Frauenrechtlerin freigelassen

Ergebnis dieser Urgent Action

Die saudi-arabische Frauenrechtlerin Souad al-Shammari ist am 29. Januar nach drei Monaten Haft ohne Anklageerhebung freigelassen worden. Die Bedingungen ihrer Freilassung und ihr gegenwärtiger rechtlicher Status sind bislang unklar.

Saudi-Arabien 2005: Strikte Geschlechtertrennung in McDonald's-Restaurants.

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Die saudi-arabische Frauenrechtlerin Souad al-Shammari ist am 29. Januar nach drei Monaten Haft ohne Anklageerhebung freigelassen worden. Die Bedingungen ihrer Freilassung und ihr gegenwärtiger rechtlicher Status sind bislang unklar.

Sachlage

Souad al-Shammari, eine bekannte saudi-arabische Frauenrechtlerin, wurde am 29. Januar aus dem Gefängnis entlassen. Am selben Tag hatte der neue König, Salman bin Abdulaziz Al Saud, einige Gefangene begnadigt. Es ist jedoch derzeit nicht bekannt, ob Souad al-Shammari in diesem Zusammenhang freikam. Ihrer Tochter zufolge musste Souad al-Shammari ein Dokument unterzeichnen, in dem sie versicherte, ihr frauenrechtliches Engagement zu stoppen bzw. zu "reduzieren".

Souad al-Shammari befand sich seit dem 28. Oktober 2014 ohne Anklage in Haft. An diesem Tag war sie vier Stunden lang in der Untersuchungs- und Strafverfolgungsbehörde in Dschidda verhört worden. Nach dem Verhör teilte ihr der Generalstaatsanwalt mit, dass sie inhaftiert bleibe, um sie erneut zu vernehmen. Daraufhin wurde sie in den Frauentrakt des Briman-Gefängnisses in Dschidda gebracht, wo sie bis zu ihrer Freilassung inhaftiert blieb.

Die Frauenrechtlerin Souad al-Shammari wurde vor allem wegen ihres Widerstands gegen das in Saudi-Arabien geltende System der Vormundschaft bekannt, das Frauen ihrem männlichen Vormund unterordnet, welcher in einigen Belangen der Frau Entscheidungsgewalt hat. Des Weiteren nahm sie an Kampagnen gegen das Fahrverbot von Frauen in Saudi-Arabien teil und ist die Vorsitzende des Netzwerks "Saudi-arabische Liberale". Einer der Gründer dieses Netzwerks ist Raif Badawi, der im September 2014 wegen seines Online-Aktivismus unter anderem zu zehn Jahren Haft und 1000 Stockhieben verurteilt wurde. Die ersten 50 Stockhiebe wurden am 9. Januar öffentlich vollstreckt.

Weitere Appelle des Eilaktionsnetzes sind nicht erforderlich. Vielen Dank allen, die sich für Souad al-Shammari eingesetzt haben.