. Februar 2012 keine Appelle mehr zu verschicken.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Die mexikanischen Behörden haben die Gemeinschaft in einem gewissen Umfang unterstützt und ihr Zugang zu VertreterInnen des UN-Hochkommissars für Flüchtlinge (UNHCR) gewährt. Die MigrantInnen haben sich jedoch nicht um Flüchtlingsstatus bemüht, da sie auf ihr Land in Guatemala zurückkehren möchten.

Amnesty International fordert die guatemaltekischen Behörden dringend auf, den Disput umgehend zu klären und der Gemeinschaft Nueva Esperanza in Übereinstimmung mit ihren Wünschen ein angemessenes alternatives Grundstück und alternative Unterkünfte zur Verfügung zu stellen. Dies umfasst den Zugang zu einer geschützten Unterkunft, Nahrungsmitteln, Wasser und Gesundheitsversorgung an einem Ort, der ihre körperliche Unversehrtheit gewährleistet.